Carola Müller (Vandenhoeck & Ruprecht)

Verlage sorgen für Qualität in der Literatur. Sie beherrschen das Handwerk, Bücher herzustellen und sie weltweit lieferbar zu machen.

Das weiß grundsätzlich jeder. Zumindestens wer hinguckt und es wahrnehmen will.

Aber was man nicht sofort sieht, ist das, was hinter den Kulissen passiert. Wieviele Handgriffe und Kenntnisse nötig sind, um die einmal produzierten Bücher auffindbar oder gar bekannt zu machen.

Jeder Titel wird in unterschiedlichen Datenbanken angemeldet, wo er recherchiert werden kann: vom Händler, vom Endkunden, im Großhandel, in Forschungsinstitutionen, in Webshops. Die Titeldaten werden regelmäßig gepflegt und aktuell gehalten.

Ständig gibt es neue Möglichkeiten, im Internet zu interessanten Portalen und Websites zu verlinken. Auch diese Links wollen geprüft und aktuell gehalten werden.

Kataloge werden produziert und an handverlesene, über Jahrzehnte aufgebaute Adressbestände verschickt.

Mit dem Handel muss gearbeitet werden. Gerade spezialisierte Literatur wird nicht von selbst vom Buchhändler bestellt und präsentiert. Der Außendienst berät hinsichtlich der optimalen Sortimentszusammenstellung vor Ort, plant mit dem Händler Marketingmaßnahmen und stimmt diese auf die eigenen Aktivitäten des Verlages ab.

Die Fachpresse ist zu informieren, was für sie von Interesse sein könnte. Hunderte von Leseexemplaren werden jährlich zur Verfügung gestellt, um Rezensenten die Möglichkeit zugeben, Titel zu prüfen und zu besprechen. Gehen die Buchbesprechungen im Verlag ein, werden sie den Autoren zur Verfügung gestellt und für die Werbung archiviert.

Und dann die Lagerführung: verkauft sich ein Titel gut, muss er rechtzeitig nachproduziert werden, damit sich all die Mühe, Nachfrage herzustellen, auch lohnt und jede Bestellung bedient werden kann. Verkauft sich ein Titel nicht wie erwartet, muss nachgeworben werden, damit die potenziellen Leser von ihm erfahren und überzeugt werden. Ausstellungen, Messen, Fachkonkresse und Tagungen, Schulungsveranstaltungen und Präsentationen werden besucht, um die Kunden zu erreichen, für die wir arbeiten.

All das und vieles mehr passiert laufend hinter den Kulissen eines Verlages jenseits der Arbeit mit dem Autor, am Text und an der Gestaltung. Das ist gut so und muss so sein, weil ein Verlag nunmal mehr ist als ein Lager von bedrucktem Papier oder ein Server, wo jeder einstellen kann, was er mag und jeder zugreift, der es zufällig findet.

Das zum Beispiel leisten Verlage.