In Szene gesetzt: Der Weg zum erfolgreichen Buchfoto
Gute Buchfotos und -videos funktionieren auch ohne großes Budget. Wie Sie mit einfachen Mitteln wirkungsvollen Social-Media-Content erstellen, erklärt Ihnen dieser Beitrag. | Ein Beitrag des Börsenvereins
Erstellt am 01.09.2026
Ob Social-Media-Post, Flyer, Webshop-Grafik oder Buchcover-Ankündigung: Wer Bücher wirkungsvoll in Szene setzt, schafft visuelle Aufmerksamkeit, die Leser*innen anspricht und die eigene Marke stärkt. Wenn Sie an die Erstellung von qualitativ hochwertigen Fotos und Videos denken, nehmen Sie vielleicht an, dass Sie sehr viel teures Equipment benötigen. Doch in der Realität genügen oft das Smartphone, ein geschulter Blick für Komposition und Licht und ein wenig Geduld. Der Beitrag gibt Ihnen Tipps, wie das perfekte (Buch-)Foto oder -Video gelingt.
"Für mich macht ein gutes Buchfoto aus, dass das Buch klar im Fokus steht und das Gesamtbild zugleich ansprechend wirkt. Auch bei einem schlichten Hintergrund lässt sich durch Perspektive und Licht Spannung erzeugen."
- Charlotte Wenk, Referentin Deutscher Buchpreis
Equipment
Um Beiträge für die sozialen Medien zu erstellen, brauchen Sie kein Profi-Equipment. In der Regel reicht einfach die Kamera eines neueren Smartphones. Aktuelle Smartphones ab etwa 2021 liefern in den meisten Situationen ausreichend Bildqualität. Gegebenenfalls kann es Sinn machen, sich eine umfangreichere Kamera-App aus dem App- oder Playstore herunterzuladen. Apps wie Open Camera (Android) oder Halide Mark III (iOS) bieten manuelle Kontrolle über Belichtung, ISO und Fokus und empfehlen sich besonders für anspruchsvollere Aufnahmen.
Wenn Sie auch Videos aufnehmen möchten, steigern ein Mikrophon und ein Stativ die Qualität maßgeblich. Ansteckmikrophone, die auch von vielen Content-Creator*innen verwendet werden, können bereits günstig erworben werden. Ein Stativ ist für Videos unverzichtbar. Denn bereits kleine Bewegungen der Hand können dafür sorgen, dass Ihr Video wackelt. Ein klassisches Stativ ist jedoch nicht zwingend nötig. Sie können zum Beispiel auch Bücherstapel verwenden, um das Smartphone aufzustellen.
Licht
Die kostengünstigste und schönste Lichtquelle für die Content-Erstellung ist das Tageslicht. Allerdings können dadurch die Aufnahme-Zeiten minimiert werden. Bewölkte Tage oder indirektes Licht sind ideal: Das Licht ist diffus, wirft keine harten Schatten und lässt Buchcover farbtreu erscheinen. Bei Tageslicht hilft es, verschiedene Orte auszuprobieren, um die schönsten Ergebnisse zu erzielen. Nehmen Sie mehrere Testbeiträge an verschiedenen Orten des Ladens oder auch vor der Tür auf.
Wenn Sie sich nicht auf das Tageslicht verlassen möchten, kann ein Ringlicht helfen. Schon lange bei Content-Creator*innen beliebt, schaffen sie eine gleichmäßige, selbst einstellbare Lichtquelle, die für ein gut ausgeleuchtetes Bild oder Video sorgt. Häufig gibt es diese auch in Kombination mit Stativen. Allerdings haben die Lichter auch einen Nachteil: Sie spiegeln sich in Glasflächen, wie Brillen oder Fenstern.
Alltagseindrücke sind gewünscht
Das Konsumverhalten in den sozialen Medien hat sich verändert: Während vor einigen Jahren generische Bilder noch ausreichten, bevorzugen viele eine Mischung des Contents mit Alltagseindrücken. Scheuen Sie sich also nicht davor Ihren Laden, ein Bücherregal oder einen Büchertisch im Hintergrund zu zeigen. Ist das dargestellte Buch zu wenig zu sehen, können Sie in Ihrer Kamera-App ganz einfach den Hintergrund weich stellen – das funktioniert meist über den Porträtmodus.
Inhalte mit echten Menschen kommen beim Publikum besser an. Machen Sie also gerne auch Fotos von Mitarbeitenden und ihren Buchempfehlungen. Studien zeigen, dass Beiträge mit echten Personen auf Instagram bis zu doppelt so hohe Interaktionsraten erzielen wie reine Produktfotos. Sie wirken persönlich und können die Kundenbindung stärken. Natürlich müssen die abgebildeten Personen der Aufnahme zustimmen.
"Ein praktischer Tipp, damit die Fotos später nicht noch einmal gemacht werden müssen: Prüfen Sie vor dem Fotografieren, ob alle Titel lesbar sind – vor allem bei einem Bücherstapel, da die Buchrücken oft in unterschiedliche Richtungen bedruckt sind."
- Charlotte Wenk, Referentin Deutscher Buchpreis
Bildsprache/Stil
Die Bildsprache und der Stil von Kanälen in den Sozialen Medien sind so individuell wie jede Buchhandlung und jeder Verlag. Nutzen Sie die Kreativität, die Sie in den Laden oder den Verlag gesteckt haben, auch für Ihre Fotos. Überlegen Sie sich beispielsweise: Welche drei Adjektive beschreiben Ihren Laden oder Verlag am besten? Diese Adjektive können sich auch in Bildsprache, Farbpalette und Komposition Ihrer Fotos widerspiegeln. So entspricht Ihr Stil auf den sozialen Medien bestenfalls dem Ihrer Ladenfläche beziehungsweise Ihrem Branding (also beispielsweise der Covergestaltung).
Wenn Sie Beiträge für Ihren Buchladen erstellen wollen, heißt das also, dass Sie die Gestaltung Ihres Ladens aufgreifen. So wie analog, dienen gestalterische und architektonische Besonderheiten, auch in den sozialen Medien als Wiedererkennungselement.
Auch für Beiträge aus Ihrem Verlag, können Sie gestalterische Elemente einbinden. Legen Sie beispielsweise großen Wert auf eine einzigartige Covergestaltung? Dann können Sie diesen Stil auch auf Ihre Beiträge in den sozialen Medien übertragen. Damit werden Sie schneller wiedererkannt.
Gegebenenfalls ist es sinnvoll Ihre Bilder zu bearbeiten. Dazu gibt es einige kostenlose Apps. Ein Tutorial in unserem Wissenshub zeigt Ihnen zum Beispiel, wie Sie Canva nutzen können (in der Basisversion kostenfrei). Eine minimale Nachbearbeitung (Helligkeit, Kontrast, Weißabgleich) erhöht die Wirkung fast jedes Fotos erheblich.
Bücher in Bewegung setzen
Social-Media-Nutzer*innen bevorzugen inzwischen vor allem Videos und bewegte Inhalte, Da die Erstellung von Videos aufwändiger ist, kann eine Mischung aus Fotos und Videos ein guter Mittelweg sein.
Für einen Videobeitrag ist es essenziell sich im Vorhinein einen Plan zu machen. Ein kurzes Skript, auch handschriftlich auf einem Zettel, spart beim Dreh Zeit und sorgt für einen kohärenten Spannungsbogen. Beantworten Sie sich dafür folgende Punkte:
- Ziel und Botschaft: Was möchte ich mit meinem Reel aussagen? Welche Gefühle oder Reaktionen möchte ich auslösen?
- Zielgruppe und Relevanz: Wen möchte ich ansprechen? Welche Probleme, Bedürfnisse oder Interessen meiner Zielgruppe thematisiere ich?
- Story & Aufbau: Welcher Start gewinnt die Aufmerksamkeit in den ersten drei Sekunden? Welche Kernpunkte möchte ich vermitteln? Mit welchem Call-to-Action ende ich?
- Stil & Umsetzung: Soll es informativ, unterhaltsam, inspirierend oder emotional sein?
- Welche visuellen Elemente, Geräusche und Effekte passen zur Botschaft?
Thematisch können Sie einen breiten Rahmen abdecken. Im Buchladen könnte das ein Q&A mit dem Buchhandlungsteam, ein Empfehlungsvideo oder ein Morgen im Buchladen sein. Letzteres macht zum Beispiel auch Louisa Dellert in ihrem Buchcafé @sisu_lou_ Im Verlag lassen sich auch ein Q&A oder Empfehlungen von dem Team oder auch von Autor*innen umsetzen. Wie beispielsweise der @dtv-Verlag in einem “Read with me” umsetzt.
Ein aufwändiges Video mit Personen ist nicht immer nötig. So können Sie beispielsweise das Blättern durch ein Buch aufnehmen und am Ende den Titel zeigen. Nutzen Sie dafür auch TikTok und Instagram, um aktuelle Formate zu identifizieren und auf Ihren Kontext zu übertragen.
Mit einem klaren Konzept, natürlichem Licht und dem Mut, die eigene Persönlichkeit ins Bild zu bringen, entstehen Buchfotos und -videos, die nicht nur gut aussehen, sondern auch wirklich im Gedächtnis bleiben.
Unsere Partner bieten Dienstleistungen und Beratung zu diesem Thema an:
