Satyr-Verlag

Satyr-Verlag Logo© Ingo Hoffmann

Ihr Name? Was macht Ihre Firma?
Volker Surmann, seit September 2011 bin ich Eigentümer, Cheflektor, Geschäftsführer, Grafiker und Schriftsetzer (in Personalunion und mit halber Stelle) beim Berliner Satyr Verlag. Kurzum: Ich bin Buchmacher in einem Kleinverlag mit den Schwerpunkten Humor, Satire und Belletristik. Den Rest meiner Zeit verbringe ich damit zu schreiben: für Lesebühnen, Kabarett, Poetry Slam und an eigenen Werken.

Warum sind Sie Mitglied geworden?

Ganz ehrliche Antwort? Weil's alle machen, und die können ja nicht alle irren. Im Moment sichert mir der Börsenverein Zugang zu Informationen und Wettbewerben, und ich hoffe, z.B. über den Arbeitskreis Kleiner Verlage, auch noch etwas zu lernen. Ach ja, und Pakete verschicken ist deutlich günstiger geworden für mich.

Was sind für Sie persönlich die spannendsten Herausforderungen für die Buchbranche in den nächsten Jahren?

Ich bin gespannt, wie stark sich Ebooks verbreiten werden, aber das betrachte ich nicht mit Sorge, sondern eher mit Neugier. Besorgniserregender finde ich, wie wir mit der Zentralisierung des Buchmarktes klarkommen.
Wenn es nur noch Filialketten mit Zentraleinkäufern gibt, sind wir Kleinstverlage die ersten, die auf der Strecke bleiben. Das ist natürlich nicht in unserem Interesse, aber auch nicht im Interesse der Leser. Damit ginge einfach die Nachwuchsschmiede des Literaturbetriebs den Bach runter.

Über welches Branchenthema würden Sie gerne kontrovers diskutieren?
Genau darüber. Wie kann man der "Chefeinkäuferisierung" im Buchmarkt Einhalt gebieten. Beziehungsweise: Wie kriegt man es hin, dass nur noch Menschen Chefeinkäufer werden, die gerne und viel lesen, nicht immer nur auf pure Rendite schauen, sondern stattedessen auch mal in die Programme kleinerer Verlage?

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig. Im Moment: Bastian Bielendorfers "Lehrerkind", ein Poetry-Slammer, der es zu einem Majordeal bei Piper geschafft hat - bizarrerweise laufen seine Kurzgeschichten dort als "Sachbuch". Und dann lese ich gerade das EXOT-Magazin, eine kleine, aber feine Literaturzeitschrift in Buchform - speziell für komische Literatur und von einem engagierten, jungen Team herausgegeben. Ach, und ich blättere jetzt gleich wieder durch mein eigenes neues Buch, weil ich noch überlegen muss, was ich heute Abend bei meiner Lesebühne vorlesen soll ...

Was ist Ihr Lebensmotto?
Als Satiriker? "Wir töten, was wir lieben." - Je wertvoller mir etwas ist, desto besser kann ich mich dem Sujet von der Satireseite nähern.
Denn Komik und Schmerz liegen immer nah beisammen. Deswegen berührt uns beides so stark.