Gefahr für die Kulturlandschaft in NRW

Pressegespräch zu den Auswirkungen der VG-Wort Entscheidungen

VG-Wort Rückforderungen bedrohen Verlagsgeschäft / Kollektives Verrechnungsmodell kommt / Abtretungserklärung der Autoren nicht für alle Verlage sinnvoll

Juristisch sind die Auswirkungen der VG-Wort Urteile und Entscheidungen zunächst geklärt: Bei der letzten Mitgliedsversammlung der VG wurde ein geordnetes, anonymisiertes Verfahren zur Verrechnung abgetretener Ansprüche von Autoren an Verlage (i.d.R. Nachforderungsansprüche, aus dem korrigierten Verteilungsplan für die Jahre 2012 bis 2015 resultieren) beschlossen. Es gibt Verlagen die Möglichkeit, Autoren um die Abtretung ihrer Ansprüche zu bitten – damit reduziere sich die Höhe der Rückzahlungen des einzelnen Verlags. Das ist politisch ein wichtiges Signal, bewertet die Rechtsabteilung des Börsenvereins.

„Natürlich informieren wir alle unsere Autoren über diese Möglichkeit, auch wenn ich nicht mit vielen Rückläufern rechne. Mir ist aber wichtig, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen“ meint Ulrike Rodi, Verlegerin des Grafit Verlags aus Dortmund, im Pressegespräch am 6. Dezember in Düsseldorf dazu.

Das Regionalbüro NRW des Börsenvereins hatte eingeladen, über die Auswirkungen der aktuellen Entscheidungen zu sprechen.

Allerdings kommt das nicht für jeden Verlag in Frage. Manche Verlage möchten das Verhältnis zu ihren Autoren mit dieser Bitte nicht weiter belasten, für manche ist der Verwaltungsaufwand zu hoch.

Susanne Barwick, stellvertretende Justiziarin des Börsenvereins, erläutert die juristischen Hintergründe des aktuellen Verfahrens.

Barbara Budrich, budrich academic, Verlag Barbara Budrich, Budrich UniPress Ltd. meint dazu:

 „Für mich ist es als Unternehmerin irritierend, dass heutige Urteile mein Wirtschaften drei Jahre rückwirkend dermaßen stark belasten. Wir wissen alle, dass Rechtssicherheit eine wichtige Voraussetzung für unternehmerisches Engagement ist – solche Urteile erschüttern mit ihren drastischen Folgen den Glauben an Rechtssicherheit in Europa bzw. in Deutschland. Als Verlegerin verstehe ich nicht, wieso wir Verlage, die wir dafür sorgen, dass die Publikationen überhaupt kopierbar werden, nicht mehr dafür entschädigt werden sollen. Auch hier wird meine Auffassung von Recht und Gerechtigkeit heftig konterkariert.“

Die Höhe der zu zahlenden Summe hängt von der Art und Struktur des Verlages ab.

„Derzeit gibt es fast 360 Verlage in NRW, 20-25% dieser Verlage sind in Ihrer Existenz bedroht und müssen intensiv nach Lösungen für eine vernünftige künftige Verlagsarbeit suchen. In jedem Fall ist mit Unternehmensschließungen zu rechnen, und ebenso mit einer Reduzierung von Menge und Vielfalt ganz spezieller Titelproduktionen, wie sie gerade für NRW-Verlage typisch ist. Special interest Themen aber sind das Salz in der Suppe der kulturellen Vielfalt unseres Landes, ein Wegbrechen wäre außerordentlich bedauerlich“ sagt Gabriele Schink, Regionaldirektorin des Börsenvereins in NRW.

„Umsatzstarke Titel finanzieren die weniger kaufkräftigen – da müssen wir künftig genauer hinschauen, was wir noch machen können.“ Meint auch Ulrike Rodi.

Die Verlagslandschaft in NRW ist vor allem geprägt durch mittlere bis kleinerer Fach- und Belletristik-Verlage.

Der Börsenverein ist mit der praktischen Hilfestellungen und individuellen Beratungen der Verlage intensiv befasst, er hält z.B. eine Handreichung für seine Mitglieder vor, die über die einzelnen Schritte aufklärt: www.boersenverein.de/1256970/.

 

Gleichzeitig aber versucht er, die politischen Entscheider von Änderungsnotwendigkeiten im Bereich Urhebervertragsrecht auf der Bundes- und EU-Ebene von Änderungsnotwendigkeiten zu überzeugen.

 

 

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Interessenvertretung der deutschen Buchbranche gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Er wurde 1825 gegründet und vertritt rund 5.000 Buchhandlungen, Verlage, Zwischenbuchhändler und andere Medienunternehmen. Das Regionalbüro NRW mit Sitz in Düsseldorf hat darunter die meisten Mitglieder, rund 800 Buchhandlungen und 300 Verlage. Es versteht sich als moderner Dienstleister und bietet seinen Mitgliedern Beratung in Fachfragen, Veranstaltungen und ein Netzwerk innerhalb und außerhalb der Buchbranche.

Der Kultur- und Wirtschaftsverband engagiert sich für das Buch und das Lesen, ein faires Urheberrecht und den Erhalt der Buchpreisbindung, die Freiheit des Wortes und die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft. Er veranstaltet die Frankfurter Buchmesse, vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis und engagiert sich in der Leseförderung. Zudem unterstützt er seine Mitglieder bei der Entwicklung von Innovationen und neuen Geschäftsmodellen.

 

Düsseldorf, 6. Dezember 2016

Ministerin Kampmann vergibt erstmals Verlagspreis NRW

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse dürfen wir verkünden, dass es in NRW erstmalig einen Verlagspreis geben wird. „Wir begrüßen die Verleihung dieses hochdotierten Branchenpreises in NRW, denn gerade in unserem Bundesland arbeiten viele kleine und mittlere Verlage am Erhalt der kulturellen Vielfalt. Eine Unterstützung ideeller und finanzieller Art durch die Landesregierung stellt für die hiesige Verlagslandschaft eine wunderbare und sehr sinnvolle Anerkennung dar.“ Sagt Gabriele Schink einleitend zu der Mitteilung des Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

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Bücher bauen Brücken

Düsseldorf/Köln/1. März 2017. Manche Themen erhalten weniger öffentliche Aufmerksamkeit oder weniger Raum in den Medien, das bedeutet aber nicht, dass sie weniger wichtig oder weniger aktuell sind. Bücher bauen Brücken nimmt sich eines solchen Themas an: Jüdisches Leben hier und heute.

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Please meet… Partnermitglieder und Startups stellen sich vor

Vier Unternehmen aus dem Kreis der Partnermitglieder und aus dem startup club des Börsenvereins präsentieren sich, ein Produkt oder ein ihnen naheliegendes Thema auf der Frankfurter Buchmesse.

Die Beteiligung wurde über einen Wettbewerb ausgeschrieben – nun stehen die vier Unternehmen fest.

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Vielfalt in Kinder- und Jugendbüchern

Kinder- und Jugendliteratur soll Alltag und Lebenswirklichkeit der Zielgruppe abbilden. Aber tut sie das wirklich?

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Beste Buchhandlung kommt aus Bonn

Buchhandlung Böttger erhält 25 000€ / Kulturstaatsministerin Monika Grütters vergibt Preis in Heidelberg / weitere 22 Buchhandlungen in NRW prämiert / insgesamt 118 Buchhandlungen ausgezeichnet

Zum 2. Mal wurde der Deutsche Buchhandlungspreis von Kulturstaatsministerin Monika Grütters an 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen vergeben – 23 davon stammen aus NRW.

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Buchhandlungen in NRW ausgezeichnet

Im zweiten Jahr vergibt die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, den Deutscher Buchhandlungspreis. 118 Buchhandlungen bundesweit erhalten eine Prämie zwischen 7000€ und 25000€ - In diesem Jahr kommen 23 davon aus NRW.

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"Wir lieben Papier!"

Rund 40 Teilnehmer waren heute in der Regionalgeschäftsstelle NRW zu Gast, um sich über die Systeme zur Digitalen Verlagsvorschau zu informieren. Edelweiss+, Novi24 und VLB-Tix präsentierten ihre Vorteile und Patrick Musial (Buchhandlung Musial) und Folkert Roggenkamp (Delius Klasing Verlag) leiteten anschließend eine lebendige Diskussionsrunde.

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Gewinnerin des NRW-Landesentscheids steht fest

Am 3. Mai trafen sich NRWs beste junge Vorleserinnen und Vorleser in Wermelskirchen zum 57. NRW-Landesentscheid des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels.

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Vorlesewettbewerb 2015/2016:

16  junge VorleserInnen treten beim NRW Landesentscheid in Wermelskirchen an, die Gewinnerin oder der Gewinner darf zum Bundesentscheid am 22. Juni 2016 nach Berlin fahren.

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12. Düsseldorfer Lesewettstreit zum Welttag des Buches

Am Welttag des Buches geht es in Düsseldorf traditionell heiß her: Beim Düsseldorfer Lesewettstreit, der in diesem Jahr schon zum zwölften Mal stattfindet, treffen sechs Schulklassen auf einen prominenten Herausforderer um zu entscheiden: Wer liest besser?

Andreas Schmitz, Aufsichtsratschef von HSBC-Trinkaus, tritt im Jungen Schauspielhaus mit Cornelia Funkes „Tintenherz“ gegen je zwei vierte, fünfte und sechste Klassen an.

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