Der Buchmarkt in Deutschland: Zahlen & Fakten

Quelle: „Buch und Buchhandel in Zahlen 2014“, Hrsg.: Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., Frankfurt am Main: Juli 2014

Umsatz

Alles in allem haben Buchhandlungen und Verlage im vergangenen Jahr 9,536 Milliarden Euro mit Büchern und Fachzeitschriften umgesetzt (Vorjahr: 9,520 Milliarden Euro). Nach zwei Jahren unter negativen Vorzeichen meldet die Branche damit 2013 wieder stabile Einnahmen – mit leichter Tendenz nach oben (0,2 %).

Die stationären Buchhandlungen setzten 2013 4,639 Milliarden Euro um – 0,9 % mehr als im Vorjahr! Dagegen legte der E-Commerce nach starken Zuwachsraten der Vorjahre zum ersten Mal einen Rückwärtsgang ein: -0,5 %.

E-Books sind im Geschäftsalltag angekommen. 77 % aller Buchhandlungen führen digitale Bücher im Sortiment, 65 % der Verlage bieten entsprechende Titel in ihren Programmen an. Der E-Book-Umsatzanteil ist gewachsen, allerdings nicht mehr so rasant wie in den Vorjahren. Ihr Umsatzanteil beträgt 2013 3,9 %.

Damit, dass Gedrucktes und junge digitale Formate in dielen Verlagsprogrammen eine friedliche Koexistenz führen, scheinen die deutsche Verlage gut zu fahren. Ihre Umsätze sind auch 2013 wieder leicht gestiegen – und zwar, wie bereits im Vorjahr, wieder um 0,8 %. Damit stehen die Zeichen für die Verlagssparte weiter auf Wachstum.

Die Zahlen für 2013 bescherten dem stationären Buchhandel bei der Umsatzentwicklung einen Silberstreif am Horizont. Die drei Jahre zuvor waren nicht leicht gewesen: 2010 gingen die Einnahmen um 2,8 % zurück, 2011 um 3,0 %, 2012 schlug sogar ein Minus von 3,7 % zu Buche. Das Jahr 2013 markiert bei dieser Entwicklung einen bemerkenswerten Wendepunkt: Zum ersten Mal schnitt der stationäre Buchhandel deutlich besser ab – und der Online-Buchhandel fiel zurück. Das Sortiment setzte 2013 0,9 % mehr um als im Vorjahr.

Die umsatzstärkste Warengruppe im Sortimentsbuchhandel ist und bleibt die Belletristik, die 23 % aller Einnahmen stellt, wenn man Hardcover und Taschenbuch zusammenrechnet. Das Hardcover konnte seit letztem Jahr einen Prozentpunkt zulegen. Den zweiten Platz hinter der Belletristik teilen sich in der Statistik für 2012 gleich drei Kategorien mit je 11 %: das Kinder- und Jugendbuch, Bücher rund um die Schule und Lernen und das nicht-buchhändlerische Sortiment (Non-Books).

Preisentwicklung

Die Bundesbürger mussten im vergangenen Jahr zwar tiefer ins Portemonnaie greifen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten – doch mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,6 % blieb die Teuerungsrate 2013 deutlich hinter den beiden Vorjahreswerten zurück (2012: 2,0 %, 2011: 2,1 %). Vor allem Nahrungsmittel wirkten hier als Preistreiber.

Bücher waren in den vergangenen Jahren von der allgemeinen Aufwärtsbewegung der Verbraucherpreise teilweise abgekoppelt. Einen Schub nach oben erhielt es 2013: Das Buch sicherte sich mit einem Preisanstieg um 2,6 % einen veritablen Vorsprung vor den gesamten Verbraucherpreisen.

Nach Sachgruppen aufgeschlüsselt ist der Durchschnittspreis für Novitäten im Bereich Naturwissenschaften und Mathematik mit 53,07 € am höchsten. Die belletristischen Neuerscheinungen liegen bei 14,05 € unter dem Durchschnittspreis von 26,76 €.

E-Books

Das E-Book-Geschäft in Deutschland wächst weiter, hat im vergangenen Jahr jedoch etwas an Schwung eingebüßt. 2013 haben E-Books 3,9 % zum Buchumsatz des Publikumsmarktes beigetragen. Damit ist der Markt für digitale Bücher weiter gewachsen und zwar um mehr als 60 % - allerdings nicht mit der Schubkraft des Vorjahres, als sich der Umsatzanteil verdreifacht hatte. 2013 sind 21,5 Millionen E-Books abgesetzt worden.

Titelproduktion allgemein

Die Gesamtzahl der in Deutschland erschienenen Bücher (Erst- und Neuauflagen) zieht nach einer kurzen Atempause im Vorjahr wieder an. Das gilt auch und vor allem für die echten Novitäten (= Erstauflagen). 2013 sind exakt 96.600 Titel herausgekommen, ein Plus von 2,7 % im Vergleich zu 2012. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich, dass die Branche unter dem Strich sehr produktiv war, denn alles in allem liegt das Titelvolumen 2013 um 8,2 % über dem Level des Jahres 2004. Das lässt sich aus dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) und der Deutschen Nationalbibliografie ablesen.

Titelproduktion nach Sachgruppen

Die meisten Novitäten (= Erstauflagen) gehen 2013 auf das Konto der Belletristik, die 19,1 % zur Gesamtproduktion beigesteuert hat, das sind alles in allem 15.610 Titel.

Auf Platz 2 folgt traditionell die Deutsche Literatur, die gesondert ausgewiesen wird (auch wenn es Überschneidungen geben dürfte) und, anders als die rein belletristische Kategorie, unter anderem auch literaturwissenschaftliche Titel bündelt. Sie stellt mit 11.894 Titeln einen Anteil von 14,5 %.

Die dritte Position gehört, analog zu den Vorjahren, dem Kinder- und Jugendbuch, das jetzt 8.268 Erstauflagen zur Jahresproduktion beisteuert und damit gegenüber dem Vorjahr wieder 5,2 % wettgemacht hat.

Das Schulbuch liegt mit einem Anteil von 5,5 % auf dem vierten Platz. Diese Sachgruppe hat im Vergleich zum Vorjahr den größten Satz gemacht: Mit einem Plus von 51,7 % steuert sie 4.522 Titel bei.

Außenhandel mit Büchern und Zeitschriften

Deutschlands Exportgüter sind Kraftwagen und Kraftwagenteile: Sie stellen mit einem Volumen von 190 Milliarden rund 17,4 % des gesamten Exports. Auf Platz 2 folgen Maschinen (163 Milliarden Euro, 14,9 %) und auf Platz 3 Chemische Erzeugnisse (106 Milliarden Euro, 9,6 %).

Der Buchhandel bewegt sich in einer viel kleineren Größenordnung. Zahlen liegen bislang nur bis zum Jahr 2012 vor und weisen ein Volumen von 2 Milliarden Euro aus.

Grundsätzlich ist der Export von Gegenständen des Buchhandels (= Bücher, Bilderbücher, Zeitschriften, Noten und Kartografische Erzeugnisse) etwa doppelt so stark wie der Import.

Die drei wichtigsten Herkunftsländer für die Einfuhr von Büchern und Bilderbüchern sind Großbritannien, China und Frankreich. Die drei wichtigsten Abnahmeländer sind Österreich, Schweiz und Großbritannien.

Übersetzungen ins Deutsche

Englisch ist unangefochten die wichtigste Sprache bei den Übersetzungen. 2013 stellten Bücher aus dem angloamerikanischen Sprachraum 63,9 % aller Übersetzungen – nachdem sie 2012 einen Anteil von 67,6 % erobert hatten. Auf Platz zwei folgen Französisch und auf Platz drei Japanisch.

Lizenzgeschäft

Genau 6.466 Werke „Made in Germany“ haben im vergangenen Jahr die deutschen Grenzen hinter sich gelassen und eine Reise rund um den Globus angetreten. Wichtigste Warengruppe ist hier das Kinder- und Jugendbuch mit 2.357 Lizenzen (36,5 %). Die Verlage haben sich international einen guten Ruf aufgebaut. Auf die Belletristik entfielen 1.146 Lizenzen (17,7 %). Platz drei gehört den Ratgebern – mit 987 Lizenzen sichern sie sich einen Anteil von 15,3 % am Rechtehandel.

Die drei wichtigsten Länder für die Lizenzvergabe ins Ausland sind China (998 Lizenzen), Spanien (457 Lizenzen) und Italien (363 Lizenzen).

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Buchhandel in Zahlen

Das jährlich erscheinende Kompendium "Buch und Buchhandel in Zahlen" gibt einen aktuellen und umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage des Buchhandels. Es enthält entscheidungsrelevante betriebswirtschaftliche Kennzahlen, Daten zu Buchproduktion und Preisentwicklung ebenso wie Informationen zum Waren- und Rechtehandel mit dem Ausland.

Preis: 39,50 Euro
ISBN 978-3-7657-3233-1

Branchen-Monitor BUCH

Umsätze, Warengruppen, Vertriebswege - der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bietet seit Februar 2004 regelmäßig einen fundierten Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung im Buchhandel. Branchen-Monitor BUCH (BMB) heißt der monatliche E-Mail-Newsletter, den der Verband in Zusammenarbeit mit dem Baden Badener Marktforschungsunternehmen Media Control GfK International erstellt.