Initiativen des Börsenvereins und der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins

Eine Übersicht der Projekt-Webseiten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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Klimabilanz Print vs. Online

Man würde nicht draufkommen: Die Klimabilanz für die Online-Lektüre einer Zeitung ist aufs Jahr gerechnet schlechter als die eines gedruckten Exemplars. Legt man den Energieverbrauch von Produktion, Servern und letztlich beim Konsumenten zugrunde, stehen hier 36 Kilogramm CO2-Äquivalent zu Buche. Beim Print-Exemplar sind es unter Berücksichtigung von Papier- und Druckfarbenverbrauch, Druckmaschinen, Transport und Vertrieb rund 28 Kilogramm, heißt es beim Bundesverband Druck und Medien, der eine Studie zitiert. Und da sind die Umweltkosten für die Herstellung von entsprechenden elektronischen Endgeräten noch nicht berücksichtigt – die sich wiederum mit der Nutzungsintensität verbessern.

Auch bei Büchern hängt der Klimavergleich Print vs. Online von der Menge ab, die ein einzelner Mensch pro Jahr liest (je mehr, desto besser ist es, zum E-Reader zu greifen). Trotz der differenzierten Betrachtungsweise steht die Herstellung von Printprodukten mehr denn je auf dem Prüfstand. Die Druckproduktion verbraucht natürliche Ressourcen und emittiert chemische Stoffe und Abwärme. Auch sie muss sich wandeln und ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Nachhaltige Produktion

Die Kommission Medienproduktion bei der Deutschen Fachpresse hat dazu einen Leitfaden für Verlage erarbeitet. Der erste Schritt ist die bewusste Auswahl eines Druckdienstleisters, dessen Angebot und Arbeitsweise zu den Nachhaltigkeitszielen des Auftraggebers passen. Gerade im Druck- und Papierbereich gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Zertifizierungen (zum Beispiel Blauer Engel, FSC oder PEFC für Papier oder die DIN ISO 50001 für das Energiemanagement, EMAS etc.). Wobei man nicht pauschal sagen kann, welche Zertifikate und Siegel für die Klimaziele besser sind. Es hängt immer vom jeweiligen Einsatzzweck und den gestalterischen Zielen ab, von Druckauflagen und vielen Faktoren mehr. Und mitunter müssen sich manche Labels auch Kritik gefallen lassen. Letztlich stehe für Verlage „die Frage im Raum: Wie ,nachhaltig‘ will ich das Produkt gestalten?“, schreibt die Kommission. „So können sich die Wünsche und Vorstellungen zu einem ganzen Anforderungspaket aufsummieren.“

Sich der Möglichkeiten bewusst zu sein und zielgerichtet und abwägend zu agieren ist die halbe Miete auf dem Weg zu einer nachhaltigen Buchherstellung. „Nachhaltigkeit kann auch in der Firmenkultur verankert sein“, so die Autoren. „Der Einsatz umweltfreundlicher Papiere in Begleitung mit Kommunikation ist ein hilfreiches Mittel, die Firmenphilosophie gut sichtbar nach außen zu tragen. Auch als Marketing-Instrument ist nachhaltige Produktion nutzbar.“

Am Ende beeinflussen immer auch die Notwendigkeiten des Produktionsalltags wie Papierpreise und -verfügbarkeiten die Entscheidung. Nicht nur für Bücher selbst, sondern auch für Versandverpackungen. Wer seine Bücher noch immer in Folie schweißt, und das tun sehr viele Hersteller, und anschließend in Kartonagen von der Stange packt, verdirbt sich auf diesem Weg die Umweltbilanz. Die Kommission Medienproduktion bei der Deutschen Fachpresse empfiehlt, den Einsatz von PE- oder PP-Folien grundsätzlich zu hinterfragen. Kunden würden dies überwiegend honorieren. Kompostierbare Folien sind in diesem Zusammenhang noch nicht ausgereift genug, um beim Recycling einen Unterschied zu machen.

Umweltsiegel & Öko-Label

Der Blaue Engel
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FSC (Forest Stewardship Council®)
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EU Ecolabel
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Weitere Informationen zum Thema finden Sie außerdem auf der Website Nachhaltig publizieren, einer von der oekom verlags GmbH gestartete Initiative, die umfangreiche Informationen sowie verschiedene E-Paper für Verlage veröffentlicht, wie bspw. „Ideen für grünere Seiten“ oder „Anforderungen zu Nachhaltigkeit bei Druckpapieren und in Druckprozessen“.
Der oekom verlag ist Auftragsnehmer der beiden vom Bundesumweltministerium geförderten begleitenden Projekte „Nachhaltig Publizieren - Neue Umweltstandards für die Verlagsbranche“ (Förderkennzeichen 3711 94 338) und „Entwicklung eines Umweltzeichens Blauer Engel für umweltfreundliche Druckerzeugnisse“ (Förderkennzeichen 3712 95 338 3)

Die Frage nach der richtigen Versandverpackung

Beim Thema Versandverpackungen fällt es „schwer, die richtige ökologische Entscheidung zu treffen“, bilanziert die Kommission. Oft lassen sich verschiedene Nachhaltigkeitsziele nicht miteinander vereinen. So wie Recycling und CO2-Reduktion. Oder Wasser sparen und Plastikvermeidung. Entscheidend sei, sich im Vorfeld darüber klar zu sein und bewusst eine Verpackung zu wählen. Gar nichts zu tun sei hingegen die schlechteste Lösung fürs Klima.