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Wirtschaftszahlen

Der deutsche Buchmarkt erwirtschaftete im Jahr 2009 einen Umsatz von rund 9,7 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen - gegenüber dem Vorjahr waren das 0,8 Prozent mehr.

Nach wie vor der bedeutendste Vertriebsweg für Bücher ist der stationäre Sortimentsbuchhandel. Er erwirtschaftet mit einem geschätzten Umsatz von knapp 5,1 Milliarden Euro 52,3 Prozent des gesamten Buchumsatzes. Der Direktvertrieb der Verlage an Endkunden folgt an zweiter Stelle mit 18,3 Prozent, hier wurden 2009 rund 1,8 Milliarden Euro umgesetzt. Auf den Versandbuchhandel, einschließlich Internet, entfielen mit 1,5 Milliarden Euro 15,5 Prozent des geschätzten Umsatzes, auf Warenhäuser 2,4 Prozent (0,23 Milliarden Euro) und auf Buchgemeinschaften 2,3 Prozent (0,22 Milliarden Euro). Sonstige Verkaufsstellen sind mit 9,3 Prozent (0,9 Milliarden Euro) am Gesamtumsatz beteiligt.

Die Umsätze der Verlage stiegen im Jahr 2009 um 3,8 Prozent. Die Veränderungsrate im Anzeigengeschäft lag bei minus 14,8 Prozent. Im Kerngeschäft Buch konnten 5,7 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet werden. Der größte Sprung gelang den Online-Diensten mit plus 20,8 Prozent. Bezogen auf den Gesamtumsatz spielen sie allerdings nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Der Sortimentsbuchhandel, der in den vergangenen Jahren verstärkt von Konzentrationsentwicklungen geprägt ist, erreichte 2009 eine schwarze Null von plus 0,1 Prozent.

Von stetem Wachstum geprägt ist der Online-Buchhandel. So lag 2009 der geschätzte Internet-Umsatz bei mehr als 1,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Umsatzanteil von 12,2 Prozent am Buchmarkt und einer Steigerung von 16 Prozent. Die Dynamik im Netz ist offensichtlich  ungebrochen. 2008 stieg der Umsatz in diesem Bereich um 20 Prozent.

Aktuelle Entwicklung: Juli 2010

Mit einem soliden Plus von 2,1 Prozent schlossen die Vertriebswege Sortiment, Warenhaus und E-Commerce den Juli im Vergleich zum Vorjahr ab, nachdem der Juni von einem Umsatzrückgang geprägt war.  Die kumulierte Umsatzentwicklung in diesem Jahr entspricht damit in etwa der im vergangenen Jahr, sie liegt bei minus 0,2 Prozent. Nicht ganz so gut sehen die Zahlen für den Sortimentsbuchhandel aus, hier liegt die Umsatzentwicklung im Juli bei minus 0,1 Prozent, also etwa auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Kumuliert führt dies zu einem Umsatzrückgang in den ersten sieben Monaten von 3,5 Prozent. Der Rechnungsumsatz lag im Juli mit 1,9 Prozent im Plus.

Editionsformen

Verantwortlich für das Juli-Plus waren bei den Editionsformen die Hardcover mit einem Umsatzplus von 2 Prozent und die Taschenbücher mit 3,2 Prozent, ein klares Minus weisen in diesem Monat die Hörbücher mit minus 4,2 Prozent auf.

Warengruppen

Die Urlaubszeit und der frühe Beginn der Sommerferien spiegelt sich in der sehr unterschiedlichen Entwicklung bei den Warengruppen wieder: Ausschlaggebend für das Umsatzplus ist insbesondere die Belletristik mit einem Umsatzanstieg von 9,5 Prozent. Am Strand und in den Bergen sind Romane besonders gefragt. Nach einem Minus im Vormonat war die Warengruppe Reisen mit 1,2 Prozent im Juli ebenfalls im Plus. Ein positives Vorzeichen weist die Warengruppe Geisteswissenschaften, Kunst, Musik auf (0,2 Prozent). Bei allen anderen Warengruppen war die Umsatzentwicklung rückläufig: Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (minus 9,8 Prozent), Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (minus 8,1 Prozent), Ratgeber (minus 3,4 Prozent), Sachbuch (minus 3,4 Prozent), Kinder- und Jugendbücher (minus 0,2 Prozent).

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Info

Warengruppen

Titelproduktion

Im Jahr 2009 haben die Verlage ihre Titelproduktion zum zweiten Mal hintereinander leicht gedrosselt. Die Zahl der Neuerscheinungen sank um 1,2 Prozent auf 93.124 Novitäten.

Lizenzen und Übersetzungen

Die Zahl der Übersetzungen ist leicht gesunken. 2009 haben die deutschen Verlage 11.800 Bücher aus anderen Sprachräumen auf den Markt gebracht, knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Bezogen auf alle Neuerscheinungen, die in Deutschland 2009 neu auf den Markt gekommen sind, liegt  der Anteil der Übersetzungen mit 12,7 Prozent etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Das Lizenzgeschäft ist nach stetigen Zuwachsraten in den Jahren zuvor seit 2008 rückläufig. Deutsche Verlage haben 2009 mit ausländischen Partnern 6.278 Lizenzverträge abgeschlossen, 17,5 Prozent weniger als 2008. Wichtige Lizenzpartner sind Polen und die Tschechische Republik, auf Rang zwei liegt in diesem Jahr wieder China mit 491 Lizenzen.