Börsenverein: Branchen-Monitor-Buch

Branchen Monitor Buch







Ausgabe Juli 2010



Vertriebswege Sortiment *, Warenhaus *, E-Commerce (gesamt)
Umsatzveränderung Juni 2010 gegenüber Juni 2009: -1,1 %

Umsatzveränderung 2010 gegenüber Vorjahr: -0,5 %

(* nur Barumsätze)


1. Editionsformen – Umsatzveränderung Juni 2010 gegenüber Vorjahresmonat

Editionsformen - Umsatzveränderung  gegenüber Vorjahresmonat

2. Warengruppen – Umsatzveränderung Juni 2010 gegenüber Vorjahresmonat

Warengruppen - Umsatzveränderung gegenüber  Vorjahresmonat
 

Vertriebsweg Sortiment
Veränderung Barumsatz Juni 2010 gegenüber Juni 2009: -3,5 %
Veränderung Barumsatz 2010 gegenüber Vorjahr: -4,2 %



Kurzkommentar zur Situation im Buchmarkt:

Sommerbeginn im Minus

Konnten die Vertriebswege Sortiment, Warenhaus, E-Commerce den Wonnemonat Mai noch mit einer schwarzen Null abschließen, mussten sie im Juni einen Umsatzrückgang von 1,1 Prozent hinnehmen – und dies, obwohl der Juni 2010 einen Verkaufstag mehr hatte als der Vorjahresmonat. Aus dieser Entwicklung resultiert für das erste Halbjahr 2010 ein Umsatzrückgang von 0,5 Prozent. Auch der Sortimentsbuchhandel musste im Juni wiederum Umsatzeinbußen verschmerzen: Das Minus lag hier sogar bei 3,5 Prozent. Kumuliert führt dies zu einem Umsatzrückgang im Sortimentsbuchhandel von 4,2 Prozent in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei zeigt das erste Halbjahr, dass sich der Umsatz im Sortimentsbuchhandel im Vergleich zur allgemeinen Entwicklung der Vertriebswege durchweg schlechter entwickelt hat – ein Indiz, dass das Internet zunehmend Käuferschichten an sich bindet. Der Rechnungsumsatz verzeichnete im Sortiment im Juni dank des Schulbuchgeschäfts ein Plus von 14,6 Prozent.

Ein Umsatzplus von einem Prozent konnte mit Hardcovern erzielt werden. Dem gegenüber hatten Hörbücher einen deutlichen Umsatzeinbruch von 10 Prozent. Aber auch Taschenbücher verzeichneten mit minus 4,4 Prozent einen Umsatzrückgang.

Umsatzgewinner im Juni war die Warengruppe Kinder- und Jugendbücher mit einem Umsatzanstieg von 5,2 Prozent. Positiv entwickelten sich auch die Bereiche Geisteswissenschaften, Kunst, Musik (plus 2,6 Prozent) sowie Belletristik (plus 1,4 Prozent). Trotz der beginnenden Urlaubszeit entwickelte sich die Warengruppe Reise mit einem Minus von 5,8 Prozent negativ – evtl. ein Hinweis, dass man sich über Reiseziele zunehmend mittels des world wide webs informiert. Aber auch die anderen Warengruppen zeigten einen Umsatzrückgang: Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (minus 8,9 Prozent), Ratgeber (minus 7,2 Prozent), Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (minus 5,8 Prozent) sowie die Warengruppe Sachbuch (minus 2,3 Prozent)

Dr. Christoph Kochhan
 

Special »Sachbuch«
Vertriebswege Sortiment *, Warenhaus *, E-Commerce (gesamt)
Umsatzanteil der Warengruppe am Gesamtmarkt im 1. Halbjahr 2010: 8,8 %

Umsatzveränderung der Warengruppe 1. Halbjahr 2010 gegenüber 2009: -2,5 %

(* nur Barumsätze)

Sachbuch – Umsatzentwicklung 1. Halbjahr 2010 gegenüber Vorjahr

Umsatzentwicklung
 

Sachbuch – Umsatzverteilung 1. Halbjahr 2010

Warengruppenanteile
 

Umsatzrückgänge auf dem Sachbuchmarkt

Sachbücher tragen zum Gesamtmarkt mit 8,8 Prozent bei. Sie mussten im ersten Halbjahr 2010 ein Minus von 2,5 Prozent hinnehmen. Besonders deutliche Rückgänge waren in den Warengruppen Lexika, Nachschlagewerke (minus 15 Prozent), Philosophie, Religion (minus 19,3 Prozent) sowie Natur, Technik (minus 20,2 Prozent) zu verzeichnen. Auch das Thema Geschichte blieb leicht unter dem Vorjahreswert (minus 1,7 Prozent). Diese vier Bereiche machen zusammen einen Umsatzanteil von über 40 Prozent aus.

Die übrigen Bereiche, die ein Umsatzplus aufweisen, konnten die negative Entwicklung nicht ausgleichen. Im Einzelnen: Psychologie, Esoterik, Spiritualität, Anthroposophie 7,8 Prozent, Musik, Film, Theater 7,6 Prozent, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft 6,9 Prozent, Kunst, Literatur 6,0 Prozent.

Die wichtigste Umsatzträgerin ist die Sachgruppe Politik, Gesellschaft, Wirtschaft mit 31,3 Prozent. Auch haben die Bereiche Lexika, Nachschlagewerke mit 15,1 Prozent, Geschichte mit 14,9 Prozent und Psychologie, Esoterik, Spiritualität, Anthroposophie mit 11,8 Prozent noch einiges Gewicht in die Waagschale zu werfen. Alle übrigen Warengruppen liegen mit ihrem Umsatzanteil unter 10 Prozent.

Gertraud Majer


Zusammensetzung der Vertriebswege des Buchhandels

Der Buchmarkt in Deutschland setzt sich aus unterschiedlichen Vertriebswegen zusammen (Marktanteile beziehen sich auf das Jahr 2009). Das »Handelspanel Buch« deckt bisher ausschließlich die rot schraffierten Vertriebswege ab: Sortimentsbuchhandel, Warenhäuser und E-Commerce.


Logo GfK international

Der Branchen-Monitor BUCH basiert auf den von media control GfK International im »Handelspanel Buch« erhobenen Daten. Die statistische Grundlage des Panels bilden 1.400 Points of Sale. Basis sind alle Abverkäufe der an der Stichprobe teilnehmenden Händler, welche über die Kassensysteme erfasst werden und eindeutig identifizierbar sind. (Erhebungszeitraum: jeweils der erste bis letzte Verkaufstag eines Monats.)


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Titelproduktion

Nachdem die Verlage ihre Titelproduktion 2009 und 2008 leicht gedrosselt hatten, stieg die Anzahl der Novitäten in 2010 wieder. Es gab 95.838 Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt, 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Lizenzen und Übersetzungen

Die Zahl der Übersetzungen ist 2010 um 3,1 Prozent gesunken. Nachdem 2008 mit 11.903 Übersetzungen eine kräftige Steigerung gegenüber dem Vorjahr erreicht wurde, ging die Anzahl der Übersetzungen 2009 auf 11.800 und in 2010 auf 11.439 Titel zurück. Stabil geblieben ist der Anteil der Übersetzungen an der gesamten Titelproduktion in Deutschland: Mit 12,8 Prozent liegt er leicht über dem der Vorjahr (2008: 12,6 Prozent, 2009: 12,7 Prozent).

Im Lizenzgeschäft gab es 2010 einen deutlichen Aufschwung: Es wurden 30% mehr Lizenzen an ausländische Partner verkauft als im Vorjahr. Dies entspricht dem Abschluss von 8.191 Kaufverträgen. 2008 war die Anzahl der verkauften Lizenzen um 17,6 Prozent auf 7.605, 2009 um 17,4 Prozent auf 6.278 gesunken. Intensiviert haben sich 2010 vor allem die Geschäftsbeziehungen mit China, das mit 789 Lizenzen erstmals wichtigster Handelspartner wird. Spanien stieg von Rang fünf auf Rang zwei (646 Lizenzen), während Polen mit 578 Lizenzen nur noch den dritten Platz belegt.

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