Schritt 2: Bezug und Kalkulation

In 3 Schritten zum erfolgreichen DVD-/Blu-ray-Sortiment

Bezugsmöglichkeiten

Prinzipiell besteht die Möglichkeit zwischen einem Direktbezug über Verleih- und Lizenzfirmen und dem Barsortiment zu wählen.

Die erste Variante verlangt den Aufbau eines weitreichenden Lieferantennetzwerkes und der dazugehörigen Kontaktdaten. Der Aufwand kann sich in Form von Konditionen und Kooperationsmöglichkeiten lohnen, muss aber stets gegen den erzielten Nutzen abgewogen werden.

Der Weg über das Barsortiment ist zunächst bequemer und weniger risikobehaftet. Diese verfügen meist schon über ausgebaute Lieferantenkontakte und können auf langjährige Erfahrung zurückgreifen. Für den Sortimenter ändern sich die Ansprechpartner nicht und die Fakturierung erfolgt in einem Zug. Hinzu kommt die Bestellmöglichkeit innerhalb von 24 Stunden, was als entscheidender Wettbewerbsvorteil gewertet werden muss.

Neben den Themenpaketen der Barsortimente, lohnt aber immer auch ein Blick in die Auswahl und Angebote der Verleih- und Lizenzfirmen. Eine Kombination mehrerer Bestellwege ist sinnvoll, weil es Risiko streut und Vorteile in Form von Rabatten und Zusatzmaterialen offenbart.

Bezüglich des Remissionsrecht nehmen sich die beiden Bestellwege nichts. Selbst die Programmanbieter ermöglichen mittlerweile ein unkompliziertes und weitestgehend 100%-iges Remissionsverfahren.

Preiskalkulation

Im Gegensatz zu Büchern sind DVDs nicht preisgebunden. Der Sortimenter ist in seiner Preisgestaltung also frei. Allerdings sollte er diese stets nach dem jeweiligen Standort und den Preisgrenzen der Kunden ausrichten (Schwellenpreis 9,99 Euro!). Die UVP des Herstellers ermöglicht eine erste Orientierung, um die Preiswürdigkeit des Produkts einschätzen zu lernen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zur gängigen Kalkulation beim Buch ist die Preisaufschlagsrechnung in Bezug auf Filme. Hierzu ein Beispiel:

Buchkalkulation

(Preisabschlagskalkulation)

DVD-Kalkulation

(Preisaufschlagskalkulation)

Brutto-Verkaufspreis:              9,99 €*

9,99 €

Mwst.                                         (7 % = 0,65 €)

(19 % = 1,60 €)

Netto-Verkaufspreis:               9,34 €

8,39 €

Handelsspanne (Netto):         (38 % = 3,55 €)

(25 % = 2,10 €)

Netto-Einkaufspreis:               5,79 €

6,29 €*

Brutto-Handelsspanne:          42 %

37%

*Berechnungsgrundlage
(Quelle: Mehr DVDs verkaufen für Dummies, S. 40)

Je nach Genre haben sich gewisse Preisgrenzen in Hinblick auf die Zahlungsbereitschaft der Kunden bewährt:

  • VK: 7,99 bis 9,99 Euro    Katalogtitel
  • VK: 14,99 bis 19,99 Euro    Neuheiten
  • VK: mehr als 19,99 Euro    TV-Serien/Kollektionen/Blu-rays

Andere Erfahrungen aus dem Handel sprechen pauschal von einer Kalkulation bei Direkteinkauf, die einen Aufschlag von 30 bis 35 Prozent auf den Brutto-Verkaufspreis vorsieht. Schlussendlich ist es dem Sortimenter selbst überlassen, wie er dabei vorgeht und sich erprobt.


Auszug aus „Mehr DVDs verkaufen für Dummies“, © FAM - Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Medien mbH
Der ungekürzte Ratgeber "Mehr DVDs verkaufen für Dummies", erschienen im Wiley-Verlag, kann unter info@fam-medien.de kostenfrei bezogen werden