Auftakt der #lbm17: Starker Markt mit gesellschaftlichem Auftrag

22.03.2017

Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse hat sich Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins Alexander Skipis auf der Eröffnungspressekonferenz zu relevanten Themen der Buchbranche geäußert. Diese stehe momentan zwar gut da, so Skipis, erstmals seit drei Jahren sei der Umsatz wieder gestiegen. Dennoch bedrohen aktuelle Gesetzespläne die weltweit vorbildliche Publikationsvielfalt Deutschlands.

Deshalb „appellieren wir an die Bundesregierung, bei ihren Plänen die Rechte von Autoren und Verlagen zu stärken und die zunehmend bedrohte Freiheit des Wortes international kompromisslos zu verteidigen und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen“, sagte Skipis. 

Dem Buchmarkt insgesamt geht es gut: Das Jahresergebnis auf dem Buchmarkt lag 0,8 Prozent über dem des Vorjahres, die Umsätze bei Kinder- und Jugendbüchern stiegen gar um 9 Prozent. Leicht zurück gingen hingegen die Umsätze bei Belletristik (- 0,5 Prozent) und Sachbuch (- 2,7 Prozent).

Trotz der insgesamt positiven wirtschaftlichen Entwicklung sieht die Buchbranche wichtige Rahmenbedingungen ihrer Arbeit akut in Gefahr. So seien kleine und mittelgroße Verlage durch anstehende Rückzahlungen an Verwertungsgesellschaften existenziell bedroht. Das so genannte Urheberrechts-Wissensgesellschaftsgesetz kritisierte Skipis scharf: „Das Urheberrecht und die Verfügungsgewalt von Autoren und Verlagen über ihre Werke im Bildungs- und Wissenschaftsbereich werden fast abgeschafft“. Aufgrund der fehlenden Rechtsgrundlage auf europäischer Ebene hält Skipis den Gesetzentwurf für „verfassungsrechtlich äußerst bedenklich“. 

Skipis verwies auf den Online-Appell „Publikationsfreiheit für eine starke Bildungsrepublik“ (www.publikationsfreiheit.de), hinter dem Autoren, Verlage und andere Unterstützer aus dem Medien- und Bildungsbereich stehen. Der Aufruf an die Bundesregierung und die Länder hat bereits über 5.000 Unterstützer.

Abschließend griff Skipis das Thema der Meinungsfreiheit auf, das die Buchbranche insbesondere in Anbetracht der jüngsten politischen Entwicklungen sehr beschäftigt. „Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie sich überall dort kompromisslos einsetzt, wo die Freiheit des Wortes gefährdet ist und Autoren, Journalisten, Verleger und Buchhändler aufgrund ihrer Meinungsäußerungen verfolgt werden. Die Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht und Grundlage jeder publizistischen Arbeit. Sie ist für uns nicht verhandelbar“, sagte Skipis. Die Situation um die türkische Autorin Aslı Erdoğan, die ihr Land zurzeit nicht verlassen darf, bezeichnete er als Skandal und forderte President Erdoğan auf, die Repressalien zu beenden und inhaftierte Kulturschaffende wie den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel endlich freizulassen. 

Zur Pressemitteilung: www.boersenverein.de/de/portal/Presse/158382?presse_id=1298938

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Hörer kaufen mehr: Die Kaufintensivität von Hörbuchkonsumenten hat 2016 deutlich zugenommen. Das zeigt eine Analyse des GfK Consumer Panels im Auftrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, dessen langjährige Kooperation mit GfK Entertainment und GfK in diesen Tagen verlängert wurde. Die Zahl der durchschnittlich pro Hörbuchkäufer erworbenen Titel auf CD oder digital stieg von 4,6 auf 5,0 Hörbücher, das entspricht einer Steigerung von rund 9 Prozent. Der Umsatz wuchs um 1,1 Prozent.

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