Projekte des Börsenvereins und der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins

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E-Book-Leihe in Öffentlichen Bibliotheken

Öffentliche Bibliotheken erfüllen einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Auftrag. Sie sind Kulturinstitutionen, Literatur- und Wissensvermittler und leisten einen wesentlichen bildungspolitischen Beitrag, denn sie fördern durch ihre Angebote vor allem die Chancengleichheit im Bildungswesen.

Der digitale Wandel in nahezu allen Lebensbereichen unserer Gesellschaft bedeutet auch für Bibliotheken Chance und Risiko. Es ist nachvollziehbar, dass Bibliotheken die digitalen Möglichkeiten zur Erfüllung ihres Auftrags nutzen wollen. Dies sollte sinnvollerweise gemeinsam mit ihren Partnern, insbesondere Verlagen und Buchhandlungen, geschehen.

Lizenzvereinbarungen statt Urheberrechtsschranken – Verlage und Buchhandlungen möchten gemeinsam mit Bibliotheken den Zugang zu E-Books weiterentwickeln.

Aktuelles

In Reaktion auf die Kampagne „Ein Buch ist ein Buch“ des dbv sowie auf die Stellungnahme des dbv zum Offenen Brief des Netzwerks Autorenrechte haben wir ein FAQ-Papier mit den wichtigsten Argumenten der Verlage erstellt.

FAQ-Papier jetzt downloaden (PDF)

Wenige Wochen vor Ende des Gesetzgebungsverfahrens zur Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform in Deutschland hat der Bundesrat vorgeschlagen, eine mit diesem Reformprojekt in keinem Zusammenhang stehende Regelung zur E-Book-Ausleihe ins Gesetz aufzunehmen. Der Vorschlag sieht eine Zwangslizenz vor, d.h. Verlage müssten qua Gesetz Bibliotheken jedes, auch neu erschienene E-Book für den Verleih zur Verfügung stellen. Wir halten diesen Vorschlag für sehr problematisch und verweisen auf unsere Stellungnahmen:

Durch die GfK haben wir 2019 erstmals umfassende Marktforschungsdaten zu E-Book-Entleihern öffentlicher Bibliotheken erheben lassen, die Aufschluss darüber geben, welchen Einfluss die Onleihe auf den Buchmarkt hat. Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

Hintergrund

Temporäre E-Book-Downloads aus dem Angebot öffentlicher Bibliotheken unterscheiden sich aus Sicht von Kunden in Qualität und Handhabung nicht von kommerziellen Ausleihangeboten der Buchverlage und ihrer (Online-) Buchhandelspartner – bis auf den Umstand, dass sie Nutzern sehr wenig bis gar nichts kosten. Damit stehen etliche Verlage und Start-ups, die Modelle für den temporären Zugriff auf E-Books wie Flatrates, Streaming- oder Leihmodelle anbieten, bereits heute in Konkurrenz zu staatlich finanzierten Öffentlichen Bibliotheken. Die Förderung Öffentlicher Bibliotheken über eine gesetzlich geregelte lizenzfreie E-Ausleihe, wie sie der Deutsche Bibliotheksverband fordert, würde einen unzumutbaren Eingriff in den Primärmarkt für Verlage und Autoren darstellen.

Wir setzen uns deshalb für die Verwirklichung sinnvoller Lizenzierungslösungen und die Weiterentwicklung des E-Book-Angebots über Handelspartner wie divibib und OverDrive ein. Dies schafft eine flexiblere und nachhaltigere Grundlage für ein weiteres Wachstum des deutschsprachigen EBook-Markts im Interesse aller Marktpartner und nicht zuletzt aller Leser. Eine marktgerechte Vergütung für Autoren und Verlage kann am besten über Lizenzvereinbarungen erreicht werden.