Inventur im Buchhandel

Inventur ist die mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögens- und Schuldwerte eines Unternehmens. Handels- und Steuerrecht verpflichten alle Kaufleute mindestens einmal im Jahr, häufig zum Ende des Kalenderjahres, sowie bei Eröffnung oder Übernahme eines Betriebes bzw. bei Geschäftsaufaufgabe zu einer vollständigen Warenbestandsaufnahme.

In einem Handelsbetrieb ist der wichtigste Bestandteil der Inventur die Liste der zum Stichtag vorhandenen Warenbestände. Soweit nicht durch eine laufende Fortschreibung - mit mindestens einmal pro Jahr für jeden Titel vorgenommenem Abgleich zwischen Buch- und Istbeständen - die Mengen bekannt sind, ist dazu eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen. Um die Inventur möglichst reibungslos und schnell durchführen zu können, sollten die Arbeiten sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Eine schriftliche Organisationsanweisung und die Verwendung von vorschriftsmäßigen Aufnahmeformularen erleichtern die Durchführung.

Die Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main hatte das bis dato geltende Merkblatt zur Inventur im Sortimentsbuchhandel Anfang des Jahres 2010 formell aufgehoben. Der Sortimenter-Ausschuss hat daraufhin über zwei Jahre intensiv dafür gekämpft, dass der Buchhandel wieder eine zuverlässige und praktikable Auslegungsregel erhält. Mit dem nunmehr zuständigen Bayerischen Landesamt für Steuern konnte insbesondere der pauschale Abschlagsatz i.H.v. 60% ausgehandelt und gleichzeitig verpflichtende Einzelbewertungen verhindert werden. Diese Auslegungsempfehlungen hat das Bayerische Landesamt für Steuern 2012 in ein neues Sortimenter-Merkblatt aufgenommen.

Der Sortimeter-Ausschuss hat dazu weiterhin eine ausführliche Erläuterung zum Download herausgegeben.

2010 hatte der Sortimenter-Ausschuss auf Basis der Ergebnisse einer Sortimenter-Befragung in einer Stellungnahme auf die Notwendigkeit einer verbindlichen Bewertungspraxis hingewiesen. 

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