Shida Bazyar erhält den Deutschen Buchpreis 2026 für „Die Lücken“
Shida Bazyar hat mit dem Roman „Die Lücken“ (Kiepenheuer & Witsch) den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen.
Erstellt am 05.10.2026
Die Begründung der Jury:
„Heimisch in Heimesbach – kann man das sein? Der Roman ,Die Lücken‘ von Shida Bazyar reflektiert anhand einzelner Figurenschicksale fast 100 Jahre ambivalenten deutschen Lebens. Es waren Nachbarn, die zusahen, wie jüdische Menschen aus den Straßen verschwanden. Es sind Nachbarn, die Entscheidungen treffen, ob Menschen mit Migrationsgeschichte sich zu Hause fühlen. Die Autorin wählt überzeugende literarische Strategien: Der Blick einer toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes ermöglichen es, zwischen den Zeiten zu springen sowie Nähe und Distanz zu erzeugen. Auch die enge Verbindung von fiktiven und dokumentarischen Elementen, von erfundenen und historischen Figuren, die selbst eine Stimme bekommen, erzeugen den starken Nachhall des Textes. Ein Roman gegen Gleichgültigkeit.“
Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2026 gehören an: Jurysprecherin Cornelia Geißler (Berliner Zeitung), Theresa Donner (Buchhandlung heiter bis wolkig, Halle an der Saale), Jan Ehlert (NDR), Maha El Hissy (Literaturwissenschaftlerin), Emily Grunert (Literaturbüro NRW), Stefanie Kreuzer (Universität Kassel), Adam Soboczynski (DIE ZEIT).
„Der Deutsche Buchpreis macht sichtbar, was Literatur vermag: Sie schafft eine Form der Verständigung und stärkt unsere empathische Fähigkeit, uns im anderen zu suchen und zu finden. Schreibend und lesend, vorlesend und zuhörend bewegen wir uns aufeinander zu und bleiben einander zugeneigt. Das ist zweifellos einer der größten Gewinne des Deutschen Buchpreises: Er ist eine Einladung zum Dialog“, sagt Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert:
Franziska Gänsler: Orca (Kein & Aber, August 2026), Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle (S. Fischer, August 2026), Elias Hirschl: Schleifen (Paul Zsolnay, Januar 2026), Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens (Galiani Berlin, Februar 2026), Dana Vowinckel: Anton und Alma (Suhrkamp, September 2026).
Shida Bazyar erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Gewinnertitel wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 205 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2025 und September 2026 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus hat die Jury sechs Titel für die Shortlist gewählt. Die Preisverleihung fand im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.
Mit dem Deutschen Buchpreis 2026 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main.
Unter dem Hashtag #buchpreisbloggen stellen 20 Literaturblogger*innen die nominierten Titel 2026 vor. Die Rezensionen werden unter www.deutscher-buchpreis.de/news veröffentlicht und über die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises geteilt.
Weitere Informationen und ausgewählte Lesungstermine von Shida Bazyar können abgerufen werden unter www.deutscher-buchpreis.de.
Ein Pressefoto von Shida Bazyar ist ab ca. 20.30 Uhr unter www.boersenverein.de/pressefotos abrufbar.
Der Hashtag des Deutschen Buchpreises ist: #dbp26