BuchCamp 2011: Communitybuilding im Buchhandel

Anett Gläsel-Maslov

Inhalt:
Community Building ist eines der gängigen Schlagworte, wenn es um die Zukunft des Sortimentsbuchhandels geht. Buchhandlungen sollen / wollen / müssen die Rolle, die sie lokal in ihren Regionen spielen, in den virtuellen Raum transportieren und dort zu Informationsvermittlern werden, die Interessengemeinschaften ein Forum bieten und an sich binden - letztlich natürlich immer auch mit dem Interesse am wirtschaftlichen Verkauf von Büchern / Medieninhalten und Nebensortimenten. Schön und gut - aber wie machen wir das?

Leitfragen:
Wie kann Vernetzung im Buchhandel aussehen? Was für eine Communitiy bilden und wie? Was sollten dabei die Ziele sein- Wertschätzund und/ oder Umsatz? Wie kann man Social Media-Arbeit machen, ohne dabei immer das konkrete Vertreibsinteresse nach außen zu tragen? Verstehen sich Kunden einer Buchhandlung als Community (auch offline)? Kann und sollte man die Offline- und die Online-Community trennen?

Ergebnisse / Erkenntnisse:
Die Social Media-Konkurrenz im Buchhandel ist sehr groß, daher ist es für die eigene Buchhandlung sinnvoll, selbst einen regionalen Ansatz bei der eigenen Social Media-Arbeit zu verfolgen, um sich so aus dem Wettkampf mit der großen Konkurrenz herauszunehmen. Darüber hinaus wäre es wichtig, dass sich die Buchhandlungen in Deutschland mehr vernetzten und gemeinsam Projekte entwickeln, wie in Frankreich das Projekt „1001 libraires“, bei dem sich viele unabhängige Buchhandlungen zu einem Online-Portal zusammengeschlossen haben. Dort können die Kunden Bücher bestellen, Rezensionen lesen und Kommentare abgeben. Das bestellte Buch kann zwar per Post zugestellt werden, jedoch ist auch die Abholung in einer Wunschbuchhandlung möglich. Der entscheidende Vorteil ist, dass viele Buchhandlungen den erforderlichen zeitlichen und finanziellen Aufwand gemeinsam tragen und nicht jeder Buchhändler mühevoll eine eigene Plattform erschaffen und verwalten muss.

Oberziel muss jedoch letztlich immer sein, dass der Kunde in die Buchhandlung kommt. Offline sollten daher Alternativen zu Lesungen geschaffen werden. Dort sind Lesekreise zwar eine Idee, jedoch gibt es solche auf privater Ebene viele und man investiert oft sehr viel ohne erkennbaren Nutzen und Wirkung.

Abschließend lässt sich sagen, dass Buchhandlungen beim Kunden in allen Formen präsent sein sollten. Bisher kennen die Kunden online nur maximal drei große Adressen zur Buchbestellung. Mit einer gemeinsamen Plattform, wie die französische „1001 libraires“, könnte dies verändert werden Zudem braucht der Buchhandel eine Strategie, wie er seine Internetpräsenz in die Köpfe der Kunden bringt. Dabei muss eine Klammer gefunden werden um das Engagement online und offline in Kunden und Käufe umzuwandeln.