Bücher werden Games
Wie Buchhandlungen und Verlage vom Computer- und Videospielsektor profitieren können
Laut der "KidsVerbraucherAnalyse 2009" (Egmont Ehapa Verlag) spielen und lernen mittlerweile 3,7 Mio. Kinder in Deutschland und regelmäßig am Computer. Das sind zwei Drittel aller Sechs- bis 13-jährigen in der Bundesrepublik. Mobile oder stationäre Spielkonsolen finden sich inzwischen in den Zimmern von 3,9 Mio. Kindern (68 Prozent). (Quelle: GamesMarkt.de)
Dass dieser wachsende Markt sowohl für den herstellenden als auch für den verbreitenden Buchhandel interessant sind, zeigen folgende Entwicklungen...Entwicklungen im Buchhandel
Die durch interaktivere Formen der Videospiele neu angesprochenen Zielgruppen, darunter auch ältere Spieler, suchen eine angenehme Atmosphäre, die Service- und Beratungskompetenz der Buchhandlung. Ein Potential, das Nintendo erkannt hat, und sich deshalb auf den Buchmessen und in den Schulen des Deutschen Buchhandels für den Vertrieb seiner Konsolen und Spiele im Buchhandel einsetzt. Viele Großbuchhandlungen und Onlinehändler verfügen bereits über einen eigenen Bereich für Games. Buchreport bringt es auf den Punkt: „Buchhandlungen sind ein guter Ort für Spiele“ (Buchreport 23/2009).
Entwicklungen im Verlag
Im Lernbereich können die so genannten „Serious Games“ überzeugen: Durch die spielerische Anwendung sorgen sie für neue Motivation zum Lernen. Zahlreiche Bildungsverlage (u.a. Langenscheidt, Cornelsen, Tessloff, Ravensburger) bieten inzwischen Lern-Software für Konsolen und Computer an. Ravensburger gründete ein Start-Up zur Veröffentlichung digitaler Produkte, dass auch im Bereich der Spielkonsolen aktiv werden soll. Auch umgekehrt ist die Verwertung von Inhalten möglich: Panini bietet Romanserien an, deren Handlung auf erfolgreichen Computerspielen basiert.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Verlagen und Entwicklern mündet in neuen Möglichkeiten der Verwertung und der Bekanntmachung von Inhalten: Video- oder Computerspielen zu bestimmten Titeln als Lizenz oder Eigenproduktion, interaktivere Formen der Wissensvermittlung als Zusatzkauf zum Buch oder begleitende Minispiele auf der Internetseite des Verlags.
Austauschmöglichkeiten
Um den Austausch zwischen Verlagen und Entwicklern anzustoßen und zu fördern, veranstaltete der Landesverband NRW am 8. Juni 2009 in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Mülheim einen Runden Tisch zum Thema Gaming. Die teilnehmenden Games-Entwickler und Verantwortlichen aus Buchverlagen diskutierten über Entwicklungsprozesse, Inhalte und Kooperationsmöglichkeiten. Ein Ergebnis: Auch mit kleinen Budgets können Verlage attraktive Spiele zum Zwecke der Kundengewinnung, Kundenbindung und als Zusatznutzen zum Buch entwickeln lassen. Die Entwickler brachten viele Ideen mit, welche „Versoftungen“ bei Buchtiteln möglich sind. Neue Medien, mit denen Kinder Spaß haben, wurden als Chance gesehen, andere Möglichkeiten der Wissensvermittlung zu nutzen oder durch die Kombination mit dem Buch wieder mehr zum Lesen zu bewegen.
Am 21. August 2009 wurde der Runde Tisch in größerer Runde angeboten. Das Fazit: Bringen die Verlags- und die Gamesbranche ihre Kernkompetenzen zusammen, so entstehen Synergieeffekte, von denen beide Seiten profitieren.
Die Grafik von Computer- und Videospielen ist kaum noch steigerungsfähig. Eine mitreißende Story, die Abbildung sozialer Emotionen und das nachhaltige Spielerlebnis werden daher immer wichtiger, erläuterte Thomas Friedmann, Geschäftsführer der Funatics Software GmbH und stellvertretender Vorstandsvorsitzender im G.A.M.E. Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V. Mit ihrem Angebot an Geschichten können Buchverlage tragfähige Geschäftsbeziehungen aufbauen.
Die Kompetenzen der Entwickler liegen neben dem Spielerlebnis im viralen Marketing. Sie verstehen es mit geringen Vertriebskosten ihre Zielgruppen eng und langfristig zu binden. Dies zeigt sich vor allem im Online-Bereich: Bereits mit geringen Budgets erreichen Minispiele über ein Schneeballsystem eine große Zielgruppe. Die ausgefeilten Businessmodelle liefern hohes Umsatzpotential bei geringen Entwicklungskosten. Wenn sich Verlage hier zu gemeinsamen Geschäften entschließen, können sie vom Know-How der Branche profitieren.
Weitere Informationsangebote und Veranstaltungsformate zum Thema "Games im Buchhandel" sind in Planung. Informationen zum Thema Games im Buchhandel erhalten Sie in der Regionalgeschäftsstelle NRW über Anja Bergmann (E-Mail: bergmann@buchnrw.de, Tel.: 0211 86445-33) und Chantal Weiland (E-Mail: volontariat@buchnrw.de, Tel.: 0211 86445-32).
Und wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen, schauen Sie mal im internen Bereich "Mein Börsenverein". Dort erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um Video- und Computerspiele.
Bücher werden Games
Der Markt und das Ansehen für Computer- und Videospiele wächst stetig: Von 2004 bis 2008 stieg der Umsatz im Bereich der Unterhaltungssoftware um 14 Prozent (Quelle: BIU). 2009 wird der deutsche Gamesmarkt voraussichtlich um fünf Prozent wachsen (Quelle: Global Entertainment and Media Outlook 2009-2013 nach GamesMarkt.de).Internationale Verbände
In diesem Bereich finden Sie eine Zusammenstellung der internationalen Buchhändler- und Verlegerverbände. Die Vereinigungen fördern die internationalen Beziehungen und Netzwerke innerhalb der Buchbranche und setzen sich weltweit für die Rechte der Verleger und Buchhändler ein. Auf regelmäßig stattfindenden Kongressen können sich die Branchenvertreter austauschen und weiterbilden.Leuchtturmbuchhandlungen setzen Zeichen
In Kooperation mit Langendorfs Dienst stellt die Regionalgeschäftsstelle NRW ausgewählte Buchhandelskonzepte in einer Broschüre vor. An 25 Beispielen illustriert Langendorf, womit Sortimente Erfolg haben können, was wichtig ist, um Erfolg zu haben und nicht zuletzt: dass man viel Erfolg mit guten Sortimenten haben kann.Buchbranche NRW kompakt
Manchen mag es überraschen: Die Buchbranche ist auch im Zeitalter starker Medienpräsenz die stärkste Kulturwirtschaftsbranche: Der Buchmarkt hat seinen festen und bedeutenden Platz innerhalb der Wirtschaftsleistung unseres Bundeslandes. Er erwirtschaftet ungefähr ein Drittel der Umsätze im Kulturmarkt NRWs. Seine Wahrnehmung in Öffentlichkeit und Politik entspricht dieser Realität nicht immer.Zahlen & Fakten
Wesentliche Zahlen und Fakten zur Buchbranche in Nordrhein-Westfalen und bundesweit sind hier zusammengefasst und erläutert.Die Zielgruppe 50plus in Ihrer Buchhandlung
Bislang vernachlässigen der Einzelhandel insgesamt – und auch der Buchhandel – die Zielgruppe 50plus. Bereits im Jahr 2002 hat eine Seniorenstudie des Börsenvereins ergeben, dass vor allem der Buchhandel hier hohe Umsatzpotentiale verschenkt.Veranstaltungshinweis
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