Presse-Information

Für eine vielfältige und zukunftsfähige europäische Buchkultur: Buchtage starten mit Berliner Erklärung der deutschen und französischen Buchhandelsverbände #btb17

13.06.2017

Vertreter der deutschen und französischen Buchbranche fordern nachhaltige Strategien bei Gesetzesreformen im digitalen Zeitalter / Berliner Erklärung von Syndicat national de l’édition, Syndicat de la Librairie Française, Syndicat des Distributeurs de Loisirs Culturels und Börsenverein des Deutschen Buchhandels / Buchtage in Berlin mit 700 Verlegern, Buchhändlern und Partnern


Gemeinsam für eine zukunftsweisende europäische Buchpolitik: Zum Auftakt der Buchtage Berlin 2017 haben Vertreter der französischen und deutschen Buchhandelsverbände einen Appell an die politischen Entscheidungsträger in Berlin, Paris und Brüssel gerichtet. Vertreter der französischen Verbände Syndicat national de l’édition (SNE), Syndicat de la Librairie Française (SLF) und Syndicat des Distributeurs de Loisirs Culturels (SDLC) sowie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels stellten eine gemeinsame Berliner Erklärung vor, in der sie nachhaltige Strategien für die Buchkultur im digitalen Zeitalter fordern.

„Mit den diesjährigen Buchtagen Berlin möchten wir einen deutsch-französischen Schwerpunkt in der Interessenvertretung gegenüber den politischen Entscheidungsträgern in Frankreich, Deutschland und auf EU-Ebene setzen. Im Austausch über Strategien und Lösungen und im gemeinsamen Eintreten für die Rechte von Buchhandlungen und Verlagen, aber auch für freiheitliche, demokratische Werte können wir viel erreichen. Gemeinsam können wir Europa gestalten“, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, heute zum Auftakt der Buchtage.

„In Zeiten, in denen sich einige Länder der Welt zunehmend ins Nationale zurückziehen und isolieren, kann Europa mit einer Dynamik der Offenheit antworten. Hier spielt das Buch eine entscheidende Rolle: Es ist die tragende Säule unserer Bildung, wichtiger Motor für Integration und Grundlage des gesellschaftlichen Lebens. Die deutsch-französische Zusammenarbeit kann und sollte einen wichtigen Beitrag bei diesem Bestreben leisten“, ergänzte Vincent Montagne, Präsident des französischen Verlegerverbandes SNE.

Berliner Erklärung für eine zukunftsweisende europäische Buchpolitik

Hintergrund der Erklärung sind die zahlreichen Reformvorhaben auf nationaler wie europäischer Ebene, die die Rahmenbedingungen der Buchbranche grundlegend betreffen. Mit dem Reformpaket für den Digitalen Binnenmarkt etwa stelle die Europäische Kommission derzeit Weichen, die den Zugang zu Inhalten im digitalen Zeitalter vereinfachen sollen. Die Vertreter der deutschen und französischen Buchbranche begrüßten die Pläne grundsätzlich, sehen allerdings den deutlichen Bedarf nach einer ausgewogenen und verhältnismäßigen Prüfung durch die Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament.
 
„Innovative und gut funktionierende Publikationsstrukturen, die wir in Frankreich und Deutschland und in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten kennen, sind über Jahrhunderte gewachsen. Der Wunsch nach einem einheitlichen Digitalen Binnenmarkt darf diese Strukturen und zugleich wesentlichen Garanten für kulturelle Vielfalt und Identität in Europa nicht opfern. Die Zukunftsfähigkeit der europäischen Buchbranche kann nur durch eine weitsichtige und bedachte Herangehensweise an den Reformprozess garantiert werden“, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, heute bei der Vorstellung der Berliner Erklärung. Nur so könne die Buchbranche ihren Anspruch, einen wichtigen Beitrag zum Gelingen einer freien und demokratischen Gesellschaft beizutragen, erfüllen: „Leistungen von Autoren, Verlagen und Buchhandlungen verdienen Respekt und Rahmenbedingungen, die Arbeit und Investitionen, Kreativität und unternehmerisches Handeln auch ökonomisch ermöglichen.“

In der Erklärung stellen die deutschen und französischen Verbände konkrete Forderungen zu nationalen und europäischen Themen auf. So fordern sie etwa, die gemeinsame Rechtewahrnehmung durch Verlage und Autoren zu sichern, Bildungs- und Wissenschaftsverlage in der aktuellen Urheberrechtsdebatte zu stärken und Lizenzangeboten grundsätzlich den Vorrang vor Schrankenregelungen zu geben. Der Appell enthält auch den Wunsch nach einem klaren Bekenntnis zur Buchpreisbindung, einem intensiven Einsatz für den reduzierten Mehrwertsteuersatz für E-Books sowie praxisgerechte Strategien für Interoperabilität und Barrierefreiheit für digitale Buchformate.

Buchtage Berlin mit deutsch-französischem Schwerpunkt

Im Jahr des Ehrengastauftritts Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse steht die Jahrestagung der deutschen Buchbranche im Zeichen des deutsch-französischen Austauschs. Noch bis morgen diskutieren bei den Buchtagen Berlin rund 700 Vertreterinnen und Vertreter von Verlagen, Buchhandlungen und ihren Partnern unter dem Motto „Werte – Wandel – Verantwortung“ im bcc Berlin Congress Centrum am Alexanderplatz aktuelle Fragen aus Branche und Gesellschaft.

Material:

Berliner Erklärung der deutschen und französischen Buchhandelsverbände im Wortlaut

Pressefoto: Vorstellung der Berliner Erklärung bei der Eröffnung der Buchtage Berlin 2017. V.l.n.r.: Vincent Montagne (SNE), Pierre Dutilleul (SNE), Alexander Skipis (Börsenverein), Matthieu de Montchalin (SLF), Heinrich Riethmüller (Börsenverein), Jean Luc Treutenaere (SDLC).

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