Umgang mit rechten Verlagen auf der Frankfurter Buchmesse

Auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren sich in diesem Jahr auch einige rechte bis rechtsextreme Verlage. Im Sinne der Meinungsfreiheit, die für uns nicht relativierbar ist, lassen wir diese Auftritte zu, rufen aber zur aktiven Auseinandersetzung damit auf. Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis über die Haltung des Börsenvereins, die geplanten Auftritte und wie wir reagieren können.

Wie ist die Haltung des Börsenvereins?

Der Börsenverein tritt aktiv für die Meinungsfreiheit ein. Das bedeutet, dass wir Verlage oder einzelne Titel, die nicht gegen geltendes Recht verstoßen, nicht von der Frankfurter Buchmesse ausschließen. Allerdings bedeutet das nicht, dass wir das Gedankengut, das solche Verlage verbreiten, gutheißen. Wir treten für eine offene, vielfältige Gesellschaft ein, für Toleranz und Solidarität, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Wir sehen uns daher in der Pflicht, uns aktiv mit der Präsenz dieser Verlage auseinanderzusetzen und für unsere Werte einzutreten.

Wer präsentiert sich auf der Buchmesse?

Drei dezidiert rechte Verlage werden mit einem eigenen Stand vertreten sein: Antaios (Halle 3.1, Stand G 82), Manuscriptum (Halle 4.1, Stand E 46) und die Junge Freiheit (Halle 4.1, A 75). Außerdem war bereits in der Presse zu lesen, dass sich unter den mehr als 1.300 Titeln der von der ISBN-Agentur in der MVB organisierten Gemeinschaftspräsentation „livro. Titel aus Klein- und Selbstverlagen“ (Halle 3.1, Stand K 53) zwei Titel der Stiftung Europa Terra Nostra befinden. Der Verlag Antaois plant am Samstagnachmittag,  14. Oktober, von 16:30 bis 18:30 Uhr eine Reihe von Veranstaltungen im Forum Wissenschaft & Bildung (Halle 4.2, Stand C 96). Im Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse findet man diese unter ihren Titeln „Rolf Peter Sieferle – Ein Feuilleton-Skandal“, „Mit Linken leben“, „Akif Pirincci“ und „Identitär! Ein Aufbruch“.

Wie können wir reagieren?

Zum einen veranstalten der Börsenverein, die Frankfurter Buchmesse und andere Organisationen eine Reihe von Podiumsdiskussionen zu den Themen Meinungsfreiheit und -vielfalt, Diskussionskultur und Demokratie. Sie sind herzlich dazu eingeladen. Zum anderen werden wir uns auch in geeigneter Weise kritisch gegenüber den Botschaften dieser Verlage äußern und unsere Werte vor Ort vertreten. Wir laden auch Sie dazu ein, die Begegnung mit den Verlagen nicht zu scheuen und für Ihre Meinungen und Werte einzutreten. Meinungsfreiheit heißt auch Haltung zu zeigen. Engagieren Sie sich!

Wenn Sie Fragen zu möglichen Aktionen haben, können Sie sich gerne an freethewords@boev.de wenden.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins