Branchen Monitor Buch







Ausgabe Januar 2010



Vertriebswege Sortiment *, Warenhaus *, E-Commerce (gesamt)
Umsatzveränderung Dezember 2009 gegenüber Dezember 2008: +0,1 %

Umsatzveränderung 2009 gegenüber Vorjahr: +2,8 %

(* nur Barumsätze)


1. Editionsformen – Umsatzveränderung Dezember 2009 gegenüber Vorjahresmonat

Editionsformen - Umsatzveränderung         gegenüber Vorjahresmonat

2. Warengruppen – Umsatzveränderung Dezember 2009 gegenüber Vorjahresmonat

Warengruppen - Umsatzveränderung gegenüber         Vorjahresmonat
 

Vertriebsweg Sortiment
Veränderung Barumsatz Dezember 2009 gegenüber Dezember 2008: -2,4 %
Veränderung Barumsatz 2009 gegenüber Vorjahr: ± 0



Kurzkommentar zur Situation im Buchmarkt:

Mäßiger Jahresendspurt

Nach guten Umsatzsteigerungen in den beiden letzten Monaten schließen die Vertriebswege Sortiment, Warenhaus und E-Commerce den Dezember mit einer schwarzen Null ab (plus 0,1 Prozent). Für das Gesamtjahr resultiert aus dieser Entwicklung für die drei Vertriebswege ein Umsatzplus von 2,8 Prozent.
Der Blick auf den Sortimentsbuchhandel zeigt hingegen eine negative Entwicklung im Dezember (minus 2,4 Prozent) und auch im gesamten Jahr konnte gegenüber 2008 keine Umsatzsteigerung erzielt werden. Auch die Rechnungsverkäufe verliefen im Dezember mit Minus 11,3 Prozent deutlich schlechter als im Vorjahresmonat.

Geld ausgegeben wurde insbesondere für Taschenbücher. In diesem Segment wurde ein Umsatzanstieg von 2,9 Prozent erreicht. Deutlich zurück im Vergleich zum Vorjahr ging der Umsatz mit Hörbüchern (minus 6,9 Prozent). Auch Hardcover verkauften sich schlechter: Hier wird ein Umsatzrückgang von 0,3 Prozent verbucht.

Dominiert wurde die Rangliste der Warengruppen im Weihnachtsmonat eindeutig von der Belletristik. Diese Warengruppe erzielte ein Umsatzplus von 7,5 Prozent. Einzig im – wenn auch geringen – positiven Bereich zeigt sich noch die Warengruppe Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik, die ein Umsatzplus von 0,2 Prozent erzielt hat. Deutlich schlechter als im Dezember 2008 verkaufte sich Literatur aus dem Bereich Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (minus 15,3 Prozent). Auch Sachbücher mussten mit 9,6 Prozent einen Umsatzrückgang hinnehmen. Daneben waren folgende Warengruppen im Minus: Kinder- und Jugendbücher (minus 5,5 Prozent), Geisteswissenschaften, Kunst, Musik (minus 4,5 Prozent), Reisen (minus 1,3 Prozent), Ratgeber (minus 0,2 Prozent).

Dr. Christoph Kochhan
Leiter Marketing und Marktforschung
 

Special »Belletristik«
Vertriebswege Sortiment *, Warenhaus *, E-Commerce (gesamt)
Umsatzveränderung 2009 gegenüber Vorjahr: 6,9 %

(* nur Barumsätze)

Belletristik – Umsatzentwicklung 2009 gegenüber Vorjahr

Umsatzentwicklung
 

Belletristik – Umsatzverteilung 2009

Warengruppenanteile
 

Belletristikmarkt auf Erfolgskurs

Ein Umsatzplus von 6,9 Prozent brachte der Verkauf belletristischer Literatur im Jahr 2009. Damit baut das Wachstum auf einem ebenfalls sehr guten Vorjahr auf – 2008 wurde ein Umsatzanstieg von 8,1 Prozent verbucht.
Belletristische Literatur konnte damit ihren Marktanteil halten und sogar leicht ausbauen: Lag der Anteil im Jahr 2007 noch bei 29,6 Prozent, stieg er 2008 auf 32,3 Prozent und beläuft sich aktuell auf 33,8 Prozent. Innerhalb der Warengruppe Belletristik ist die erzählende Literatur mit einem Anteil von 47,3 Prozent auch 2009 wieder die bedeutendste Umsatzträgerin. Allerdings zeigt die Betrachtung nach Umsatz hier mit einem Minus von 1,9 Prozent einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Den zweithöchsten Marktanteil haben Bücher aus dem Bereich Spannung. Lag der entsprechende Wert 2008 noch bei 24,9 Prozent, konnte er 2009 auf 28,2 Prozent gesteigert werden. Damit einher geht ein ansehnliches Umsatzwachstum von 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Positiv verlief das Jahr auch für den Bereich Comic, Cartoon, Humor, Satire. Das Umsatzplus liegt hier bei 27,7 Prozent (Marktanteil: 8,7 Prozent). Darüber hinaus konnte der Bereich Science Fiction, Fantasy (plus 19,7 Prozent) mit einer zweistelligen Zuwachsrate eine positive Jahresbilanz ziehen. Gemischte Anthologien erzielten ein Umsatzplus von 4,7 Prozent.
Zu den Verlierern 2009 in der Warengruppe Belletristik zählen neben Erzählender Literatur folgende Gruppen: Zweisprachige Ausgaben (minus 28,8 Prozent), Lyrik, Dramatik (minus 6,5 Prozent) sowie Geschenkbücher (minus 2,5 Prozent).

Dr. Christoph Kochhan
Leiter Marketing und Marktforschung


Zusammensetzung der Vertriebswege des Buchhandels

Der Buchmarkt in Deutschland setzt sich aus unterschiedlichen Vertriebswegen zusammen (Marktanteile beziehen sich auf das Jahr 2008). Das »Handelspanel Buch« deckt bisher ausschließlich die rot schraffierten Vertriebswege ab: Sortimentsbuchhandel, Warenhäuser und E-Commerce.


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Der Branchen-Monitor BUCH basiert auf den von media control GfK International im »Handelspanel Buch« erhobenen Daten. Die statistische Grundlage des Panels bilden 1.400 Points of Sale. Basis sind alle Abverkäufe der an der Stichprobe teilnehmenden Händler, welche über die Kassensysteme erfasst werden und eindeutig identifizierbar sind. (Erhebungszeitraum: jeweils der erste bis letzte Verkaufstag eines Monats.)


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Titelproduktion

Nachdem die Verlage ihre Titelproduktion 2009 und 2008 leicht gedrosselt hatten, stieg die Anzahl der Novitäten in 2010 wieder. Es gab 95.838 Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt, 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Lizenzen und Übersetzungen

Die Zahl der Übersetzungen ist 2010 um 3,1 Prozent gesunken. Nachdem 2008 mit 11.903 Übersetzungen eine kräftige Steigerung gegenüber dem Vorjahr erreicht wurde, ging die Anzahl der Übersetzungen 2009 auf 11.800 und in 2010 auf 11.439 Titel zurück. Stabil geblieben ist der Anteil der Übersetzungen an der gesamten Titelproduktion in Deutschland: Mit 12,8 Prozent liegt er leicht über dem der Vorjahr (2008: 12,6 Prozent, 2009: 12,7 Prozent).

Im Lizenzgeschäft gab es 2010 einen deutlichen Aufschwung: Es wurden 30% mehr Lizenzen an ausländische Partner verkauft als im Vorjahr. Dies entspricht dem Abschluss von 8.191 Kaufverträgen. 2008 war die Anzahl der verkauften Lizenzen um 17,6 Prozent auf 7.605, 2009 um 17,4 Prozent auf 6.278 gesunken. Intensiviert haben sich 2010 vor allem die Geschäftsbeziehungen mit China, das mit 789 Lizenzen erstmals wichtigster Handelspartner wird. Spanien stieg von Rang fünf auf Rang zwei (646 Lizenzen), während Polen mit 578 Lizenzen nur noch den dritten Platz belegt.

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Leitung Marketing & PR, Oculum-Verlag, Erlangen

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