Zukunftsstudie

Studie "Die Zukunft des deutschen Sortimentsbuchhandels"

Die positive Kernaussage der "Zukunftsstudie"lautet: Das unabhängige Sortiment insgesamt ist momentan recht gut aufgestellt. Abstriche gibt es zwar in der betriebswirtschaftlichen Analyse, da hier bei einigen Unternehmen unterm Strich ein Minus steht. Aber viele, vor allem zufriedene Stammkunden, ein guter Service und ein ausgewogenes Sortiment waren und sind die Stärken unabhängiger Buchhandlungen. Gleichwohl muss der Status Quo nicht zwingend ausreichen, um mittel- und langfristig erfolgreich zu bleiben. Wettbewerb, neue Prozesse und Produkte im Buchhandel, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die demografische Entwicklung verändern Markt und Zielgruppen des Buchhandels. Gerade das unabhängige Sortiment muss sich daher sinnvoll, angemessen und nachhaltig wirksam auf die zukünftigen Bedingungen sowie die Erwartungen der Kunden an den Buchhandel einstellen. Die vorliegende Studie ist eine von vielen Hilfsmitteln und Informationen, die der Börsenverein seinen Mitgliedern zur Verfügung stellen kann, um sich bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten.

Die Studie gliedert sich inhaltlich in drei Kernbereiche. Neben einer betriebswirtschaftlichen Analyse, die im Wesentlichen dem jährlichen Jahresbetriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung (IfH) entspricht, geht die Studie auch auf die klassischen Erfolgsfaktoren Kundenzufriedenheit und Standort ein. Während die 55 Teilnehmer der »Zukunftsstudie« sehr konkrete, auf die individuelle Situation des eigenen Betriebes ausgerichtete Analysen und Handlungsempfehlungen erhalten, orientiert sich die Gesamtauswertung an den Durchschnittswerten aller Teilnehmer und trifft daher eher zusammenfassende und allgemeine Aussagen. Einige Aspekte sind dabei durchaus neu und mitunter erstaunlich, andere wiederum bestätigen bisher unbelegte Annahmen über Erfolgs- bzw. Misserfolgsfaktoren im Buchhandel. „Ein langfristig erfolgreiches Bestehen des deutschen Sortimentsbuchhandels erfordert in zunehmenden Maße Kreativität und Engagement der Buchhändler und ihrer Mitarbeiter“, fasst das IfH die Empfehlungen aus der Studie zusammen. Dabei gelte es, so das IfH, die gegenwärtigen Stärken herauszustellen und offensiv zu kommunizieren sowie neue Branchenentwicklungen als Chance zu begreifen.

Eine positivere und vor allem selbstbewusste Einschätzung eigener Dienstleistungen stünden dem unabhängigen Buchhandel dabei sehr gut zu Gesicht. Denn: während die Buchhändler zu Protokoll geben, dass mehr als 40 Prozent der Buchhandelskunden große Sortimente bevorzugen, sehen ihre Kunden die Sache offenbar ganz anders. Gerade mal 12 Prozent von 5 500 befragten Verbrauchern stimmen der Aussage zu, dass Großflächen generell bessere Karten haben. Zudem bezeichnen sich 74 % der befragten Kunden als Stammkunden der jeweiligen Buchhandlung. Die Anforderungen der Kunden an einzelne Dienstleistungen (z.B. Freundlichkeit, Reaktionszeit, Reklamationen, telefonische Erreichbarkeit etc.) sind zwar verhältnismäßig hoch, werden von den Buchhandlungen jedoch in beinahe allen Bereichen mehr als erfüllt. Gerade kleinere Buchhandlungen überzeugen auch durch ihr Flair. Angenehme Atmosphäre und Übersichtlichkeit bezeichnen nahezu alle Kunden als wichtig. Wem die Atmosphäre zusagt, der bleibt im Schnitt 15 Minuten im Laden, wem es dort nicht gefällt, der verlässt das Geschäft nach zehn Minuten wieder. E-Book-Downloads und Social-Media-Netzwerke wie Twitter oder Facebook spielen  jedoch derzeit keine große Rolle für die befragten Buchhandelskunden. Die Empfehlung der Experten: Darauf sollte sich der Buchhandel bei den nachrückenden Generationen allerdings nicht verlassen.

Die komplette »Zukunftsstudie« können Mitglieder des Börsenvereins kostenlos herunterladen. Weitere Informationen liefern auch Veröffentlichungen des Instituts für Handelsforschung, sowie zwei Artikel im Börsenblatt (hier und hier). Eine anlässlich der Bankenkonferenz des Börsenvereins gehaltene Präsentation des IfH-Geschäftsführers Dr. Kai Hudetz fasst die Key-Facts der Studie kurz zusammen.