Praktika als Recruitingmaßnahme

Die persönliche Erfahrung ist das wohl effektivste Instrument zur Entscheidungsfindung. Auch bei der Frage nach dem Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt können praktische Übungen und Erlebnisse den entscheidenden Impuls geben.

Praktika

Umso wichtiger ist es für einen Ausbildungsbetrieb sich für junge Menschen greifbar und erfahrbar zu machen. Dies gelingt z.B. über ein Praktikum. Hier erfahren Interessierte nicht nur ob sie den anvisierten Ausbildungsberuf wirklich ergreifen möchten, sondern auch ob sie sich im Betrieb wohlfühlen. Buchhandlungen und Verlagen stehen verschiedene Praktikaarten zu Verfügung, die sie anbieten können:

 

Arten von Praktika

  • Freiwilliges Praktikum
  • Schülerpraktikum
  • Hochschulpraktikum
  • Vor- und Zwischenpraktikum
  • Auslandspraktikum

 

Die Weichen für eine Ausbildung werden schon während der Schulzeit gestellt, deshalb sind das Schülerpraktikum und das freiwillige Praktikum die geeignetsten Instrumente zur beruflichen Orientierung. Beim Schülerpraktikum wird der Zeitraum von der Schule vorgegeben und dauert je nach Schulform und Bundesland bis zu drei Wochen. Im freiwilligen Praktikum beweisen die Praktikanten schon ein gesteigertes Interesse am Berufsbild und können auch für einen längeren Zeitraum z.B. über die Sommerferien im Unternehmen eingesetzt werden.

„Gerade für uns als sehr junges Unternehmen spielt die Personalplanung und die Frage, wer neben uns das Unternehmen nach außen vertritt, eine große Rolle.“, sagen Elisabeth Windfelder und Jasmin Marshall aus der Buchhandlung Herr Holgersson in Gau-Algesheim. „Unsere Praktikaangebote haben uns bisher in dieser Hinsicht einiges gebracht. Aus einer interessierten und sehr guten Schülerpraktikantin wurde unsere erste Azubi-Anwärterin und aus einer Praktikantin, die in Mainz Buchwissenschaften studiert, wurde eine Aushilfe.“

Wie und wo finden Unternehmen einen geeigneten Praktikanten?

  • Die Schulen vor Ort oder in der näheren Umgebung sind zentrale Vermittlungsorte
  • Schnuppertage für Schüler anbieten, zum Beispiel zum „Welttag des Buches“ oder im Rahmen von Lesungen und Autorenauftritten
  • Erfahrungsberichte von (ehemaligen) Praktikanten und Auszubildenden für Marketingmaßnahmennutzen. Jeder Mitarbeiter kann zum „Botschafter“ werden und aktiv für eine Ausbildung oder Arbeit im Buchhandel oder im Verlag werben.

„Seit unserer Eröffnung im Juli 2014 hatten wir insgesamt 6 Praktikantinnen.“, sagen die beiden Buchhändlerinnen weiter. „Alle sind auf Eigeninitiative auf uns zugekommen und haben uns nach einem Praktikumsplatz gefragt, unsere erste Praktikantin sogar direkt am Tag der Eröffnung. Da wir ein neues Unternehmen sind, waren wir oft im Gespräch und hatten so einen großen Zulauf. Zudem pflegen wir enge Kontakte zu den Schulen der Umgebung, gleich welcher Schulform, sowie zum Institut für Buchwissenschaft in Mainz. So hoffen wir auch in Zukunft häufig Praktikanten und Praktikantinnen empfangen zu dürfen. Außerdem nehmen wir am Girls Day und Boys Day teil, auch hierüber haben wir schon Kontakte zu interessierten Schülern und Schülerinnen geknüpft.“

Vorteile und Nutzen

  • Herstellung eines ersten direkten Kontakts zwischen der Buchhandlung / dem Verlag und potenziellen Bewerbern
  • Kennenlernen und Einschätzen der Kompetenzen und Fähigkeiten potentieller Auszubildender
  • Bewerbern die Möglichkeit bieten, im Vorfeld die konkrete Arbeitsumgebung, das Tätigkeitsfeld und die Anforderungen kennen zu lernen und damit auf beiden Seiten eine höhere Zufriedenheit mit der Wahl schaffen
  • Verringerung der Wahrscheinlichkeit, dass der Auszubildende die Ausbildung abbricht
  • Die Passung zwischen Interessen und Berufswahl ist enorm wichtig. Der individuelle Berufsweg ist umso erfolgversprechender, je motivierter der Branchennachwuchs ist und sich mit dem Buchhandel identifizieren kann. Motivation und Erfolg bedingen sich gegenseitig.
  • Ein frischer und unverblümter Blick der Praktikanten auf Abläufe bringt neue Ideen oder kreative Entscheidungen z.B. bei Coverentwürfen oder Schaufensterdekoration
  • Angebot eines Praktikums stellt Buchhandlung oder Verlag positiv dar und dient letztlich auch der Kundenbindung

In der Buchhandlung Herr Holgersson dauern die Schülerpraktika in der Regel zwei Wochen: „Hierbei achten wir darauf, dass wir eine tägliche Arbeitszeit von 6 Stunden nicht überschreiten. Die Praktikanten werden mit den grundlegenden Arbeiten in der Buchhandlung vertraut gemacht, hierzu gehört vor allem der Aufbau der Buchhandlung, ein Überblick über die Branche, tägliche Arbeiten wie die Bearbeitung des Wareneingangs, die Präsentation von Büchern und erste Einblicke in die Bibliographie. In der zweiten Woche des Praktikums können sie, je nach Stand, mit Hilfestellung schon Bestellungen bearbeiten und die Kasse bedienen. In Bezug auf das Schülerpraktikum haben wir die Erfahrung gemacht, dass hier hauptsächlich hospitiert wird und eine sehr enge Betreuung nötig ist.

Dennoch haben wir durch die hohe Motivation der Schüler bisher immer sehr gute Erfahrung mit Praktikanten gehabt und von ihnen profitiert.

Die Studentenpraktika dauern drei Wochen. Hier sind die Praktikanten 40 Stunden in der Woche bei uns in der Buchhandlung und erleben auch eine Veranstaltung mit, sowohl in Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung.“

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