Wie finden Verlage Autoren und Bücher?

Täglich gehen in Verlagen ungezählte Manuskripte ein. Sie werden gesichtet und geprüft, also daraufhin durchgesehen, ob sie in das Programmprofil passen und sich dafür Chancen am Markt abzeichnen. Diese Aufgabe fällt in einem Verlag der Abteilung Lektorat / Redaktion zu. Darüber hinaus beobachten Lektoren und Redakteure intensiv die Entwicklung in ihrem Themengebiet bzw. die literarische Szene.

Im Ausland übernehmen diese Rolle für Publikumsverlage häufig auch so genannte Scouts. Sie geben frühzeitig Hinweise auf Titel und Autoren, die auch für den deutschen Markt von Bedeutung sein können. Die Scouts kennen in der Regel die programmatische Ausrichtung des Verlags, für den sie arbeiten, sie werden ihm also nur Autoren, Titel oder Themen nennen, die auch zur Linie des Verlags passen. Im internationalen, zunehmend aber auch im nationalen Markt, treten auch Literaturagenten als Mittler zwischen Autoren und Verlagen auf. Die inhaltliche Ausrichtung des Verlags und dessen Reputation innerhalb seines Marktsegments sind Kriterien, die Agenten bei ihrer Auswahl berücksichtigen.

Verlage sind in der Regel an einer dauerhaften Partnerschaft mit ihren Autoren interessiert. Nur so lassen sich Vermarktungskonzepte und -strategien entwickeln, die darauf abzielen, nicht nur das jüngste Buch, sondern das gesamte Werk des Autors über lange Zeit am Markt zu halten (Pflege der Backlist) und somit auch für den Autor den bestmöglichen ökonomischen Erfolg zu erzielen. Oft genug stützt der Verlag den Autor auch dann, wenn ein Titel nicht ähnlich hohe Erfolgsaussichten erwarten lässt wie ein Vorgängertitel. Die ökonomischen Interessen des Verlags treten dabei eindeutig in den Hintergrund; die Beziehung zum Autor, die Wertschätzung, die ihm entgegengebracht wird, steht vor dem Denken in rein wirtschaftlichen Kategorien.