Wie wird ein Buch kalkuliert?

Zwei grundsätzliche Annahmen bilden die Basis für die Kalkulation: Wieviele Exemplare lassen sich von dem geplanten Buch absetzen und zu welchem Preis kann es verkauft werden. Auf dieser Basis wird die Vorkalkulation vorgenommen: Die Herstellungsabteilung ermittelt, welche Kosten anfallen, um das Buch zu produzieren und auf den Markt zu bringen. So lässt sich berechnen, ob die Erlöse die Kosten übersteigen, also ein Gewinn zu erwarten ist. In einer ersten Phase ist die Vorkalkulation eine Machbarkeitsstudie. Im Laufe des Produktionsverfahrens, wenn also das Manuskript abgegeben ist, der Umfang genau berechnet werden kann und der Preis endgültig festgesetzt ist, schälen sich die Kostenfaktoren immer deutlicher heraus.

Ob die Annahmen über den Verkaufserfolg zutreffend waren, zeigt jedoch erst die Nachkalkulation nach Erscheinen des Titels. Im Gegensatz zur Vorkalkulation erfolgt sie auf der Basis der tatsächlich erwirtschafteten Zahlen.

In der Kalkulation müssen sämtliche Kosten berücksichtigt werden, die im Verlag anfallen: Vom festgelegten Ladenpreis werden die Mehrwertsteuer und die Rabatte abgezogen, die der Verlag dem Zwischenbuchhandel und seinen Partnern im verbreitenden Buchhandel einräumen muss, das Honorar für den Autor, den Übersetzer, Herausgeber und gegebenenfalls Illustrator, schließlich die Kosten für die Herstellung (Lithografie, Satz, Papier, Druck, Bindung) und die Ausgaben für Werbung, Auslieferung und die Provision der Verlagsvertreter. Neben diesen Einzelkosten, die direkt einem bestimmten Titel zugeordnet werden können, gibt es die so genannten Gemeinkosten, also die Gehälter für das Verlagspersonal, Miete und technische Kosten. Auch sie müssen schließlich über den Verkauf der Produkte, also der Bücher, erwirtschaftet werden.