Schul- und Nachwuchsmarketing

Schulmarketing

Die Arbeitssituation in der Buchbranche hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Die Themen der Nachwuchs- und Fachkräfteentwicklung nehmen an Brisanz zu, obwohl die Attraktivität der Buchbranche wieder an Aufwind gewonnen hat. Das gesamte Recruiting verändert sich. Geeignete Bewerber werden rar,  offene Ausbildungs- und Fachkräftestellen bleiben immer häufiger unbesetzt und die Zahl der Ausbildungsabbrecher steigt. Neue Ideen und Konzepte sind gefragt, die Sichtbarkeit der Unternehmen – unabhängig ob klein oder groß – beim potentiellen Nachwuchs muss gestärkt und verbessert werden. Auch der Kultur- und Wertewandel junger Menschen macht den Unternehmen branchenübergreifend zu schaffen. Der Wohlfühlfaktor spielt für die Jüngeren eine immer größere Rolle. Der Beruf muss Entwicklungschancen bieten, selbstständiges Arbeiten ermöglichen und vor allem Spaß machen. Work-Life-Balance wird zum Auswahlkriterium.

„Nachwuchsgewinnung wird für Betriebe der Buchbranche zu einem zentralen Thema. Hier sind wir alle gefordert. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, junge Menschen für Berufe in unserer Branche zu begeistern und ihnen damit schon früh eine Orientierung in der Wahl ihrer Ausbildung zu geben. Daneben gilt es neue Ausbildungskonzepte für die betriebliche und schulische Ausbildung zu entwickeln. Fordern und Fördern. Begleiten und Perspektiven bieten.“ sagt Bildungsdirektorin und Geschäftsführerin des mediacampus frankfurt Monika Kolb-Klausch.

Was kann ich tun, um auf mein Unternehmen und meine Ausbildungsplätze aufmerksam zu machen? (Die mit einem * versehenen Anregungen eignen sich in besonderem Maße für kleine und mittlere Unternehmen.)

  • Tag der offenen Tür / Schnuppertage veranstalten: Zur leichteren Umsetzung bieten sich Kooperationen mit der IHK oder den örtlichen Schulen an.*
  • Azubis werben für Azubis: Auszubildende gewähren Einblicke in Berufsfeld und Unternehmen auf Augenhöhe.*
  • Schnupper-Praktikum anbieten*
  • Kontakt zu den örtlichen Schulen ausbauen*
  • Schwarze Bretter der Universitäten und Hochschulen nutzen, um auf Praktika und Ausbildungsplätze aufmerksam zu machen*
  • Bewerbungstraining anbieten: Laden Sie künftige Schulabsolventen in Kooperation mit der örtlichen Schule zu einem Bewerbungstraining ein. So können Sie die Nachwuchskräfte gezielt auf diese Situation vorbereiten und gleichzeitig Werbung für Ihr Unternehmen machen.*
  • Informationsstände z.B. bei Sportveranstaltungen aufstellen*
  • Soziale Netzwerke und Gruppen nutzen, um auf Ihre Angebote und Aktivitäten aufmerksam zu machen
  • Online-/Printanzeigen in Stellenbörsen der Branche / der Region veröffentlichen

Maßnahmen wie Printanzeigen in überregionalen Zeitungen, Radiospots, Fernsehwerbung oder Messebesuche mit eigenem Stand sind gute Möglichkeiten, aber erheblich kostenintensiver.



Was sind Gründe für einen Schüler, sich für meinen Ausbildungsplatz zu entscheiden?

  • Angenehme Kommunikation und nachvollziehbares Procedere während der Bearbeitung der Bewerbung
  • Eingehen auf Fragen des Bewerbers
  • Zusatzleistungen meines Unternehmens (z.B. Jobticket, Freizeitangebote, Vergünstigungen)
  • Werbung und Image meines Unternehmens
  • Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung (z.B. Trainee, Mentoring, Coaching, Aufstiegschancen)
  • Eltern bei allen Aktivitäten mitbeachten, denn sie sind ein großer Einflussfaktor auf ihre Kinder
  • Schon vor Ausbildungsbeginn eine Wohlfühlatmosphäre schaffen. Der angehende Azubi sollte sich bereits vor Vertragsunterzeichnung aufgenommen fühlen und sich auf das, was kommt, freuen. Dazu beitragen können u.a. die Vorstellung des künftigen Teams oder auch eine Einladung zum Sommerfest.
  • Angemessene Ausbildungsvergütung



Wie kann ich mit den Schulen aus der Region in Kontakt kommen?

  • Einladung in den Betrieb
    • Laden Sie doch eine Schulklasse in ihre Buchhandlung oder in den Verlag ein, stellen neue Bücher, aber auch sich und den Ausbildungsberuf vor.
  • Offizielle Termine   
    • Informieren Sie sich über offizielle Termine der Schule, der IHK oder auch der Arbeitsagentur, z.B. einen Berufsinformationstag oder eine Orientierungswoche. Seien Sie dort mit einem Stand präsent, halten Sie einen Vortrag über Ihren Beruf oder legen Sie Infomaterial aus. Material zu den Ausbildungsberufen können Sie kostenlos bei der Abt. Berufsbildung (berufsbildung@boev.de) bestellen.
  • Praktikaplätze anbieten
    • Zwischen der 9. und 11. Klasse absolvieren Jugendliche ein oder mehrere zwei- bis dreiwöchige Schulpraktika. Schulen, Lehrer und Eltern stehen vor der schwierigen Aufgabe den Überblick, über die verschiedenen Berufsfelder zu behalten und geeignete Praktikumsplätze zu finden. Positionieren Sie sich und machen Sie Ihr Praktikums- und Ausbildungsangebot bei dieser Zielgruppe bekannt.
  • Branchenwissen nutzen
    • Im Rahmen von Deutsch-Leistungskursen oder Literatur-AGs können Sie diese als externer Pate begleiten, Buchempfehlungen geben und dabei den Kontakt zu potentiellen Auszubildenden knüpfen.
  • Gemeinsam die Buchbranche vorstellen
  • Um einen umfassenden Einblick in die Möglichkeiten der Buchbranche zu vermitteln, bietet es sich an, dass Buchhandlungen und Verlage gemeinsam informieren. Kooperieren Sie und stellen Sie die Ausbildungen zum/r Buchhändler/in und zum/r Medienkaumann/frau vor.