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Übergriffe auf Buchbranche in Belarus: „Staat muss Verfolgung kritischer Stimmen beenden und öffentlichen Diskurs ermöglichen“

Die belarussische Regierung geht seit einigen Wochen verstärkt gegen kritische Stimmen aus der Kultur- und Buchbranche vor. Die Interessengruppe Meinungsfreiheit fordert einen demokratischen Diskurs.
Erstellt am 04.02.2021


Die belarussische Regierung geht seit einigen Wochen verstärkt gegen kritische Stimmen aus der Kultur- und Buchbranche vor. Mitte Januar nahmen Sicherheitskräfte mehrere Personen aus der Verlags- und Buchhandelsszene vorübergehend fest, die Literaturübersetzerin Volha Kalackaja ist nach wie vor in Haft. Es herrscht ein Klima der Angst und Unsicherheit unter Intellektuellen.

Jürgen Horbach, Sprecher der Interessengruppe Meinungsfreiheit des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:
„Die jüngste Welle der Bedrohungen von Verleger*innen, Buchhändler*innen, Übersetzer*innen und Schriftsteller*innen ist ein weiterer Schritt des Regimes von Präsident Lukaschenko, elementare Freiheits- und Menschenrechte in Belarus einzuschränken. Die Herstellung und Verbreitung von Schriften, seien sie journalistischer, literarischer oder essayistischer Art, sind eine wesentliche Stütze von Freiheitsbewegungen. Deshalb geraten Angehörige der Buchbranche in allen Ländern, die Freiheitsrechte unterdrücken, häufig sehr schnell ins Visier der Machtapparate. Wir fordern die Machthaber in Belarus auf, die Verfolgung von Buchhändler*innen, Verleger*innen und aller mit der Buchbranche verbundenen Personen einzustellen und einen öffentlichen Diskurs über gesellschaftliche Entwicklungen zuzulassen, wie er in demokratisch verfassten Staaten üblich ist. Unseren Kolleg*innen in Belarus rufen wir zu: Ihr seid nicht allein, wir stehen hinter Euch und tun das uns Mögliche, um Euch zu unterstützen.“

Zu den im Januar vorübergehend festgenommenen Personen zählen der Grafiker Anatol Lazar, die beiden Minsker Verleger Hienadź Viniarski (Verlag Knihazbor) und Andrej Januškievič (Verlag Januškievič) und Online-Buchhändler Aleś Jaŭdacha. Sie wurden wieder freigelassen, sollten sich aber verpflichten, nicht über die Vorwürfe gegen sie zu sprechen.
 

 


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