Studie: Mehrwegwannen im Buchversand verbessern Umweltbilanz und senken Kosten
Börsenverein des Deutschen Buchhandels präsentiert Studie der Universität Kassel / Abrufbar exklusiv für Mitglieder des Börsenvereins
Erstellt am 29.04.2026
Der Einsatz von Kunststoff-Mehrwegwannen im Buchversand bietet ökologische und betriebswirtschaftliche Vorteile gegenüber Einwegkartonagen für alle Marktteilnehmende. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die AG Logistik der Interessengruppe (IG) Nachhaltigkeit des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bei der Universität Kassel in Auftrag gab und heute vorstellte. Das Forschungsprojekt „EcoBookPacks – Vergleich der Nachhaltigkeit von Mehrweg- und Einweg-Verpackungen im Buchversand“ wurde dort vom Fachgebiet Sustainable Technology Design unter der Leitung von Dr. Anna Schomberg und Daniel Huch (M.Sc.) im Auftrag der IG Nachhaltigkeit des Börsenvereins durchgeführt.
Zentrale Ergebnisse
- Klare Zahlen: Durch Umstellung auf Mehrwegwannen lassen sich bis zu 6 Prozent der Ressourcen und CO2-Emissionen entlang der gesamten Lieferkette von Büchern einsparen. Hauptgrund: Die Herstellung von Karton ist – je Buch – deutlich ressourcen- und kostenintensiver als die auf viele Nutzungen verteilte Herstellung einer Kunststoffwanne.
- Mehrweg vor Einweg: Jeder Schritt von Einweg- und Mischsystemen zu einem reinen Mehrwegsystem im Buchversand unter Marktteilnehmenden senkt den Ressourcenverbrauch und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Selbst bei Kleinstsendungen unter 3 Kilogramm in gering befüllten Mehrwegwannen bestätigte sich das Einsparpotenzial gegenüber der Nutzung von Einwegkartonagen.
- Kartonage sparen, Ressourcen schonen: Neben der schrittweisen Umstellung auf Mehrweg kann auch die Reduktion der eingesetzten Kartonmengen bereits erheblich Ressourcenverbrauch, CO2-Emissionen und Kosten senken.
Handlungsempfehlungen
Aus den Erkenntnissen der Studie haben die Forschenden drei strategische Handlungsfelder für die Logistik im Zwischenbuchhandel abgeleitet:
- Kurzfristig: Kartonmengen sparen durch optimierte Verpackungen, weniger Leerräume, Wiederverwendung und leichtere, stabile Materialien – vorausgesetzt, ein erhöhtes Beschädigungsrisiko kann vermieden werden.
- Kurz- bis mittelfristig: Mehrwegverpackungen für Kleinstsendungen anstelle von Einwegkartonage einsetzen, z.B. kleinere Wannenformate, sofern umsetzbar.
- Mittel- bis langfristig: Einstieg in die Nutzung von Kunststoff-Mehrwegwannen und deren konsequente Ausweitung durch Kooperationen innerhalb der Branche.
Die Studie basiert auf der Methodik der Ökobilanzierung, erweitert um eine Lebenszykluskostenanalyse, zum Vergleich der verschiedener Verpackungsoptionen. Ziel der Studie ist es, Marktteilnehmenden eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage und Orientierung für nachhaltigere Verpackungslösungen zu geben.
Stimmen aus dem Projekt
„Für uns war es wichtig, wissenschaftlich zu ermitteln, welche Stellschrauben bei Transportverpackungen den größten Unterschied machen. Die Ergebnisse zeigen, dass Mehrwegwannen nicht nur eine relevante Entlastung für die Umwelt darstellen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bieten“, sagt Jörg Paul, Mitglied der AG Logistik und Co-Sprecher der IG Nachhaltigkeit.
„Wir freuen uns sehr, dass die AG Logistik mit so viel Engagement und Praxisnähe arbeitet. Studien wie diese leisten einen wichtigen Beitrag, um auch Nachhaltigkeitsaspekte in der Logistik konkret und strategisch greifbar zu machen – und liefern unseren Mitgliedern so wertvolle Impulse für ihre Entscheidungen“, sagt Claudia Bachhausen-Dewart, Co-Sprecherin der IG Nachhaltigkeit.
Ausführliche Ergebnisse der Studie
Der Abschlussbericht des Forschungsprojekts ist abrufbar im Mitgliederbereich des Börsenvereins unter Wanne oder Kartonage? Neue Studie zu Ökobilanz und Kosten von Verpackungen im Buchversand.
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