Tipps und Ideen

Hier finden Sie Anregungen, um Kunden der Zielgruppe 50plus von Ihrer Buchhandlung zu überzeugen.
  • Ansprechpartner:

Natürlich sind Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die besten Ansprechpartner für Ihre Kunden. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter – vom Azubi bis zur ersten Sortimenterin! Klären Sie sie über die besonderen Bedürfnisse Ihrer Best-Ager-Kunden auf. Seien Sie stets freundlich und gut informiert und bedienen Sie Ihre Kunden individuell. Kurz gesagt: Seien Sie gute Gastgeber!

  • Informationsangebote und Workshops:

Ihr Landesverband hat in den vergangenen Jahren verstärkt Informationsangebote zum Thema „Zielgruppe 50plus“ angeboten. Neben dieser Ideensammlung gab es z.B. eine Diskussionsrunde anlässlich des Verbandstags und eine Serie von Regionaltreffen sowie Seminare geplant. Jüngstes Ergebnis ist die neue Broschüre "Zwischen Neugier und Nostalgie".
Für Ihre Anregungen sind wir natürlich stets offen und freuen uns über Rückmeldungen von Ihrer Seite.

  • Internet:

Die Internetnutzung der so genannten Best Ager hat nach den aktuellen Ergebnissen des (N)ONLINER Atlas auch 2007 weiter zugelegt. Am stärksten ist der Anstieg mit 2,8 Prozentpunkten bei den 60- bis 69-Jährigen, deren Onliner-Anteil in diesem Jahr bei 35,5 Prozent liegt. Damit ist mehr als ein Drittel dieser Altersgruppe im Internet unterwegs. Der Zuwachs in der Gruppe der ab 70-Jährigen beträgt dagegen nur einen Prozentpunkt. In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen stieg der Onlineranteil um 1,5 Prozentpunkte auf 58,3 Prozent. Das sind die zentralen Ergebnisse der Internetnutzung nach Altersgruppen im (N)ONLINER Atlas 2007, die die Initiative D21 und TNS Infratest heute in Berlin vorgestellt haben.
Mit Bremen (44 Prozent), Berlin (43 Prozent) und Hessen (41 Prozent) überspringen 2007 erstmals gleich drei Bundesländer die 40-Prozent-Marke bei der Internetnutzung der 50-Jährigen und Älteren. Die höchsten Offliner-Anteile unter den Best Agern haben das Saarland (69 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (68 Prozent) und Thüringen (67 Prozent). Den größten Onliner-Zuwachs unter diesen drei letztplatzierten Bundesländern hat mit knapp drei Prozentpunkten Mecklenburg-Vorpommern vorzuweisen.
Laut  IKT-Erhebung des statistischen Bundesamts nutzen die Senioren das Netz jeodch anders als Jüngere: weniger (zeit)intensiv (Chatten, Online-Spiele), dafür differenzierter (Information, Kommunikation, E-Commerce). Umso wichtiger für jede Buchhandlung, ihren Kunden eine attraktiven und übersichtlichen Web-Auftritt mit Bestellmöglichkeit zu bieten, damit diese bei Online-Bestellungen nicht den Lieferanten wechseln müssen. Eine Internetseite, mit der Sie Ihre Kunden in der zweiten Lebenshälfte ansprechen möchten, muss vor allen Dingen einfach aufgebaut sein. Sie muss schnell zum Ziel führen und gute Geschichten erzählen. Im Online-Shop und dem Ladenlokal sollten die Kunden natürlich auch Einführungen für Internet- und Computernutzung finden.  

  • Kinder und Enkel:

Menschen über 50 geben nicht nur für sich selbst gern Geld aus. Sie beschenken auch ihre Kinder und Enkel ausgesprochen gern und sind daher gewissermaßen eine doppelte Zielgruppe. Sie kaufen Literatur, die sie selbst anspricht, aber auch solche für die jüngeren Generationen. Auch dies können Sie natürlich in Ihre Marketingbemühungen einbeziehen. Nehmen Sie Informationen über die Familie Ihrer Kunden in Ihre Kundendatenbank oder -kartei auf und überraschen Sie sie beim nächsten Besuch der Buchhandlung mit einer gezielten Frage nach dem Geschenk für das Enkelkind oder dem für die Tochter besorgten Krimi.

  • Kooperationen:

Denkbare Modelle, die für Kunden der Zielgruppe 50plus interessant sind, sind beispielsweise Veranstaltungen mit dem örtlichen Reisebüro, die über Reiseziele und die passende Literatur informieren. Vielleicht kann aber auch ein Kundenberater der Bank als Auftakt zum Thementisch „Finanzen“ über Altersvorsorge und Erbschaftsmodalitäten informieren? Auch spirituelle Themen – wie etwa eine Reihe zu den großen Weltreligionen – sprechen die Best-Ager an. Informationsabende über Sport, Gesundheit Wellness und verschiedene Hobbys runden das Angebot ab. Wollen Sie ältere Senioren über 75 Jahre ansprechen, denken Sie über regelmäßige Buchvorstellungen mit Kauf- und Bestellmöglichkeit oder einen Vorlese-Service in einem Seniorenheim nach. Erkundigen Sie sich nach Themen von Gesprächskreisen und Möglichkeiten, dazu passende Bücher im Seniorenheim auszustellen. Lesezirkel und andere privat organisierte Gruppen können Sie vielleicht für Buchvorstellungen nach dem Modell der erfolgreichen „Tupper-Partys“ begeistern. Fragen Sie auch an der Universität vor Ort nach Seniorenstudenten. Passend zu den belegten Kursen und Studiengängen können Sie dann gezielt Literatur zusammenstellen.

  • Kundenbindung:

Achten Sie auch hier darauf, auf Außergewöhnliches zu setzen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Gewinnspiel, dessen Hauptgewinn eine Autorenlesung im eigenen Wohnzimmer ist? Oder einer Kette für jede Kundin, auf die für jedes gekaufte Buch eine neue Perle aufgereiht wird?

  • Öffentlichkeitsarbeit:

Rühren Sie die Werbetrommel, um möglichst viele Menschen über Ihre Aktivitäten zu informieren: Kommunizieren Sie neue Thementische oder Serviceangebote. Das kann durch eine Auftaktveranstaltung zum Schwerpunktthema des Monats genauso passieren wie durch einen Werbefoyer zum neuen Lieferservice. Positionieren Sie Ihre Buchhandlung als Informationsmittler: Interessante Diskussionen können Sie beispielsweise dadurch anstoßen, dass Sie die Generationfrage selbst thematisieren. Warum laden Sie nicht den Pfarrer und den Leiter einer Jugendgruppe zu einer Diskussion über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Alt und Jung?

  • Pressearbeit:

Ihr Landesverband hat auch die Branchenpresse verstärkt für das Thema sensibilisiert. Mittelfristig würden wir gern beispielhafte Seniorenmarketing-Ansätze aus Buchhandlungen auch außerhalb der Branche bekannt machen. Wir möchten versuchen, die Zielgruppe direkt in relevanten Medien anzusprechen. Halten Sie also auch uns auf dem Laufenden, damit wir von neuen und wegweisenden Ideen erfahren. Und vor allem: Binden Sie zusätzlich die lokale Presse ein, das erhöht die Aufmerksamkeit! Vielleicht gelingt es Ihnen, das örtliche Anzeigenblatt von einer eigenen Kolumne mit Buchbesprechungen oder Gedanken über Bücher und Lesen zu überzeugen. Viele Best-Ager lesen diese Wochenblätter, um sich über Neuigkeiten im näheren Umfeld zu informieren. Informieren Sie die lokale Presse gezielt über die Aktivitäten in Ihrem Ort. Versenden Sie ca. 10 Tage vor einer Veranstaltung eine Presseinformation an die Lokal- und Kulturredaktion und den regionalen Hörfunk. Lassen Sie einen Fotografen kommen und Ihre Aktion dokumentieren. Wichtig: Bestimmen Sie jemanden aus Ihrem Haus als Ansprechpartner für die Presse.  

  • Schaufensterdekoration:

Nutzen Sie Ihre Schaufenster, um auf die thematischen Angebote Ihrer Buchhandlung hinzuweisen. Bewerben Sie dort Ihre Aktivitäten, präsentieren Sie z.B. verstärkt Waren, die bei der Zielgruppe 50plus gut ankommen. Auch die Auslage vor Ihrem Laden spielt eine große Rolle. Zu viel minderwertiger Ramsch schreckt eher ab, preiswerte Schnäppchen hochwertiger Bücher locken auch die Best-Ager über Ihre Türschwelle. Hohe Aufmerksamkeit erregen auch historische Bücher und solche mit Regionalbezug.

  • Unterstützung:

Weitere Anregungen finden Sie auch regelmäßig auf diesen Seiten. Gerne können Sie uns anrufen, wenn Fragen oder Probleme auftauchen. In der Geschäftsstelle erreichen Sie uns unter 0211-864450 oder info@buchnrw.de.

Ein Wort zum Schluss:
Lassen Sie vor allem auch Ihren eigenen Geschmack über das entscheiden, was Sie in Ihrem Laden umsetzen möchten. Denn natürlich müssen Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinter den geplanten Angeboten stehen. Wir verstehen dieses Papier nur als Ideensammlung, die Anregungen liefern kann – und jederzeit erweiterbar ist. Ganz nebenbei können Sie durch Ihr Engagement auch Marketing und Kundenbindung zum Nutzen Ihrer Buchhandlung betreiben: Sie binden Ihre Stammkunden durch außergewöhnliche Aktionen noch stärker an Ihr Geschäft und gewinnen vielleicht neue. Sie halten sich und Ihre Buchhandlung im Gespräch.

Und: Sie sind dabei, wenn der nordrhein-westfälische Buchhandel sich neue Formen zur Ansprache der „Zielgruppe der Zukunft“ erschließt.

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50+ Broschüre "Zwischen Neugier und Nostalgie"

© Landesverband NRW

Ein Leitfaden für gute Geschäfte mit der Generation 50+

Gudula Buzmann, Spezialistin im Umgang mit den Best Agers, hat Hintergrundinformationen und Praxistipps zum Thema 50+ aus der Buchbranche und anderen Bereichen der Gesellschaft zusammengestellt.

Bestellen Sie die Broschüre unter info@buchnrw.de.

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