Wirtschaftsunternehmen Verlag

Marktvolumen

Nach Schätzungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hatte der deutsche Buchmarkt 2015 ein Marktvolumen von 9,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr verbuchte die Branche damit ein Umsatzminus von 1,4 Prozent.

Struktur

Die Buchhandelslandschaft in Deutschland ist trotz der in jüngster Zeit auszumachenden Konzentrationsprozesse kleinteilig strukturiert. Dies betrifft sowohl den verbreitenden Buchhandel als auch die Verlage.

Zum 31. Dezember 2015 zählte der Börsenverein 4.963 Mitglieder, davon 1.745 im herstellenden Buchhandel, 3.064 im verbreitenden Buchhandel, 71 im Zwischenbuchhandel und 19 Verlagsvertreter, dazu 32 Partnermitglieder und 32 internationale Mitglieder. Das Statistische Bundesamt hatte 2014 2.117 Buchverlage mit einem steuerbaren Umsatz (mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz) erfasst.

Titelproduktion

2015 wurden in Deutschland 76.547 Erstauflagen auf den Markt gebracht, hinzukommen 12.959 Neuauflagen. Mit insgesamt 89.506 Erst- und Neuauflagen stieg die Zahl um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In dieser Zahl enthalten sind alle in Deutschland erschienenen Titel, also auch jene von Institutionen etc., die nicht zu den Verlagen im engeren Sinn zu rechnen sind. 18,5 Prozent der Erstauflagen waren belletristische Titel. Darauf folgt die deutsche Literatur, die gesondert ausgewiesen wird, mit 13,9 Prozent. Auf Platz 3 liegt das Kinder- und Jugendbuch mit 11,9 Prozent.

Anteil der Warengruppen am Gesamtumsatz

Die Verteilung der Erstauflagen auf die einzelnen Warengruppen lässt noch keine Schlüsse auf den Verkauf zu. Im Auftrag des Börsenvereins ermittelt GfK Entertainment die Barumsätze im Sortimentsbuchhandel, im Bahnhofsbuchhandel, in Warenhäusern und im E-Commerce. Das heißt, das Rechnungsgeschäft mit Firmen und Institutionen wird hierbei nicht erfasst. Belletristische Titel tragen in den erhobenen Vertriebswegen 32,1 Prozent zum Gesamtumsatz bei, Kinder- und Jugendbücher 15,8 Prozent und Reiseliteratur 6,5 Prozent. Der Umsatzanteil von Ratgebern liegt bei 14,3 Prozent und der von Sachbüchern bei 10,3 Prozent. Die Wissenschaften kommen zusammen auf 10,9 Prozent, der Bereich Schule und Lernen auf 10,0 Prozent.

Vertriebswege

Der Sortimentsbuchhandel ist mit einem Umsatz von 4,43 Milliarden Euro nach wie vor der wichtigste Vertriebsweg für Bücher. Die Erlöse des Versandbuchhandels stiegen im vergangenen Jahr auf 1,7 Milliarden Euro, der Onlinehandel (der ebenfalls zum Versandbuchhandel zählt) stieg um 6,0 %. Der Anteil des Versandbuchhandels am Gesamtumsatz lag 2015 bei 18,7 Prozent, der des Direktgeschäfts der Verlage bei 20,9 Prozent bzw. 1,92 Milliarden Euro. Warenhäuser (1,2 Prozent) und Buchgemeinschaften (0,8 Prozent) spielen eine wesentlich geringere Rolle als Absatzkanal als sonstige Verkaufsstellen, zu denen auch Nebenmärkte wie beispielsweise Discounter zählen: sie erwirtschafteten 2015 einen Anteil am Gesamtumsatz mit Verlagserzeugnissen von 10,1 Prozent.

Außenhandel und Lizenzgeschäft

Im Jahr 2014 wurden Bücher, Zeitschriften und andere Gegenstände des Buchhandels im Wert von 2,04 Milliarden Euro exportiert. Die Ausfuhren gingen zu einem großen Teil in die deutschsprachigen Nachbarländer Schweiz und Österreich.

2015 haben die deutschen Verlage 10.179 Übersetzungen herausgebracht (Erst- und Neuauflagen), 63,8 Prozent der Erstauflagen Titel wurden aus dem Englischen übersetzt. Zeitleich wurden 7.521 Lizenzen ins Ausland verkauft – die größten Interessenten an deutschen Büchern kommen aus dem europäischen Raum und aus Asien.

Ladenpreise

Bücher sind 2015 durchschnittlich um 1,8 Prozent billiger geworden. Der Durchschnittsladenpreis der Erstauflagen lag beispielsweise bei Fachbüchern aus den Bereichen Naturwissenschaften und Mathematik bei 44,32 Euro und bei belletristischen Titeln bei 14,72 Euro.

Wirtschaftsunternehmen Verlag

An der jüngsten Schnellumfrage des Börsenvereins zur wirtschaftlichen Entwicklung beteiligten sich 126 Verlage (Umsatzvolumen: 1,95 Milliarden Euro). Die Gesamtumsätze der teilnehmenden Verlage sind um 2,0 Prozent gesunken (2014: minus 0,4 Prozent). Auch die Kosten haben sich verringert, jedoch mit minus 1,1 Prozent weniger als der Umsatz. Trotzdem beurteilten 34,8 Prozent der teilnehmenden Verlage ihr Betriebsergebnis 2015 besser als das von 2014. 39,3 Prozent beurteilen es jedoch schlechter als 2014. Für 2016 rechnet die Mehrheit der Verlage mit einem gleichbleibenden oder besseren Jahresergebnis (44,0 Prozent bzw. 37,1 Prozent).

Die Buchumsätze sind 2015 um 4,0 Prozent gesunken. Die Online-Dienste wachsen weiter auf hohem Niveau (plus 14,3 Prozent). Gleichermaßen sieht es bei den sonstigen Waren aus (plus 8,1 Prozent). Die Nebenrechtserträge sind mit minus 5,2 Prozent am stärksten gesunken. Die Zeitschriften- und Anzeigenerlöse sind nahezu konstant geblieben.

Die Ausgaben für Herstellung und Personal sind die größten Kostenblöcke im Wirtschaftsunternehmen Verlag: Der Anteil der Herstellkosten am Gesamterlös lag 2015 bei 33,5 Prozent. Die Personalkosten machten 28,8 Prozent aus. Die Herstellkosten sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gesunken, die Personalkosten um 1,5 Prozent gestiegen.

Der Anteil der Honorare für Autoren, Herausgeber und Übersetzer lag 2015 bei durchschnittlich 16,1 Prozent der Verlagserlöse. Die Ausgaben für Werbung machen 8,4 Prozent des Gesamterlöses aus, die Kosten für die Auslieferung 8,2 Prozent. Die EDV-Kosten (Ausstattung mit Hard- und Software sowie Kosten für externe Dienstleister) sind 2015 durchschnittlich um 1,7 Prozent gesunken.

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Buchmarkt in Zahlen

Die statistischen Informationen zur Branche und zum Wirtschaftsunternehmen Verlag stammen aus "Buch und Buchhandel in Zahlen 2010" sowie aus der Schnellumfrage des Börsenvereins zur wirtschaftlichen Entwicklung im Verlagsbuchhandel 2009.

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