E-Lending

Der Börsenverein lehnt gesetzliche Zwangsregelungen (Beschränkungen des Urheberrechts) im Bereich der E-Book-Ausleihe ab. Eine marktgerechte Vergütung für Autoren und Verlage kann nur über Lizenzvereinbarungen erreicht werden.

Der Verleih eines E-Books unterscheidet sich grundsätzlich von dem eines gedruckten Buches: Digitale Bücher können praktisch unendlich vervielfältigt werden, ohne sich jemals abzunutzen. E-Books sind in vielen europäischen Ländern, auch in Deutschland, ein noch wachsender Markt. Etliche Verlage und Start-ups bieten mittlerweile auch Modelle für den temporären Zugriff auf E-Books wie Flatrates, Streaming- oder Leihmodelle an.

Damit Verlage und Autoren für die Verbraucher weiter an nachhaltigen Geschäftsmodellen arbeiten und am Markt bestehen können, bedarf es stabiler Rahmenbedingungen. Wenn Autoren und Verlage nicht mehr mit Bibliotheken Lizenzen für die E-Book-Nutzung zu angemessenen Konditionen aushandeln können, erhalten sie keine marktgerechte Vergütung für ihre Leistung. Letztlich wird dadurch das Angebot an hochwertigen und vielfältigen Inhalten mit kundenfreundlichen Nutzungsmöglichkeiten langfristig zurückgehen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat 2016 entschieden, dass E-Books und gedruckte Bücher beim Verleih durch Bibliotheken unter bestimmten Voraussetzungen gleich behandelt werden können. Demnach können nationale Gesetzgeber vorsehen, dass Bibliotheken digitale Bücher verleihen dürfen, ohne mit den Verlagen und Autoren marktgerechte Lizenzverträge abzuschließen. Der Börsenverein hält die Entscheidung des EuGH für einen falschen Schritt für die Weiterentwicklung des E-Book-Markts. Welche konkreten Auswirkungen das Urteil auf die deutsche Gesetzeslage hat, ist noch unklar.