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Ausgabe Mai 2021
 
Vertriebswege Sortimentsbuchhandel, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- und Warenhaus, Elektro- und Drogeriemarkt (jeweils Barumsatz*) sowie E-Commerce
1. Gesamt
Veränderung April 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im April 2021 lag der Umsatz in den fünf Vertriebswegen 24,2 Prozent über dem vom April 2020, der Absatz 15,2 Prozent darüber. Die von den Käufer*innen bezahlten Preise stiegen im Schnitt um 7,7 Prozent.
Veränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Absatz +1,3%
Preis +5,7%
Umsatz +7,0%
Lesebeispiel: Von Januar bis April 2021 lag der Absatz in den fünf Vertriebswegen 1,3 Prozent über dem von Januar bis April 2020.
2. Umsatzveränderung
Umsatzveränderung jeweiliger Monat 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im April 2021 lag der Umsatz in den fünf Vertriebswegen 24,2 Prozent über dem vom April 2020.
3. Editionsformen
Umsatzveränderung April 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im April 2021 lag der Umsatz mit Hardcovern/Softcovern in den fünf Vertriebswegen 31,4 Prozent über dem vom April 2020.   
Umsatzveränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Hardcover/Softcover +13,3%
Taschenbuch -5,2%
Hörbuch/Audiobook -11,8%
Kalender -33,2%
Karten/Globen -16,3%
Lesebeispiel: Von Januar bis April 2021 lag der Umsatz mit Hardcovern/Softcovern in den fünf Vertriebswegen 13,3 Prozent über dem von Januar bis April 2020.   
4. Warengruppen
Umsatzveränderung April 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im April 2021 lag der Umsatz mit Belletristik in den fünf Vertriebswegen 17,2 Prozent über dem vom April 2020.  
Umsatzveränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Belletristik +2,3%
Kinder- und Jugendbücher +8,2%
Reise -27,6%
Ratgeber +11,4%
Geisteswissenschaften, Kunst, Musik +17,5%
Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik +27,0%
Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft +15,6%
Sachbuch +14,1%
Lesebeispiel: Von Januar bis April 2021 lag der Umsatz mit Belletristik in den fünf Vertriebswegen 2,3 Prozent über dem von Januar bis April 2020.  
Vertriebsweg Sortimentsbuchhandel (nur Barumsatz*)
1. Gesamt
Veränderung April 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im April 2021 lag der Umsatz im Sortimentsbuchhandel 20,7 Prozent über dem vom April 2020, der Absatz 18,5 Prozent darüber. Die von den Käufer*innen bezahlten Preise stiegen im Schnitt um 1,9 Prozent.    
Veränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Absatz -19,1%
Preis +7,9%
Umsatz -12,7%
Lesebeispiel: Von Januar bis April 2021 lag der Absatz im Sortimentsbuchhandel 19,1 Prozent unter dem von Januar bis April 2020.   
2. Umsatzveränderung
Umsatzveränderung jeweiliger Monat 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im April 2021 lag der Umsatz im Sortimentsbuchhandel 20,7 Prozent über dem vom April 2020.
3. Editionsformen
Umsatzveränderung April 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im April 2021 lag der Umsatz mit Hardcovern/Softcovern im Sortimentsbuchhandel 26,2 Prozent über dem vom April 2020.   
Umsatzveränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Hardcover/Softcover -7,1%
Taschenbuch -21,6%
Hörbuch/Audiobook -32,5%
Kalender -53,4%
Karten/Globen -32,4%
Lesebeispiel: Von Januar bis April 2021 lag der Umsatz mit Hardcovern/Softcovern im Sortimentsbuchhandel 7,1 Prozent unter dem von Januar bis April 2020.   
4. Warengruppen
Umsatzveränderung April 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im April 2021 lag der Umsatz mit Belletristik im Sortimentsbuchhandel 16,3 Prozent über dem vom April 2020.   
Umsatzveränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Belletristik -12,3%
Kinder- und Jugendbücher -11,5%
Reise -41,0%
Ratgeber -17,7%
Geisteswissenschaften, Kunst, Musik -2,2%
Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik +2,3%
Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft -5,5%
Sachbuch -3,8%
Lesebeispiel: Von Januar bis April 2021 lag der Umsatz mit Belletristik im Sortimentsbuchhandel 12,3 Prozent unter dem von Januar bis April 2020. 
Kurzkommentar zur Situation im Buchmarkt
Gemischte Gefühle im April: Buchhandelsbilanz über dem Vorjahr, aber unter Vor-Corona-Niveau
Die Bilanz für den April erfreut auf den ersten Blick mit einem deutlichen Plus bei Absatz und Umsatz. Allerdings waren die Läden im Vorjahresmonat größtenteils bis zum 19. April geschlossen, die Vergleichsbasis ist also entsprechend niedrig. Im April 2021 bewegten sich die Umsätze in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhaus sowie Elektro- und Drogeriemarkt zusammen 24,2 Prozent über denen des Vergleichsmonats 2020. Der Absatz – also die Zahl verkaufter Exemplare – stieg im Vergleich zum April des Vorjahres um 15,2 Prozent. Im Schnitt bezahlten die Käufer*innen im vergangenen Monat 14,60 Euro pro Buch und damit 7,7 Prozent mehr als im April 2020. Für das erste Drittel des Jahres ergibt sich damit kumuliert ein Umsatzplus von 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Eine realistischere Bewertung der Marktentwicklung ermöglicht der Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019, der dann schon nicht mehr so rosig ausfällt. Demzufolge liegt der Umsatz nach den ersten vier Monaten 2021 8,1 Prozent unter dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2019. Im April 2021 für sich genommen wurde 16,7 Prozent weniger Umsatz generiert als im April 2019. Der Absatz – im Vergleich zum April 2020 deutlich im Plus - ging verglichen mit dem Niveau vor der Corona-Krise im April 2019 um fast ein Viertel zurück (minus 23,7 Prozent).
In der getrennten Betrachtung des Sortimentsbuchhandels fällt der Zuwachs im Vergleich zu 2020 etwas geringer aus: Hier lagen die Umsätze im April 20,7 Prozent über denen des Vergleichsmonats. Als Bilanz für das erste Drittel diesen Jahres ergibt sich ein Umsatzminus von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings hatten sich im Sortimentsbuchhandel naturgemäß die Ladenschließungen im ersten Lockdown 2020 schon besonders stark ausgewirkt. Vergleicht man die Umsätze mit dem „normalen“ Jahr 2019, dann ergibt sich für den April ein Minus von 35,9 Prozent und für das erste Drittel des Jahres kumuliert ein Minus von 30,4 Prozent. Beim Absatz verzeichnet das Sortiment im April 2021 ein Plus von 18,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahrsmonat, im Vergleich zum April 2019 ergibt sich allerdings ein deutliches Minus von 42,0 Prozent. Die bezahlten Preise stiegen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat im Schnitt um 1,9 Prozent auf 14,63 Euro.
Die Warengruppen können im April fast alle deutlich zulegen (alle Vertriebswege). Die einzige Ausnahme sind die Kinder- und Jugendbücher, die 11,1 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats liegen, wo sie allerdings auch durch das Ostergeschäft – das damals in den April und diesmal weitestgehend in den März fiel – besonderen Rückenwind hatten. Die meistverkauften Titel sind in den hier betrachteten Vertriebswegen ausnahmslos Longseller, angeführt von „Rico, Oskar und die Tieferschatten (Rico und Oskar 1)“ von Andreas Steinhöfel (Carlsen). Darauf folgt „Löcher“ von Louis Sachar (Beltz) und auf dem dritten Platz findet sich „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling (Carlsen).
Die Belletristik – die nach Umsatzanteil bedeutendste Warengruppe – verbucht im April ein Plus von 17,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Hier kann sich die März-Neuerscheinung „Über Menschen“ von Juli Zeh (Luchterhand) an der Spitze der Bestsellerliste halten. Platz zwei geht an „The Hill We Climb – Den Hügel hinauf (Zweisprachige Ausgabe)“ von Amanda Gorman (Hoffmann und Campe), gefolgt von „Miss Merkel“ von David Safier (Kindler).
Die Ratgeber liegen 45,8 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahresmonats und das Sachbuch verzeichnet einen Umsatzzuwachs von 61,9 Prozent. Den größten Zuwachs verzeichnen im April die Reisebücher (plus 103,8 Prozent) – das Schlusslicht der vergangenen Monate. Sie mussten aber auch im Vergleichsmonat aufgrund der Unsicherheiten und Einschränkungen durch die Corona-Pandemie besonders große Umsatzrückgänge hinnehmen.
Auch die Wissenschaften können im April erneut deutlich zulegen: Die Warengruppe Geisteswissenschaften, Kunst, Musik verzeichnet ein Plus von 43,1 Prozent, das Segment Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik ein Plus von 56,2 Prozent. Bei der Warengruppe Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft fällt der Zuwachs etwas weniger deutlich aus (plus 29,6 Prozent).
Am Ende des ersten Drittels des Jahres liegen die meisten Warengruppen kumuliert über dem Vorjahreszeitraum, nur die Reisebücher erreichen das Ergebnis des Vergleichszeitraums nicht (minus 27,6 Prozent). Allerdings waren die Umsätze im Vorjahr bereits geprägt vom ersten Lockdown, bei dem die Läden größtenteils rund fünf Wochen geschlossen waren. Verglichen mit dem ersten Drittel des Vor-Corona-Jahres 2019 können die Kinderbücher im aktuellen Jahr sogar ein Plus verbuchen (plus 5,0 Prozent) und auch die Wissenschaften schneiden besser ab. Verluste verzeichnen dagegen Belletristik (minus 10,7 Prozent), Ratgeber (minus 6,5 Prozent), Sachbuch (minus 8,9 Prozent) und insbesondere die Reisebücher, die über die Hälfte des Umsatzes einbüßen (minus 53,6 Prozent).
Der positive Trend im Vergleich zum Vorjahr spiegelt sich auch bei den meisten Editionsformen wider: Die Hörbücher generieren als einzige Editionsform weniger Umsatz als im Vergleichsmonat (minus 15,4 Prozent). Die Hardcover/Softcover legen im Vergleich zum Vorjahresmonat 31,4 Prozent zu und auch die Taschenbücher können etwas zulegen (plus 6,6 Prozent). Karten/Globen (plus 65,3 Prozent) und Kalender (plus 88,3 Prozent) übertreffen das Ergebnis des Vergleichsmonats deutlich. Allerdings ist der Umsatz mit Kalendern in normalen Jahren im April sehr gering. So belegen die Kalender mit einer nach wie vor hohen Umsatzlücke (minus 33,2 Prozent) in der kumulierten Betrachtung weiterhin den letzten Platz. Auch verglichen mit dem ersten Drittel des Jahres 2019 müssen die Kalender besonders große Verluste verkraften (minus 44,6 Prozent), ebenso wie Karten/Globen (minus 46,2 Prozent). Nur die Hardcover können fast an das Ergebnis von 2019 anknüpfen (minus 3,3 Prozent).
Nora Bechler
Referentin Marktforschung
Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Quelle
Der Buchmarkt in Deutschland setzt sich aus unterschiedlichen Vertriebswegen zusammen (Marktanteile beziehen sich auf das Jahr 2019). Das Handelspanel von Media Control deckt bisher die rot gefärbten Vertriebswege ab: Sortimentsbuchhandel, Warenhäuser, E-Commerce sowie teilweise die sonstigen Vertriebswege (Bahnhofsbuchhandel, Elektro- und Drogeriemärkte sind im Handelspanel von Media Control enthalten).
Börsenverein
Der Branchen-Monitor BUCH basiert auf von Media Control Baden-Baden erhobenen Daten. Die statistische Grundlage des Panels bilden 5.716 Abverkaufsstellen in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel (2.355 Abverkaufsstellen), Bahnhofsbuchhandel (479), Kauf- und Warenhaus (197), Elektro- und Drogeriemarkt (2.675) und E-Commerce (10, inkl. Amazon). Basis sind alle Abverkäufe (außer WG 8: Schule und Lernen) der an der Stichprobe teilnehmenden Händler, welche über die Kassensysteme erfasst werden und eindeutig identifizierbar sind. Erhebungszeitraum ist jeweils der erste bis letzte Tag eines Monats.
* Üblicherweise fließen in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- und Warenhaus, Elektro- und Drogeriemarkt keine Rechnungsumsätze in die Auswertungen für den Branchen-Monitor BUCH ein. Um das veränderte Kauf- und Lieferverhalten während der Ladenschließungen abzubilden, werden während dieser Zeiträume aber auch die Umsätze berücksichtigt, die die stationären Vertriebswege im Rechnungsgeschäft mit Privatpersonen erwirtschaftet haben.
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