Buchlokal – Wo Bücher verschlungen werden

Neumitglieder und Service Logo Buchlokal

Ihr Name?
Friederike Zöllner und der Name meiner Buchhandlung: Buchlokal

Was macht Ihre Firma?
Mit meinen beiden Buchhändlerinnen biete ich seit Mitte Dezember 2011 dem Publikum in Berlin Pankow auf rund 80 qm eine große Vielfalt an Titeln an; von hoch literarisch bis spannungsgeladen und unterhaltsam sowie einer besonders schönen Kinder- und Jugendbuchabteilung. Unseren Fokus setzen wir bei unserer Auswahl auf auffällige Ausstattungen, vornehmlich im Hardcover, mit bemerkenswerten Illustrationen oder Fotos – Bücher, bei denen man unweigerlich zugreift, wenn man sie sieht. Dass bei uns auch kleinere Verlage präsentiert werden, versteht sich von selbst. Um die Seller der Großverlage kommt man allerdings nicht herum, sie sind das Brot, um sich einen Auftritt wie den Unsrigen leisten zu können.

Für all unsere Bücher wurden ausgesucht schöne Regale von Hand angefertigt: ein zum Regal umgebauter Konzertflügel für die Kunstbücher und bibliophilen Ausgaben, bewegliche Buchstaben, die das Wort L E S E N bilden für die Kinderbücher und unglaublich praktische Cuben, die den Großteil der Belletristik präsentieren. Abgerundet wird unser Sortiment durch einige ausgesuchte Geschenkartikel, vornehmlich für Kinder und einen ab Januar 2012 integrierten kleinen Café-Bereich, der die Kunden zum Verweilen einlädt.

Neben dem lokalen Geschäft betreiben wir einen Webshop.

Warum sind Sie Mitglied geworden?
In den Börsenverein bin ich eingetreten, weil ich diverse Vorteile, die es nur für Mitglieder gibt, genießen kann - das sind beispielsweise die Konditionen für EC-Cash und Strom aber auch die kostenlosen Beratungen und Informationsangebote.

Auch im Besitz einer Verkehrsnummer zu sein, ist selbstverständlich von großem Vorteil, was das Handling mit den Geschäftspartnern betrifft.

Was sind für Sie persönlich die spannendsten Herausforderungen für die Buchbranche in den nächsten Jahren?
Ohne Frage, in erster Linie mein Unternehmen sicher und erfolgreich durch die Jahre zu führen.

Auf die gesamte Branche sehe ich eine Kehrtwende zukommen. Schauen Sie sich den Lebensmittel-Einzelhandel an. Kleine Läden haben wieder Zulauf, vornehmlich Bio-Läden oder Feinkostgeschäfte, daneben existieren nicht minder erfolgreich etliche Billig-Mega-Märkte, das Mittelfeld hingegen lichtet sich. Dem E-Book sehe ich relativ gelassen entgegen. Niemand hat uns in den ersten Tagen unserer Eröffnung (ab 15.12.) nach E-Readern oder E-Books gefragt – in Berlin! Dieser Markt wächst, da habe ich keinen Zweifel, nur eher parallel. Bücher sind Geschenke und unglaublich attraktiver und sinnlicher als es elektronische Erzeugnisse je sein können. Im Internet kauft man systematischer ein und das schreibe ich hier als überzeugter Internet-User.

Im Berliner Buchhandel hat es seit Mitte 2010 deutlich mehr Eröffnungen als Schließungen gegeben – größtenteils kleine, individuelle und inhabergeführte Buchläden – ein Trend, der sich hoffentlich auch in anderen Städten und Gemeinden fortsetzt und Bestand haben wird.

Über welches Branchenthema würden Sie gerne kontrovers diskutieren?
Ausbildung

Welches Buch lesen Sie gerade?
Momentan eher Vorschautexte. Auf meinem Lesetisch warten dringend: »Wurst und Wahn« von Jakob Hein, »Das Paradies« von Andrea Hanna Hünniger, »Eine Frau bei 1000°« von Hallgrimur Helgason. Vorfreude kommt auch auf bei »Ab jetzt ist Ruhe« von Marion Brasch, deren Debüt im Februar im S. Fischer Verlag erscheint.

Was ist Ihr Lebensmotto?
»Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist Zögern«
Franz Kafka