Umsatz- und Preisentwicklung
Geschätze Umsätze buchhändlerischer Betriebe 2006-2010 zu Endverbraucherpreisen© LV NRW, nach Buch und Buchhandel in Zahlen 2011
Umsatz
Der Mehrjahresvergleich zeigt: Seit 2004 gehen die Branchenumsätze langsam, aber kontinuierlich nach oben. Das stärkste Wachstum konnte 2007 verbucht werden, mit Mehreinnahmen von 3,4 Prozent.
Umsatzentwicklung im herstellenden Buchhandel
Die Umsatzentwicklung der Verlage liegt mit einem Plus von 1,5 Prozent deutlich über dem Branchenschnitt. Damit ist der herstellende Buchhandel weiter im Aufwind: 2009 hatten die Verlage ihre Umsätze um 3,8 Prozent gesteigert und damit das stärkste Wachstum der vergangenen Jahre hinterlegt.
Umsatzentwicklung im verbreitenden Buchhandel
Im Sortimentsbuchhandel liefen die Geschäfte im vergangenen Jahr schlechter als 2009. Hier lag das Umsatzvolumen bei 4,92 Milliarden Euro - die Einnahmen rutschen damit unter die Fünf-Milliarden Marke (minus 2,8 Prozent). Im Vorjahr hatte das Sortiment noch ein schmales Plus verzeichnet. Damals waren die Einnahmen von 5,060 Milliarden Euo auf 5,065 Milliarden gestiegen.
Die Abwärtsentwicklung hat auch Folgen für den Marktanteil - und zeigt, welcher Strukturwandel sich im Moment bei den vertriebswegen vollzieht. Der stationäre Buchhandel ist zwar mit einem Umsatzanteil von 50,6 Prozent immer noch der wichtigste Absatzkanal für Bücher. Doch die Marktverschiebung zum Online-Handel beschleunigt sich. Der Versandhandel erwirtschaftete im vergangenen Jahr 17,1 Prozent vom Umsatzkurchen (Vorjahr: 15,5 Prozent).
33,8 Prozent aller Branchenumsätze wurden 2009 mit belletristischen Büchern erwirtschaftet. Das Segment ist also weiterhin mit Abstand das wichtigste Genre und hat seine Spitzenposition 2009 weiter ausgebaut.
Das Kinder- und Jugendbuch erwirtschaftete 15,7 und hat sich in den Jahren seit 2003 damit kontinuierlich verbessert. Acht von 25 Bestsellern 2009 sind diesem Genre zuzuordnen.
Die Ratgeber geben seit einigen Jahren kontinuierlich Anteile ab. Geradezu ein Erdrutsch vollzieht sich seit einigen Jahren beim Fachbuch: 2003 gingen noch 11,2 Prozent aller Umsätze auf das Konto von Geisteswissenschaften, Musik und Kunst, 2009 waren es nur noch 4,4 Prozent.
Preisentwicklung
Eine moderate Steigerung meldet das statistische Bundesamt Destatis für die Verbraucherpreise: 2010 lag die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahr bei 1,1 Prozent. Damit wurde das Niveau von 2009 (plus 0,4) zwar deutlich überschirtten. Doch im längerfristogen Jahresvergleich seit 1999 fiel der Preisanstieg im vergangenen Jahr eher unterdurchschnittlich aus.
Zu den Preiseintreibern gehörten vor allem Kraftstoffe und Energiekosten. Betrachtet man die Preisentwicklung bis ins Jahr 2011, so dürfte sich auch im kommenden Jahr wenig ändern. Ermittelt wird der allgemeinde deutsche Verbraucherindex durch den fiktiven Warnekorb eines durchschnittlichen Bundesbürgers.
Betrachtet man allein die Einzelhandelspreise, dannn war hier 2010 ein Preisanstieg von 1,3 Prozent zu verzeichnen. Die Nahrungsmiitelpreise gingen um 1,4 Prozent in die Höhe (laut Handelsverband, HDE).
An diese Preisentwicklung knüpfen Bücher bei weitem nicht an: 2010 erreichte die Teuerungsrate eim Lesestoff gerade mal 0,5 Prozent - sie bewegt sich also weit unter dem Durchschnittswert, den Destatis in seinem Verbraucherpreisindex ausweist.
E-Books
Chancen und Risiken der Digitalisierung beschäftigen die gesamte Buchbranche intensiver denn je. Im März stellte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der GfK Panel Services Deutschland die Studie "„Umbruch auf dem Buchmarkt? Das E-Book in Deutschland“ vor. Die Studie gibt mit Zahlen zur Umsatzentwicklung und zum Angebot von E-Books erstmals ein aussagekräftiges Gesamtbild des Marktes in Deutschland und bildet die Einschätzungen von Verlagen, Buchhändlern, Zwischenbuchhändlern und Endkunden ab. Außerdem wird ermittelt, wie viele Verlage und Buchhandlungen sich aktiv mit dem Thema E-Book beschäftigen. Nicht zuletzt gibt die Studie auch einen Überblick über Meinungen von Experten, welche Bedeutung und Relevanz E-Books in Zukunft haben.
Mitglieder des Börsenvereins erhalten die Studie als E-Book (PDF) zum Preis von 9,95 Euro, für Nichtmitglieder kostet sie 99 Euro. Bestellungen können per E-Mail an Michael Schneider unter schneider@boev.de gerichtet werden.
Quelle: Buch und Buchhandel in Zahlen 2011
Buchhandel in Zahlen
Das jährlich erscheinende Kompendium "Buch und Buchhandel in Zahlen" gibt einen aktuellen und umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage des Buchhandels. Es enthält entscheidungsrelevante betriebswirtschaftliche Kennzahlen, Daten zu Buchproduktion und Preisentwicklung ebenso wie Informationen zum Waren- und Rechtehandel mit dem Ausland.
Preis: 39,50 Euro
ISBN 978-3-7657-3083-2


