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Ausgabe Januar 2022
 
Vertriebswege Sortimentsbuchhandel, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- und Warenhaus, Elektro- und Drogeriemarkt (jeweils Barumsatz*) sowie E-Commerce
1. Gesamt
Veränderung Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im Dezember 2021 lag der Umsatz in den fünf Vertriebswegen 4,5 Prozent über dem vom Dezember 2020, der Absatz 5,5 Prozent darüber. Die von den Käufer*innen bezahlten Preise sanken im Schnitt um 0,9 Prozent.
Veränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Absatz +1,6%
Preis +1,6%
Umsatz +3,2%
Lesebeispiel: Von Januar bis Dezember 2021 lag der Absatz in den fünf Vertriebswegen 1,6 Prozent über dem von Januar bis Dezember 2020.
2. Umsatzveränderung
Umsatzveränderung jeweiliger Monat 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im Dezember 2021 lag der Umsatz in den fünf Vertriebswegen 4,5 Prozent über dem vom Dezember 2020.
3. Editionsformen
Umsatzveränderung Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im Dezember 2021 lag der Umsatz mit Hardcovern/Softcovern in den fünf Vertriebswegen 4,2 Prozent über dem vom Dezember 2020.   
Umsatzveränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Hardcover/Softcover +5,3%
Taschenbuch -1,8%
Hörbuch/Audiobook -13,8%
Kalender +4,0%
Karten/Globen -9,2%
Lesebeispiel: Von Januar bis Dezember 2021 lag der Umsatz mit Hardcovern/Softcovern in den fünf Vertriebswegen 5,3 Prozent über dem von Januar bis Dezember 2020.   
4. Warengruppen
Umsatzveränderung Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im Dezember 2021 lag der Umsatz mit Belletristik in den fünf Vertriebswegen 10,1 Prozent über dem vom Dezember 2020.  
Umsatzveränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Belletristik +5,7%
Kinder- und Jugendbücher +4,4%
Reise -0,4%
Ratgeber +0,5%
Geisteswissenschaften, Kunst, Musik +2,5%
Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik -2,3%
Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft -2,6%
Sachbuch +3,0%
Lesebeispiel: Von Januar bis Dezember 2021 lag der Umsatz mit Belletristik in den fünf Vertriebswegen 5,7 Prozent über dem von Januar bis Dezember 2020.  
Vertriebsweg Sortimentsbuchhandel (nur Barumsatz*)
1. Gesamt
Veränderung Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im Dezember 2021 lag der Umsatz im Sortimentsbuchhandel 11,8 Prozent über dem vom Dezember 2020, der Absatz 13,7 Prozent darüber. Die von den Käufer*innen bezahlten Preise sanken im Schnitt um 1,7 Prozent.    
Veränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Absatz -5,1%
Preis +2,1%
Umsatz -3,1%
Lesebeispiel: Von Januar bis Dezember 2021 lag der Absatz im Sortimentsbuchhandel 5,1 Prozent unter dem von Januar bis Dezember 2020.
2. Umsatzveränderung
Umsatzveränderung jeweiliger Monat 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im Dezember 2021 lag der Umsatz im Sortimentsbuchhandel 11,8 Prozent über dem vom Dezember 2020.
3. Editionsformen
Umsatzveränderung Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im Dezember 2021 lag der Umsatz mit Hardcovern/Softcovern im Sortimentsbuchhandel 11,4 Prozent über dem vom Dezember 2020.   
Umsatzveränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Hardcover/Softcover -1,1%
Taschenbuch -8,0%
Hörbuch/Audiobook -24,4%
Kalender +1,9%
Karten/Globen -16,1%
Lesebeispiel: Von Januar bis Dezember 2021 lag der Umsatz mit Hardcovern/Softcovern im Sortimentsbuchhandel 1,1 Prozent unter dem von Januar bis Dezember 2020.   
4. Warengruppen
Umsatzveränderung Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat
Börsenverein
Lesebeispiel: Im Dezember 2021 lag der Umsatz mit Belletristik im Sortimentsbuchhandel 15,8 Prozent über dem vom Dezember 2020.   
Umsatzveränderung 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Kumulation)
Belletristik +0,3%
Kinder- und Jugendbücher -2,3%
Reise -5,8%
Ratgeber -7,9%
Geisteswissenschaften, Kunst, Musik -6,9%
Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik -16,9%
Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft -13,8%
Sachbuch -2,9%
Lesebeispiel: Von Januar bis Dezember 2021 lag der Umsatz mit Belletristik im Sortimentsbuchhandel 0,3 Prozent über dem von Januar bis Dezember 2020. 
Kurzkommentar zur Situation im Buchmarkt
Gute Dezember-Geschäfte: Buchmarkt schließt Jahr 2021 mit Umsatzplus ab
2021 begann mit einem langen Lockdown und endet nun mit einer positiven Dezember-Bilanz: Im letzten Monat dieses turbulenten Jahres kann bei Absatz und Umsatz ein deutliches Plus verbucht werden, insbesondere im Sortimentsbuchhandel. Allerdings spiegeln sich hier auch die Auswirkungen des zweiten Lockdowns im Vorjahresmonat wider, durch den Mitte Dezember 2020 das Weihnachtsgeschäft abrupt ausgebremst wurde. Unterm Strich schließt das Buchjahr 2021 über die zentralen Vertriebswege mit einem Umsatzplus ab, im Vergleich zu 2020 und sogar gegenüber dem Vor-Pandemie-Jahr 2019.
Die Umsätze in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhaus sowie Elektro- und Drogeriemarkt bewegten sich im Dezember 2021 zusammen 4,5 Prozent über denen des Vorjahresmonats. Der Absatz – also die Zahl verkaufter Exemplare – stieg im Vergleich zum Dezember des Vorjahres deutlich an (plus 5,5 Prozent). Bei den bezahlten Preisen gab es erneut einen Rückgang: Im Schnitt bezahlten die Käufer*innen im vergangenen Monat 14,98 Euro pro Buch und damit 0,9 Prozent weniger als im Vergleichsmonat. Somit ergibt sich für das Gesamtjahr 2021 kumuliert ein Umsatzplus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, beim Absatz ergibt sich ein Plus von 1,6 Prozent.
Da allerdings Umsätze und Absätze des Vorjahres schon vom ersten Lockdown im Frühjahr 2020 und dem zweiten Lockdown ab Mitte Dezember geprägt waren, ist auch der Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 aufschlussreich. Hier ergibt sich für das Jahr 2021 über alle hier betrachteten Vertriebswege ein Umsatzplus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr. Beim Absatz ist allerdings ein Rückgang zu verzeichnen: Im Jahr 2021 wurden 3,8 Prozent weniger Exemplare verkauft als 2019.
Im Sortimentsbuchhandel fällt das Plus im Dezember noch deutlicher aus – hier hatten die Ladenschließungen im Vorjahresmonat naturgemäß auch für besonders schmerzhafte Rückgänge gesorgt. Nur in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt durften damals die Buchhandlungen geöffnet bleiben. Im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahresmonat kann der Buchhandel vor Ort ein Plus von 11,8 Prozent verbuchen. Damit ergibt sich für 2021 kumuliert ein Umsatzminus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Umsatzlücke konnte im Dezember somit noch einmal spürbar verkleinert werden, denn bis Ende November betrug der Rückstand auf den Vorjahreszeitraum noch 5,9 Prozent. Beim Absatz verzeichnet das Sortiment im Dezember 2021 ein Plus von 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahrsmonat. Für das Gesamtjahr ergibt sich damit ein Absatzminus von 5,1 Prozent. Die bezahlten Preise sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat im Schnitt um 1,7 Prozent auf 15,10 Euro. Im Vergleich mit dem „normalen“ Jahr 2019 werden die Auswirkungen der Ladenschließungen deutlich: Hier ergeben sich für das Gesamtjahr 2021 sowohl beim Umsatz (minus 11,5 Prozent) als auch beim Absatz (minus 16,6 Prozent) große Rückgänge.
Bei den Warengruppen zeigt sich im Dezember erneut ein durchmischtes Bild (alle Vertriebswege). Den größten Umsatzzuwachs können wie schon in den Vormonaten die Reisebücher vermelden, die diesmal 16,9 Prozent über dem sehr schwachen Ergebnis des Vorjahresmonats liegen (damals minus 29,8 Prozent). Die Belletristik – die nach Umsatzanteil bedeutendste Warengruppe – kann ihr schwaches Vorjahresergebnis (damals minus 5,7 Prozent) um 10,1 Prozent überbieten. Die Liste der meistverkauften Titel in den hier betrachteten Vertriebswegen wird im Dezember von drei Spannungstiteln angeführt. Den ersten Platz sichert sich, wie schon im Vormonat, der Ende Oktober erschienene Psychothriller „Playlist“ von Sebastian Fitzek (Droemer HC). Darauf folgen die November-Neuerscheinungen „In ewiger Freundschaft“ von Nele Neuhaus (Ullstein) und „Natrium Chlorid“ von Jussi Adler-Olsen (dtv).
Auch die Kinder- und Jugendbücher liegen mit einem Plus von 5,8 Prozent über dem ebenfalls eher schwachen Vorjahresmonat. Hier setzt sich das Ende November erschienene Bilderbuch „Das NEINhorn und die SchLANGEWEILE“ von Marc-Uwe Kling (Carlsen) an die Spitze der Bestsellerliste und verdrängt „Gregs Tagebuch 16 – Volltreffer!“ von Jeff Kinney (Baumhaus), den Toptitel des Vormonats, auf den zweiten Platz. Der dritte Platz geht an „Guinness World Records 2022“ (Ravensburger).
Die Ratgeber schneiden mit einem Plus von 1,3 Prozent etwas besser ab als im schwachen Dezember des Vorjahres. Die Sachbücher können nicht ganz an das Ergebnis des Vergleichsmonats anknüpfen (minus 0,4 Prozent); damals konnten sie aber, auch dank des Toptitels „Ein verheißenes Land“ von Barack Obama (Penguin), immerhin ein kleines Plus verbuchen.
Die Wissenschaften verzeichnen erneut ausnahmslos Rückgänge im Vergleich zum starken Vorjahresmonat. Die Warengruppe Geisteswissenschaften, Kunst, Musik verbucht ein Minus von 4,7 Prozent. Bei den Segmenten Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (minus 20,3 Prozent) und Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (minus 12,4 Prozent) fällt der Umsatzrückgang noch deutlicher aus.
Kumuliert liegen in der Jahresbilanz für 2021 die meisten Warengruppen über dem – ebenfalls krisengeschwächten – Vorjahr. Die Reisebücher konnten im Dezember noch aufholen und liegen nun fast auf dem Niveau des von der Pandemie geprägten Vorjahres (minus 0,4 Prozent). Auch die Wissenschaften beenden das Jahr teilweise im Minus. Alle anderen Warengruppen haben aber positive Vorzeichen. Verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sieht die Bilanz bei einzelnen Warengruppen schlechter aus. Insbesondere gilt das für die Reisebücher, die im Vergleich zu 2019 gut ein Viertel des Umsatzes eingebüßt haben (minus 26,4 Prozent). Die Ratgeber verzeichnen ein Minus von 2,7 Prozent. Die Belletristik (plus 4,2 Prozent) und das Sachbuch (plus 1,6 Prozent) liegen dagegen über dem Ergebnis des Vor-Corona-Jahres. Die Kinder- und Jugendbücher verbuchen sogar ein deutliches Plus (plus 9,4 Prozent).
Bei den Editionsformen müssen im Dezember nur die Hörbücher Rückgänge im Vergleich zum Vorjahresmonat hinnehmen (minus 15,1 Prozent). Die Kalender können erneut einen deutlichen Umsatzzuwachs verbuchen (plus 10,8 Prozent). Der positive Trend bei den Kalendern setzt sich – nach größtenteils schwachen Vorjahresmonaten – damit weiter fort. Die Hardcover/Softcover (plus 4,2 Prozent) können das vergleichsweise gute Ergebnis vom Dezember 2020 noch übertreffen. Die Taschenbücher (plus 5,1 Prozent) und Karten/Globen (plus 7,4 Prozent) mussten im Vergleichsmonat zweistellige Rückgänge hinnehmen und können nun wieder etwas zulegen. In der kumulierten Betrachtung schneiden die Hardcover/Softcover (plus 5,3 Prozent) und die Kalender (plus 4,0 Prozent) besser ab als 2020, während die anderen Editionsformen das Jahr im Minus abschließen. Im Vergleich mit dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 können nur die Hardcover/Softcover einen Zuwachs verbuchen (plus 5,1 Prozent).
Nora Bechler
Referentin Marktforschung
Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Quelle
Der Buchmarkt in Deutschland setzt sich aus unterschiedlichen Vertriebswegen zusammen (Marktanteile beziehen sich auf das Jahr 2020). Das Handelspanel von Media Control deckt bisher die rot gefärbten Vertriebswege ab: Sortimentsbuchhandel, Warenhäuser, E-Commerce sowie teilweise die sonstigen Vertriebswege (Bahnhofsbuchhandel, Elektro- und Drogeriemärkte sind im Handelspanel von Media Control enthalten).
Börsenverein
Der Branchen-Monitor BUCH basiert auf von Media Control Baden-Baden erhobenen Daten. Die statistische Grundlage des Panels bilden 5.716 Abverkaufsstellen in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel (2.355 Abverkaufsstellen), Bahnhofsbuchhandel (479), Kauf- und Warenhaus (197), Elektro- und Drogeriemarkt (2.675) und E-Commerce (10, inkl. Amazon). Basis sind alle Abverkäufe (außer WG 8: Schule und Lernen) der an der Stichprobe teilnehmenden Händler, welche über die Kassensysteme erfasst werden und eindeutig identifizierbar sind. Erhebungszeitraum ist jeweils der erste bis letzte Tag eines Monats.
* Üblicherweise fließen in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- und Warenhaus, Elektro- und Drogeriemarkt keine Rechnungsumsätze in die Auswertungen für den Branchen-Monitor BUCH ein. Um das veränderte Kauf- und Lieferverhalten während der Ladenschließungen abzubilden, werden während dieser Zeiträume aber auch die Umsätze berücksichtigt, die die stationären Vertriebswege im Rechnungsgeschäft mit Privatpersonen erwirtschaftet haben.
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