Nicht nur der Absatz, sondern auch die verkauften Lizenzen machen Verlage erfolgreich. Rechnet man Erst- und Neuauflagen zusammen, sind im vergangenen Jahr 10.812 Übersetzungen auf den Markt gekommen, gut 750 weniger als 2013 (-6,5%). Das entspricht einem Anteil von 12,4% am gesamten Pool der Erst- und Neuauflagen. Betrachtet man nur die Erstauflagen, liegt die Quote mit 13,5% etwas höher als im Vojahr (13,1%). Immer noch unangefochten an der Spitze liegen die Übersetzungen aus dem Englischen: 65,5% aller Titel, die aus anderen Sprachen übertragen wurden, kommen aus dem angloamerikanischen Sprachraum und haben damit im Vergleich zu 2013 mit 63,9% wieder Boden wettgemacht. Schwankungen in vergleichbarer Größenordnung gab es auch schon in den Jahren zuvor.
Auf Platz zwei im Übersetzungsranking folgen mit großem Abstand Bücher aus dem Französischen. 10,1% der Übersetzungen kamen aus dem Nachbarland. Die Bronzemedaille gehört weiterhin dem Japanischen, das seit 2009 den dritten Platz im Top-Ten-Ranking belegt. 2014 wurden rund 673 Titel aus dem Japanischen übertragen, 2013 waren es 719. Genau 6.443 Werke ‚made in Germany’ haben im vergangenen Jahr die Grenzen des deutschsprachigen Raums hinter sich gelassen. Das belegt die Lizenzumfrage, die der Börsenverein jährlich bei seinen Mitgliedsverlagen durchführt. 2013 hatten die deutschen Verlage noch 6.466 Rechte ins Ausland verkauft – das Lizenzgeschäft bewegte sich damit im vergangenen Jahr nur minimal unter Vorjahresniveau (-0,4%).
Die Entwicklung im Lizenzgeschäft verlief in den vergangenen zehn Jahren ohnehin eher wellenförmig. 2007 war das Jahr mit den meisten Lizenzverkäufen: Damals stellte die Branche die Rekordmarke von 9.225 Lizenzverträgen auf.
Wichtigster Markt ist und bleibt Europa. Hier wurden 65,5% aller Verträge unterzeichnet (Vorjahr: 64,7%). Wieder gefangen hat sich - nach kräftigen Einbußen im Vorjahr - der Rechtehandel mit den osteuropäischen Ländern. Klassische Partner wie Spanien, Italien und Frankreich bleiben weiterhin stark. 2014 wurde das Lizenzgeschäft vor allem von den drei Ländern China, Frankreich und Polen geprägt. 938 Lizenzen wurden im vergangenen Jahr nach China verkauft. Damit hat sich das Reich der Mitte 2014 trotz leichter Einbußen souverän auf dem ersten Platz im Länderranking behauptet (2013: 998). Unverändert gefragt sind hier Kinder- und Jugenbuchthemen. An die Spitze der europäischen Nachbarn setzt sich diesmal Frankreich mit 334 Verträgen (2013: 283). Polen teilt sich 2014 den dritten Platz mit 324 gekauften Lizenzen mit Russland und Spanien. Es folgt Italien mit 289 Titeln.
Nicht nur unter Verlagen werden Lizenzen verkauft. Verlage haben spannende Geschichten in ihrem Portfolio – Inhalte, die auch für andere Medien interessant sind. Buchvorlagen sind zum Beispiel eine ständig wachsende und Erfolg versprechende Quelle für Filmstoffe. „Book meets Film“, das während des Münchner Filmfests 2015 zum neunten Mal stattfand, hat sich neben der Frankfurter Buchmesse und der Berlinale als dritte wichtige Vernetzungsplattform der deutschsprachigen Buch- und Filmbranche etabliert, die in den Fachmedien beider Branchen große Beachtung findet. Veranstalter von „Book meets Film“ sind das Cluster Druck und Printmedien sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. Auch in Richtung Spielebranche verhandeln die Verlagshäuser schon. Fantasy-Klassiker wie „Der Herr der Ringe“ sind schon lange auch als Computerspiel-Version zu finden. Strategie- und Lernspiele sind ebenfalls auf dem Vormarsch.

