Ausgezeichnete Werke 2015

Ausgezeichnete Werke April 2015

Im Frühjahr 2015 wählte die Jury folgende Werke zur Förderung aus:

  • Katajun Amirpur: Den Islam neu denken (C.H. Beck)
  • Klaus Böldl: Götter und Mythen des Nordens (C.H. Beck)
  • Tim Buchen: Antisemitismus in Galizien: Agitation, Gewalt und Politik gegen Juden in der Habsburgermonarchie um 1900 (Metropol Verlag)
  • Marlene Crüsemann: Die pseudepigraphen Briefe an die Gemeinde in Thessaloniki (W. Kohlhammer)
  • Monika Dommann: Autoren und Apparate. Die Geschichte des Copyrights im Medienwandel (S. Fischer Verlag)
  • Markus Friedrich: Die Geburt des Archivs (De Gruyter Oldenbourg)
  • Thomas Kaufmann: Luthers Juden (Philipp Reclam jun. Verlag)
  • Stefan Kühl: Ganz normale Organisationen. Zur Soziologie des Holocaust (Suhrkamp Verlag)
  • Jörn Leonhard: Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs (C.H. Beck)
  • Michael Riekenberg: Staatsferne Gewalt. Eine Geschichte Lateinamerikas 1500–1930 (Campus Verlag)
  • Irme Schaber: Gerda Taro, Fotoreporterin (Jonas Verlag für Kunst u. Literatur)
  • Karl Schlögel: Im Raume lesen wir die Zeit. Über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik (Carl Hanser Verlag)
  • Reiner Stach: Kafka - Die frühen Jahre (S. Fischer Verlag)
  • Philipp Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent (Suhrkamp Verlag)
  • Mirjam Zadoff: Der rote Hiob. Das Leben des Werner Scholem (Carl Hanser Verlag)

Sonderpreis an Monika Dommann

Der Sonderpreis im Rahmen des Programms „Geisteswissenschaften International" geht in diesem Frühjahr an ein Werk über die Geschichte des Urheberrechts. Monika Dommann erhält für ihr Buch „Autoren und Apparate" den Preis zur Förderung exzellenter geistes- und sozial­wissen­schaftlicher Publikationen.

In ihrer Begründung sagt die Jury: „Die besondere Leistung des Buches liegt darin, uns die Geschichte des Copyrights ,in the making' vor Augen zu führen und damit das komplexe Geflecht der Rechte und Interessen aller beteiligten Akteure anschaulich zu machen. Monika Dommann leistet die längst überfällige Historisierung der aktuellen Debatten um Urheber- und Verwertungsrechte unter dem Druck neuer Verbreitungsmedien – um Google Library, Open Access und File Sharing von Musik. In ihrer Geschichte des Copyrights im Medienwandel der letzten 150 Jahre erfahren wir, wie alt die neuen Probleme sind und wie fragil der rechtliche Schutz geistigen Eigentums ist. Damit ermöglicht es einen unverzichtbaren Blick in die Geschichte, um die Gegenwart zu begreifen."

Laudation in English

In Summer 2015 the prize “Geisteswissenschaften International” was awarded to Monika Dommann's book "Authors and Apparatuses" on the history of copy right and Urheberrecht.  The laudation was delivered by Judith Wilke-Privavesi, member of the jury, and publishing editor at Frankfurt based Campus publishers.

Ausgezeichnete Werke Oktober 2015

Im Herbst 2015 wählte die Jury folgende Werke zur Förderung aus:

  • Cornelius Borck: Hirnströme: Eine Kulturgeschichte der Elektroenzephalographie (Wallstein)
  • Christian Bumke u. Andreas Voßkuhle: Casebook Verfassungsrecht (Mohr Siebeck)
  • Christof Dejung: Fäden des globalen Marktes. Eine Sozial- und Kulturgeschichte des Welthandels am Beispiel der Handelsfirma Gebrüder Volkart 1851-1999 (Böhlau)
  • Jan Eckel: Die Ambivalenz des Guten. Menschenrechte in der internationalen Politik seit den 1940ern (Vandenhoeck & Ruprecht)
  • Elisabeth Gallas: Das Leichenhaus der Bücher. Kulturrestitution und jüdisches Geschichtsdenken nach 1945 (Vandenhoeck & Ruprecht)
  • Michael Hampe: Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik  (Suhrkamp)
  • Ralf Hoffrogge: Werner Scholem - eine politische Biographie (1895-1940) (UVK) 
  • Philip Hogh: Kommunikation und Ausdruck (Velbrück Wissenschaft)
  • Daniel Loick: Kritik der Souveränität (Campus)
  • Jürgen Martschukat: Die Ordnung des Sozialen. Väter und Familien in der amerikanischen Geschichte seit 1770 (Campus)
  • Michael Maul: „Dero berühmbter Chor“. Die Leipziger Thomasschule und ihre Kantoren 1212-1804 (Lehmstedt)
  • Thomas Vesting: Die Medien des Rechts: Sprache, Schrift, Buchdruck, Computernetzwerke (Velbrück Wissenschaft)
  • Benjamin Ziemann: Gewalt im Ersten Weltkrieg. Töten-Überleben-Verweigern (Klartext / Jakob Funke Medien)

Sonderpreis an Ulrich Herbert und Robert Kindler

Mit dem Sonderpreis im Rahmen des Programms „Geisteswissenschaften International“ sind in diesem Herbst zwei geschichtswissenschaftliche Werke gemeinsam ausgezeichnet worden. Ulrich Herberts „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ (C.H. Beck) und „Stalins Nomaden. Herrschaft und Hunger in Kasachstan“ von Robert Kindler (Hamburger Edition) erhalten den Preis zur Förderung herausragender geistes- und sozial­wissen­schaftlicher Publikationen.

In ihrer Begründung sagt die Jury: „Der Preis wird  diesmal bewusst zwei Monographien gemeinsam zugesprochen, die auf sehr unterschiedliche Weise aber beide exemplarisch die Leistungskraft deutscher historischer Forschung unter Beweis stellen. Ulrich Herberts souveräner Überblick sucht unter anderem die Antwort auf zwei Fragen: Wie konnte es geschehen, dass ein Land, das um 1900 als Paradebeispiel einer durchschlagenden Modernisierung gelten konnte, eine Generation später in die Barbarei des Nationalsozialismus abstürzte? Und wie konnte sich aus dieser Katastrophe heraus dasselbe Land zu einer Demokratie entwickeln, die manche in Europa als mustergültig empfinden? Robert Kindler untersucht in seiner Dissertation, wie unter Stalin die kasachischen Nomaden durch Hunger entweder ausgerottet oder zur Sesshaftigkeit und damit zur Eingliederung in das sowjetische System gezwungen wurden. Er zeigt die Prozesse auf, aus denen heraus die gegenwärtige, multiethnische Gesellschaft Kasachstans entstanden ist und untersucht eine Geschichte, deren Brisanz sowohl in Russland wie auch in Kasachstan selbst bisher ausgeblendet worden ist.“

Laudation in English

The prize is awarded jointly two monographs that illustrate the strength of German historical research in different ways.

Ulrich Herbert's History of Germany in 20th Century give  answers to two questions: How could a country that had been considered a prime example of resounding modernism in 1900 crash into barbarism of Nazism merely a generation later? And how did this same country develop into a commendable democracy out of this catastrophy?

In Stalin's Nomands Robert Kindler shows how the Kazakh nomads either were exterminated in the Stalin era by hunger or forced to settle down thus to integrate into the Soviet system. The dissertation shows the process out of which the current, multi-ethnic society of Kazakhstan has been created and looks at a story whose explosiveness has been hidden both in Russia and in Kazakhstan until now.

Laudation for the Fall 2015 Special Prize (PDF)