Was leisten Verlage?

Mit der Leistung des Theaters vergleicht der Kinderbuchverleger Ulrich Störiko-Blume die Leistung des Verlags: "Diese bringen Tragödien, Komödien oder Tragikomödien auf die Bühne, finden eine Inszenierung, engagieren die Schauspieler und bringen sie durch die Person des Regisseurs in Form, sie werben dafür und holen die Zuschauer ins Haus. Verlegen heißt: ausgewählten Büchern ihre Chancen verschaffen. Das verlangt als erstes die Auswahl, die sich – nach Prüfung der thematischen, inhaltlichen und stilistischen Qualität des Werkes – an Verlagsprofil, Neigung und Interesse der Programmverantwortlichen orientiert. Dann bringt man den Rohstoff namens “Manuskript” in eine vervielfältigungsfähige Form: klarer Aufbau, gute Sprache, angenehmes Satzbild, gelungene Verpackung."

Verlage steigern durch ihre Arbeit den Wert einer geistigen Schöpfung. Sie schaffen durch ihre Professionalität einen verlässlichen Rahmen für Autoren und Bücher und deren bestmögliche Vermarktung. Das gilt für Publikums- und Wissenschaftsverlage gleichermaßen. "Vor allem anderen sind wissenschaftliche Verleger dafür da, ihren Autoren eine hochentwickelte Struktur von Dienstleistungen zu bieten, die das Fachwissen dieser Autoren ins rechte Licht setzen und ihm weltweit die richtige Sichtbarkeit verschaffen", hat der amerikanische Wissenschaftsverleger John F. Dill ("Die schöpferische Rolle der wissenschaftlichen und Fachverlage", IVU, 1994) einmal sein berufliches Selbstverständnis beschrieben.