BuchCamp 2011: Enhanced Books: Die Zukunft des Buches am Beispiel des multimedialen Fantasy-Epos „Der Erbe der Zeit“ (iPhone/ iPad)

Christoph Schneider

Inhalt:
Der Erbe der Zeit“ ist seit März im iTunes-Store erhältlich und hat sich bisher mehr als 1000 mal verkauft. Doch wie ist das möglich? Der Autor ist völlig unbekannt und sein Roman ein Erstlingswerk.
Die Antwort ist ganz einfach. Sein Roman unterscheidet sich von allen anderen dadurch, dass er neben dem eigentlichen Leseerlebnis noch viel mehr bietet. Soundeffekte wie das Klirren von Schwertern oder das Donnern von Blitzen lassen den geneigten Leser noch tiefer in die Welt der Magie und Wissenschaft eintauchen. Zusätzlich wurden ausgewählte Kapitel mit Songs namenhafter Bands unterlegt. Beides zusammen bietet eine einzigartige Atmosphäre, die es so bisher noch nicht gegeben hat.

Leitfragen:
Was ist der Unterschied zwischen Android und Apple-Apps? (bezüglich Bezahlung und Programmierweise) Wie werden Apps hergestellt? Was kostet es? Kann man in Bücher-Apps interaktiven Karten, Sounds und Lieder einbinden? Wie kann man Marketing für Apps betreiben und wie sollte man dies in den Verlagsalltag integrieren? Wie kann ein enhanced E-Book aussehen? Wann ist ein Buch noch ein Buch?

Ergebnisse / Erkenntnisse:
Damit sich Autoren und Verlage finanzieren können ist es wichtig Buchinhalte mehrfach zu verwerten. Eine Möglichkeit bilden hierbei Apps. Diese müssen einen Mehrwert gegenüber der Printversion bieten, um für den Kunden interessant zu sein. Man kann beispielsweise Musik im Hintergrund abspielen, passende Sounds zu Ereignissen im Inhalt des Buches abspielen oder es wäre auch denkbar Buch und Spiel zu verbinden, indem man erst das nächste Kapitel zum Lesen freischaltet, wenn der Nutzer ein weiteres Level in einem Spiel erreicht hat. Die Anreicherungen sollten dabei immer zum Inhalt passen.

Dabei sollte sich die Funktion der Verlage immer mehr zu einem reinen Dienstleister für den Autor entwickeln, der beispielsweise bei den Apps u.a. um die Herstellung der App und deren Vermarktung kümmert. Auch ein Tool, mit dem Autoren ohne Programmierkenntnisse selbst eine App mit Inhalten füllen können, wäre denkbar.