Ulrich Störiko-Blume (Boje Verlag)

Verlage leisten für Bücher das, was Theater für Theaterstücke leisten: Diese bringen Tragödien, Komödien oder Tragikomödien auf die Bühne, finden eine Inszenierung, engagieren die Schauspieler und bringen sie durch die Person des Regisseurs in Form, sie werben dafür und holen die Zuschauer ins Haus.

Verlegen heißt: ausgewählten Büchern ihre Chancen verschaffen. Das verlangt als erstes die Auswahl, die sich –- nach Prüfung der thematischen, inhaltlichen und stilistischen Qualität des Werkes –- an Verlagsprofil, Neigung und Interesse der Programmverantwortlichen orientiert. Dann bringt man den Rohstoff namens ”Manuskript” in eine vervielfältigungsfähige Form: klarer Aufbau, gute Sprache, angenehmes Satzbild, gelungene Verpackung.

Vielleicht lässt es sich so auf eine Formel verdichten: Bücher sollen den Autoren Öffentlichkeit und den Lesern private geistige Bereicherung verschaffen. Um nicht im Meer der Austauschbarkeit unterzugehen, sollte man sich an die Maxime halten: Erfolgreiche Bücher macht man nicht nach, sondern vor."