Buchhandel

Die Buchhandelslandschaft in Deutschland ist vielseitig und lebendig. Bundesweit gibt es rund 3.800 stationäre Sortimente, von der Kleinstadtbuchhandlung bis zum Buchkaufhaus, von der literarischen Buchhandlung bis zum hochspezialisierten Fachsortiment für Recht, Wirtschaft, Steuern.

Altkanzler Helmut Schmidt hat Buchhandlungen einmal als „geistige Tankstellen“ bezeichnet. Denn Buchhandlungen sind mehr als Einkaufsorte und Wirtschaftsbetriebe. Sie sind Bildungspartner im weitesten Sinn:

  • Buchhändler kümmern sich um die Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen, kooperieren dabei mit Schulen und Kindergärten
  • Viele Sortimente bieten kulturelle Veranstaltungen von der Lesung bis zur Stadtführung an, prägen das kulturelle Leben an ihrem Standort
  • Buchhändler sind sachkundige Vermittler von Literatur und Fachlektüre, betreiben intensive Kundenpflege, bieten ihren Kunden fundierte Beratung und eine breite Servicepalette von der Titelrecherche bis zur Buchbestellung an.

Neben den klassischen Buchhandlungen (stationäres Sortiment) gibt es in Deutschland noch viele weitere Buchhandelsformen, die zur strukturellen Vielfalt und zur Verbreitung von Büchern, Hörbüchern, E-Books etc. beitragen:

  • Fachbuchhandel
  • Antiquariate
  • Versandbuchhandlungen
  • Bahnhofsbuchhandlungen
  • Warenhäuser mit eigenen Buchabteilungen
  • Schreibwarengeschäfte oder Kioske, die Bücher anbieten
  • Musikalienhandel

Zudem ermöglichen Ihnen die Internetportale und Webshops der Buchhandlungen, rund um die Uhr zu bestellen.

Der gesetzliche Rahmen

Dass das Buchhandelsnetz in Deutschland so dicht geknüpft ist, dafür sorgt nicht nur der Unternehmergeist der Sortimenter, sondern auch der Gesetzgeber, der diese besondere Struktur durch bestimmte Maßnahmen stützt:

  • Das Preisbindungsgesetz garantiert, dass ein Buch überall dasselbe kostet – egal, ob es von einem großen Buchkaufhaus in der Fußgängerzone, in einem Internet-Shop oder in einer Buchhandlung auf dem Land angeboten wird. Dadurch werden kleinere Geschäfte vor einem ruinösen Preiswettbewerb geschützt.
  • Außerdem profitiert das Buch vom ermäßigten Mehrwertsteuersatz: Verbraucher zahlen auf Bücher nur sieben Prozent Mehrwertsteuer – wie bei Nahrungsmitteln. Auch daran lässt sich ablesen, welchen Stellenwert die Politik dem Buch und den Buchhandlungen beimisst.

Markt- und kundenorientiert zu denken – das ist für Buchhandlungen dennoch so unverzichtbar wie für jedes andere Wirtschaftsunternehmen. Vor allem die Digitalisierung stellt das Sortiment vor neue Herausforderungen: Welche Geschäftsmodelle eröffnet der wachsende E-Book-Markt dem Buchhandel? Und wie werden die Vertriebskanäle im Internet und im Laden sinnvoll und umsatzstark miteinander verknüpft? Das sind zentrale Fragen der nächsten Jahre.

Auch der Konzentrationsprozess im Buchhandel und die Konkurrenz durch die Nebenmärkte sorgen dafür, dass Sortimenter ihre Position am Markt klarer definieren, neue Geschäftsfelder erschließen müssen. Immer mehr Buchhandlungen nehmen Non-Books ins Programm, kooperieren mit anderen Einzelhändlern, suchen Synergieeffekte im Einkaufsverbund.

Darum kümmert sich der Verband

Der Börsenverein unterstützt seine Mitglieder bei allen Prozessen der Professionalisierung und der Neuorientierung – durch Beratung und Weiterbildung, durch den Austausch mit Kollegen und Experten, durch umfangreiches Informationsmaterial und das persönliche Gespräch. Und nicht zuletzt durch Lobbyarbeit.

Dienstleistungen des Sortimenter-Ausschusses