User Generated Content: Chancen, Risiken und Perspektiven für Verlage

Mittwoch 15.10.2008, 11:30–12:30 Uhr
Forum Zukunft, Halle 4.0, Stand G 1337

Wie nutzen Verlage den Input ihrer Kunden? Welche neuen Geschäftsmodelle sind möglich? Kannibalisiert User Generated Content womöglich das Kerngeschäft? Anhand prominenter Beispiele diskutieren die Podiumsteilnehmer den Sinn und Nutzen von User Generated Content.

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Beate Muschler

Zum 1. Januar 2007 startete Beate Muschler als Verlagsleiterin Electronic Publishing im Gräfe und Unzer Verlag und launchte dort zum 1.12.2007 das Kochportal www.kuechengoetter.de. Zuvor war sie neun Jahre bei der Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm, einem der führenden Fachinformationsanbieter im Recht-Wirtschaft-Steuern-Markt(Mediengruppe Süddeutscher Verlag). Ab 2000 leitete sie dort den Bereich Electronic Publishing und war für die Konzeption und Realisierung der elektronischen Verlagsprodukte, von CD-ROM- über Intranet-Anwendungen bis hin zu zielgruppenspezifischen Online-Lösungen verantwortlich.

Wie profitieren die Verlage von User Generated Content?

„Durch die Wandlung des Kunden vom passiven Konsumenten zum aktiven Prosumenten treten Kunden und Verlag in eine sehr direkte und unverstellte Interaktion ein. Dies bietet den Verlagen die Chance, näher an den Bedürfnissen der Zielgruppe zu sein, und gemeinsam mit den Usern Mehrwert für alle Nutzer zu schaffen.“

Jennifer Nikodem

Jennifer Nikodem, Jahrgang 1976, ist Diplom-Kauffrau und besitzt ein Marketing Certificate der Berkeley University. Nach ihrem Studium in Buenos Aires, Berkeley und Oestrich-Winkel war ihre erste berufliche Station in der Unternehmensentwicklung bei Bertelsmann. Danach arbeitete sie bei Rowohlt im Finanzbereich. Es folgte ihre Tätigkeit als Business Analyst in der Holding der Verlagsgruppe Holtzbrinck, wo sie für die amerikanischen und deutschen Publikums- und Wissenschaftsverlage zuständig war. Danach arbeitete sie als Projektmanagerin in der Unternehmensentwicklung bei Macmillan, wo sie u.a. für den E-Book-Launch von Pan Macmillan und der Markteinführung von Macmillan English Campus in Deutschland verantwortlich war. Seit Mai 2007 ist sie Projektleiterin von www.LovelyBooks.de

Wie profitieren die Verlage von User Generated Content?

„User generated Content bietet Verlagen verschiedene Möglichkeiten:

  1. Kundenfeedback: direktes Feedback vom Konsumenten zu Produkten und Dienstleistungen. Dieses Feedback ist wertvoll zur Verbesserung bestehender Produkte als auch zur Konzipierung neuer Produkte und Dienstleistungen.
  2. Verkaufsunterstützende Argumente: bei "guten Produkten" ist das direkte positive Userfeedback, z.B. die Rezension, das glaubwürdigste Kaufargument für andere Konsumenten.
  3. Reichweite: Web2.0 Angebote erzielen teilweise kostengünstiger höhere Reichweiten als traditionelle redaktionelle Angebote. Verlage erhalten demnach durch Web2.0 Angebote die Möglichkeit, eine breitere Kundenschicht direkt zu erreichen.

Patrick Sellier

Patrick Sellier (36) gehört der vierten Generation der Verlegerfamilie Sellier an. Seit November 1997 ist er Verleger von Sellier / de Gruyter, der Verlag, der unter anderem J. von Staudingers Kommentar herausgibt. Im Jahr 2001 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Sandra Sellier den Verlag sellier. european law publishers (s.elp), der Büchern und Zeitschriften zum Gemeinschaftsrecht sowie zum Internationalen Handels- und Privatrecht publiziert und das Fachportal www.law-net.eu betreibt - einer virtuellen Welt für Juristen. Die Nutzer des Portals können sich in Foren zu spezifischen juristischen Fragestellungen austauschen und werden zudem eingeladen, eigene Artikel und Dokumente auf die Plattform einzustellen. Seit 2007 ist Sellier zudem Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft rechts- und staatswissenschaftlicher Verlage.

Wie profitieren die Verlage von User Generated Content?"

„Wenn wir Verlage die Möglichkeiten des User Generated Content auf unseren Webseiten nicht zulassen und fördern, werden die Nutzer wieder von Branchenfremden versorgt werden. Dies sollten wir von Amazon, Google und Wikipedia gelernt haben. Wir sollten deshalb nicht nach dem Profit fragen, sondern zunächst darauf achten, dass die Themen, die wir besetzen, nicht von uns bisher unbekannten Konkurrenten besetzt werden.“