Der Buchmarkt in Deutschland

Umsätze und Umsatzanteile

Quelle: „Buch und Buchhandel in Zahlen 2016“, Hrsg.: Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., Frankfurt am Main: Juli 2016.

Die Buchbranche schloss das vergangene Jahr mit einem leichten Minus ab: Die Einnahmen sind um 1,4 Prozent gefallen – von 9,32 auf 9,19 Milliarden Euro. Im Vergleich der letzten zehn Jahre zeigt sich, dass die nominalen Umsätze der Branche stabil geblieben sind.

Der stationäre Buchhandel bleibt der wichtigste Vertriebsweg für Bücher. Mit einem Umsatz von knapp 4,43 Milliarden Euro hat er aber im Vergleich zum Vorjahr 3,4 Prozent eingebüßt. (2014: 49,2 Prozent, 2013: 48,6 Prozent, 2005: 54,8 Prozent).

Der Internetbuchhandel konnte seine letztjährigen Verluste wettmachen. Er erwirtschaftete letztes Jahr 1,6 Milliarden Euro, ein Plus von 6,0 Prozent. Diese Summe macht einen Anteil am Gesamtumsatz von 17,4 Prozent aus. In diesen Zahlen sind nicht nur die Einnahmen des Marktführers Amazon enthalten, sondern auch die Online-Umsätze des stationären Sortiments.

Die Verlage konnten in ihrem Direktgeschäft leicht zulegen. Mit 1,92 Milliarden Euro können sie ein Plus von 0,8 Prozent verbuchen.

Und so setzt sich der Gesamtumsatz komplett zusammen:

  • Sortimentsbuchhandel 4.427 Mio. Euro (48,2 %),
  • Verlage direkt 1.919 Mio. Euro (20,9 %),
  • Internetbuchhandel 1.602 Mio. Euro (17,4 %),
  • sonstige Verkaufsstellen 931 Mio. Euro (10,1 %),
  • Versandbuchhandel 118 Mio. Euro (1,3 %),
  • Warenhäuser 113 Mio. Euro (1,2 %),
  • Buchgemeinschaften 77 Mio. Euro (0,8 %).

Preisentwicklung

Der Durchschnittspreis fürs gedruckte Buch ist 2015 gesunken – auch ein Grund für den Umsatzrückgang der Branche. Den sinkenden Durchschnittspreisen stehen steigende Kosten in den Buchhandöungen und Verlagen gegenüber.

Auch die Preise für E-Books sind im Schnitt gesunken, um 26 Cent auf 6,82 Euro.

Bücher waren in den vergangenen Jahren teilweise von der allgemeinen Aufwärtsbewegung der Verbraucherpreise abgekoppelt. Das Jahr 2012, in dem die Buchpreise (plus 1,9 Prozent) mit den Verbraucherpreisen (plus 2,0 Prozent) nahezu gleich ziehen konnten, brachte die Wende. 2014 kletterten die Preise für Bücher um 1,8 Prozent nach oben (Vergleich: Verbraucherpreise plus 0,9 Prozent). Der Durchschnittsladenpreis der Neuerscheinungen (alle Sachgruppen zusammen betrachtet) betrug letztes Jahr 26,20 Euro.

Das E-Book in Deutschland: Umsatz und Absatz

2015 haben E-Books 4,5 Prozent zum Buchumsatz beigetragen (2014: 4,3 Prozent; 2013: 3,9 Prozent; privater Bedarf ohne Schulbuch), damit ist der Absatz um 4,7 Prozent gestiegen (2014: plus 7,6 Prozent; 2013: 60,5). Die verkauften E-Books lassen sich in Stückzahl erfassen: letztes Jahr gingen 27,0 Millionen E-Books an die Kunden, im Vorjahr waren es 24,8 Millionen. Betrachtet man Umsatzkurve und Absatzkurve im Vergleich, wird deutlich, dass der Umsatz dem Absatz hinterherhinkt. Das liegt am gesunkenen Durchschnittspreis.

                                             
Beim E-Book gilt, analog zum Printbuch, die Buchpreisbindung. Der feste Ladenpreis erhält die Vielfalt im Buchhandel schützt vor einem ruinösen Wettbewerb im Internet. Erscheint ein Titel in unterschiedlichen Ausgaben, etwa als Hardcover, als Taschenbuch, als E-Book, dürfen die Preise zwischen den einzelnen Formaten variieren. Läuft der Absatz eines Buches nicht so gut wie erwartet, haben Verlage die Möglichkeit, den Ladenpreis zu reduzieren.

Siehe www.boersenverein.de/preisbindung.

Buchproduktion

Im Jahr 2015 sind wieder mehr Bücher auf den Markt gebracht worden als im Vorjahr. Nachdem 2014 der niedrigste Wert seit zehn Jahren gemessen wurde, kommen die neu- und Erstauflagen 2015 in der Summe auf 89.506 Titel. Das sind knapp 2.400 Titel mehr als im Vorjahr.

Titelproduktion nach Sachgruppen

Die meisten Novitäten (= Erstauflagen) gehen 2015 wieder auf das Konto der Belletristik, die 18,5 Prozent zur Gesamtproduktion beigesteuert hat, das sind alles in allem 14.165 Titel (2014: 14.111 Titel).

Auf Platz 2 folgt traditionell die Deutsche Literatur, die gesondert ausgewiesen wird (auch wenn es Überschneidungen geben dürfte) und, anders als die rein belletristische Kategorie, unter anderem auch literaturwissenschaftliche Titel bündelt. Sie stellt mit 10.638 Titeln einen Anteil von 13,9 Prozent.

Die dritte Position gehört, analog zu den Vorjahren, dem Kinder- und Jugendbuch, das jetzt einen Rekordwert von 9.081 Erstauflagen zur Jahresproduktion beisteuert. Das ist ein Anteil von 11,9 Prozent.

Das Schulbuch liegt mit 4.353 Titeln auf dem vierten Platz. Dieses Segment ist größeren Schwankungen unterworfen, weil die Schulpolitik Einfluss auf die Titelproduktion hat.

Übersetzungen ins Deutsche

2015 sind 10.179 Werke aus anderen Sprachen ins Deutsche übersetzt oder als solche neu aufgesetzt worden. Das sind gut 630 weniger als 2014. Der Anteil von übersetzen Büchern (Erst- und Neuauflagen) an der Gesamtzahl beträgt 11,4 Prozent. Herkunftssprachen der Übersetzungen 2015: Englisch (6.031 Titel), Französisch (1.131 Titel), Japanisch (628 Titel), Italienisch (272 Titel) und Schwedisch (270 Titel).

Lizenzgeschäft

Letztes Jahr wurden genau 7.521 Lizenzen in andere Länder verkauft. Damit liegt das Lizenzgeschäft deutlich über dem Vorjahresniveau (plus 16,7 Prozent).

Wichtigste Warengruppe ist hierbei das Kinder- und Jugendbuch (2.677 Lizenzen).

Lizenzvergaben 2015 nach Ländern:

  • China (1.512 Lizenzen),
  • Spanien (412 Lizenzen),
  • Italien (409 Lizenzen),
  • Polen (367 Lizenzen),
  • Tschechische Republik (336 Lizenzen),
  • Südkorea (333 Lizenzen) und
  • Frankreich (306 Lizenzen).
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Buchhandel in Zahlen

Das jährlich erscheinende Kompendium "Buch und Buchhandel in Zahlen" ist das zentrale Nachschlagewerk für Wirtschaftszahlen der Buchbranche. Zahlen, Fakten und Analysen zur Produktion und zum Vertrieb von Büchern sowie zum Lese- und Kaufverhalten auf einen Blick:

www.mvb-online.de/bubiz