Erfahrungsaustausch zu VLB-TIX beim „Stammtix“ im Norden

Seit knapp zwei Jahren ist VLB-TIX am Markt. Jede Buchhandlung, die das digitale Vorschausystem heute nutzt, tut es auf ihre Weise. Erfahrungswerte, Ausblicke und Wünsche können von nun an beim eigens dafür eingerichteten „Stammtix“ ausgetauscht werden.
Am 09.01.2018 trafen sich Nutzer und Betreiber zum Austausch in Hamburg. Sonja Oberndorfer (Vertriebsleiterin bei VLB-TIX) war Leiterin/Moderatorin an diesem Abend.

nord-Stammtix1

Wir haben Daniel Lager (Bücherstube am Krohnstieg) zu seinen Erfahrungen mit VLB-TIX und dem Stammtix befragt:

Die Frühjahrsbörse 2018 war meine erste reine tix-Börse. Ich habe in dieser Saison zu Hause oder im Laden keine einzige (!) analoge Vorschau in die Hand genommen, es sei denn, um sie ins entsprechende Regal zu stellen. Die Vorbereitungen habe ich also allesamt online gemacht. Das Fazit: ich war noch nie so früh fertig wie in diesem Jahr. Ich konnte tatsächlich all meinen Vertretern eine Woche vor dem Termin eine vorab-csv schicken, die dann von denen in ihre jeweiligen Bestellsysteme hätten eingelesen werden können/sollen. Und auf der Börse konnte ich mit den Vetretern, die den Import tatsächlich gemacht hatten, herrlich über die Titel reden, die ich vergessen/übersehen und/oder mehr oder weniger bewusst unterlassen hatte. Das war super!

Natürlich hat der Import meiner Dateien nicht bei jedem Vertreter reibungslos geklappt - das wäre ja auch zu schön gewesen. Und hier waren die Lösungsansätze so vielfältig wie die Zahl der Menschen, mit denen ich zu tun hatte. Es gab die Vertreter, die die Liste ausgedruckt vorliegen, und die, die die Daten händisch eingepflegt hatten. Es gab auch die, die nix gemacht hatten.

Das Erzeugen und Versenden der vorab-Datei ist wirklich unkompliziert und geht natürlich schneller, als das Sortieren der Vorschautitel in Papierform. Und das Arbeiten mit dem Vertreter macht mehr Spaß, weil es ums Wesentliche geht und nicht um die Titel, die man sowieso einkauft.
Probleme gab es aber auch: das Einkaufen für 2 Filialen muss praktischer werden. Der Wechsel zwischen 2 Verkehrsnummern ist bei vielen Vertretersystemen offenbar kompliziert und das dauert dann länger, als ich toll finde. Auch die logistische Aufteilung von Partien und trotzdem gemeinsame Berechnung/Anerkennung von Rabattstufen usw. muss noch optimiert werden.W arum soll ich als Firma mit 2 Standorten nicht bestimmen können, wohin die einzelnen Exemplare einer Partie/Mindenstbestellmenge geliefert werden? Bezahlen muss ich die Lieferung doch sowieso. Und abgerechnet wird alles zentral.
Es kann ja nicht sein, dass ich zwar elektronisch arbeite, aber die Bestellung/Ergänzung für die Filiale, die gerade nicht geöffnet ist, auf einem Schmierzettel neben dem Laptop gemacht wird...


Mein Fazit: Alles in allem muss ich eine positive Bilanz nach dieser Börse ziehen. tix macht (mir) Spaß und spart richtig (meine) Zeit. Mein organisatorischer und logistischer Aufwand ist wirklich VIEL kleiner geworden. Großer (und für mich entscheidender) Pluspunkt.
Wenn aber die Verlage wollen, dass mehr Buchhändler tixen, müssen Sie ihren Vertretern auch die notwendigen Werkzeuge an die Hand geben. Ich kann ja noch so viele Dateien verschicken - wenn sie nicht verarbeitet werden können, lese ich doch wieder Titelnummern vor...
Ein kleines Schmankerl im Nachgang war gestern der Import der Bestelldateien in meine WWS: über die ftp-Schnittstelle von vlbtix kann Libras die erzeugten Dateien runterladen und ich kann sie mit 2 Klicks verarbeiten. Kein kompliziertes Einlesen von Vertreter-bwa's, keine unleserlichen oder nicht erkannten Titel-Daten - alle Bestellungen sind innerhalb von 15 Minuten erfasst.

Außerdem: das System ist nicht perfekt. Aber es kann nur dann besser werden, wenn man es verwendet und an den Stellen, die nicht funktionieren oder nicht optimal laufen, an den Stellschrauben dreht. Die sieht oder bemerkt man aber erst, wenn man damit arbeitet. Deswegen möchte ich wirklich alle Kollegen herzlich ermuntern, es mit Tix zu probieren.

Zum Stammtix:
Die Resonanz bei den ersten beiden Stammtixen in Hamburg war ganz gut. Man lernt sich kennen und kommt leicht in lockeren Austausch. Ich halte die Stammtixe für eine phantastische Möglichkeit, den betreffenden Personen gleich mal  zu sagen, was besser laufen könnte oder wo man nochmal ansetzen müsste. Viele meiner Fragen habe ich auf der Börse von der mvb gleich beantwortet bekommen. Aber bei manchen Fragen ist der Kollege nebenan schon der richtige Ansprechpartner - und den treffe ich beim Stammtix. Und durch die angestrebte Vernetzung der einzelnen Stammtixe - beginnend mit einem gemeinsamen Event auf der Leipziger Buchmesse (Do 17-18 Uhr) -  wird da noch viel mehr möglich. Ich freue mich darauf!

nord-Stamitx2

Sonja Oberdorfer beschreibt die Vorteile des direkten Austausches unter Kollegen:

Am besten lernt man von KollegInnen. Wir fördern den Austausch zu VLB-TIX zwischen Buchhändlern, Vertretern und Verlagen und bauen unser Informationsangebot stetig aus. Ganz besonders gut gelingt dieser Austausch bei den VLB-TIX-Stammtischen – direkt miteinander ins Gespräch kommen. Fragen stellen, die man sonst nicht stellen würde. Und darauf direkt Antworten bekommen. Lernen von den KollegInnen, die von ihren Erfahrungen mit VLB-TIX direkt aus der Praxis erzählen. Gemeinsam priorisieren, was wichtig ist, was die nächsten Schritte sind. Ein tolles Format.

VLB-TIX-Stammtische gibt es in Berlin, München Hamburg und jetzt neu auch in Stuttgart.

Und wir wollen unsere Stammtische überregional vernetzen. Erstes Treffen dazu auf der Leipziger Buchmesse.


Happy Hour: StammTIX@lbm18
Donnerstag, 15.03.2018, 17:00 bis 18:00 Uhr
Halle 5, Stand G 600, Treffpunkt Buch