Urheberrecht

Eine Einrichtung, die für die Anmeldung von Urheberrechten zuständig wäre, gibt es in Deutschland nicht – anders als zum Beispiel beim Patentrecht.  

Dafür gibt es einen einfachen Grund: Das Urheberrecht entsteht automatisch mit der Schaffung eines Werkes, ohne dass besondere Formalitäten wie Registereinträge oder Copyrightvermerke zu beachten sind. 

Die urheberrechtliche Regelschutzfrist beträgt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Ein Werk ist also während der gesamten Lebenszeit des Urhebers und noch einmal 70 Jahre nach dessen Ableben geschützt. 

Wer ein Werk vor Ablauf der Schutzfrist nutzen will, muss beim jeweiligen Rechteinhaber die Erlaubnis einholen – und in aller Regel ein entsprechendes Nutzungsentgelt zahlen.  

Einige Urheber nehmen die Vermarktung ihres Werkes selbst in die Hand. Die meisten Autoren arbeiten jedoch mit Verlagen zusammen, die für die Herstellung und Verbreitung des Werkes sorgen. Die Autoren   übertragen per Verlagsvertrag die wirtschaftlichen Nutzungsrechte in mehr oder weniger großem Umfang auf den jeweiligen Verlag.  

Rechteinhaber und Ansprechpartner für Nutzungsfragen sind deshalb in der Regel die Verlage.   

Recherchen zur Rechtsnachfolge von Verlagen 

Wer ein älteres Werk aus einem Verlag nutzen will, den es nicht mehr gibt – der kann den Rechtsnachfolger ermitteln  lassen.  

Ihr Ansprechpartner für solche Suchanfragen ist Hermann Staub, der das Archiv und die Bibliothek des Börsenvereins in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main leitet. Weil solche Recherchen oft mit einigem Aufwand verbunden sind, ist die Suchanfrage kostenpflichtig. Der kürzeste Weg für Ihr Anliegen ist eine Mail an h.staub@dnb.de.  

MVB RightsLink für Kleinrechte 

Vom Verlag, der eine Anthologie zusammenstellen möchte, bis zum Blogger, der einen Text in seine Website einbinden will: Für solche Kleinrechte baut die Börsenvereinstochter MVB zur Zeit eine eigene Plattform auf, zusammen mit dem amerikanischen Copyright Clearance Center und der Rechtsabteilung des Börsenvereins. „MVB RightsLink – Powered by CCC“ soll über das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) einen automatisierten und standardisierten Rechtehandel für Kleinlizenzen im deutschsprachigen Raum ermöglichen. Wer Fragen zu dem Projekt hat: Eine ausführliche FAQ-Liste ist hier abrufbar

Newsletter 

Die wichtigste Rechtsquelle für das Urheberrecht ist das Urheberrechtsgesetz (UrhG), das auf Bundesebene zuletzt 2008 reformiert wurde.  

Über Neuigkeiten zum nationalen und internationalen Urheberrecht informiert Sie die Rechtsabteilung des Börsenvereins in einem kostenlosen Newsletter – der nur dann erscheint, wenn es auch wirklich etwas Neues mitzuteilen gibt.  Verbandsmitglieder können sich unter Angabe Ihrer Verkehrsnummer per Mail an rechtsabteilung@boev.de für den Newsletter registrieren lassen.  

Musterverträge  

Autoren, Illustratoren, Fotografen: Die Verlage schließen mit vielen Urhebern Verträge ab. Damit die Vereinbarungen auf einer soliden juristischen Grundlage stehen, stellt der Börsenverein seinen Mitgliedern zahlreiche Musterverträge zur Verfügung.

Unternehmen, die sich auf boersenverein.de für den internen Mitgliederbereich registriert haben, können die aktuellen Musterverträge im Downloadbereich abrufen.  

Bei Fragen zum Urheberrecht und zur Ausgestaltung von Verträgen können Sie sich auch gern direkt an das Team der Rechtsabteilung wenden, Telefon:  069 / 1306-314, E-Mail: rechtsabteilung@boev.de