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Interessengruppe Unabhängige Verlage: „Deutscher Verlagspreis ist wichtiger erster Schritt in der Verlagsförderung“

Die IG Unabhängige Verlage des Börsenvereins steht hinter dem 2019 von Kulturstaatsministerin Monika Grütters initiierten Deutschen Verlagspreis. Nach Bekanntgabe der ausgezeichneten Verlage im September 2019 hatten einzelne Verlage Kritik geübt.
Erstellt am 30.10.2019


Die Interessengruppe (IG) Unabhängige Verlage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels steht hinter dem 2019 von Kulturstaatsministerin Monika Grütters initiierten Deutschen Verlagspreis. Nach Bekanntgabe der ausgezeichneten Verlage im September 2019 hatten einzelne Verlage Kritik geübt, unter anderem an der Auswahl und der Juryzusammensetzung.

Björn Bedey (Bedey Media) für den Sprecherkreis der IG Unabhängige Verlage:

„Der Deutsche Verlagspreis ist ein wichtiger erster Schritt in der Verlagsförderung. Es ist der einzige Preis, der auf Bundesebene das Wirken unabhängiger deutscher Verlage würdigt. Er unterstützt die 60 prämierten Verlage finanziell mit über 1 Million Euro. Zudem lenkt er über die Prämierten hinaus die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der gesamten Verlagslandschaft für unser Land. Für die Initiative und Umsetzung des Verlagspreises sind wir der Kulturstaatsministerin Monika Grütters ausdrücklich dankbar und befürworten die Fortführung des Deutschen Verlagspreises im Jahr 2020.

In die Entwicklungsphase des Preises war die IG eingebunden und konnte sich mit Vorschlägen einbringen. Auf unser Bestreben richtet sich der Preis etwa an alle Verlage, egal ob Literaturverlag, Sachbuchverlag, Ratgeberverlag, Fachbuchverlag oder Kinderbuchverlag. Auch die breite Streuung der finanziellen Zuwendung auf 60 Verlage und die Jahresumsatzbeschränkung auf bis zu 3 Millionen Euro war der IG ein wichtiges Anliegen.

Die Kritik an dem Preis aus den eigenen Reihen nehmen wir ernst und diskutieren diese offen. Die sehr angespannte wirtschaftliche Situation vieler Verlage und die Frustration angesichts der sich seit Monaten zuspitzende Rechts- und Wirtschaftslage befördert die Kritik an dem Preis und an fehlenden umfassenden Fördermaßnahmen zugleich. Sowohl der Kritik als auch der Forderung nach besserer Unterstützung müssen wir uns stellen.

Der deutsche Verlagspreis kann die dringend notwendige strukturelle Förderung der unabhängigen Verlage in Deutschland nicht ersetzen – dies muss mit Nachdruck der Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen und von der Politik eingefordert werden. In Deutschland werden seit Jahrzehnten zahlreiche kulturschaffende Branchen unterstützt; in Europa werden in zahlreichen Ländern Verlage gefördert – in Deutschland fehlte diese Förderung bisher gänzlich. Die Verlagsbranche ist zu Recht stolz, bisher ohne Förderungen ausgekommen zu sein – dies ist aber unter den sich verändernden Bedingungen nicht mehr möglich. Die Gesellschaft muss sich fragen, was ihr eine vielfältige Verlagslandschaft wert ist und diese entsprechend schützen.“

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