Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik
Mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik würdigt die Jury literaturkritisches Schaffen in den deutschsprachigen Medien. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird vergeben von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gemeinsam mit dem Fachmagazin Börsenblatt des Technologie- und Informationsanbieters MVB und von der Klett-Stiftung gefördert.
Der Preis zeichnet die Arbeit einer Einzelperson aus: Dabei ist nicht eine Einzelkritik maßgeblich, sondern vielmehr die Kontinuität des literaturkritischen Schaffens auf hohem Niveau.
Der Alfred-Kerr-Preis wurde 1977 vom Börsenblatt ins Leben gerufen. Bis 1995 wurde damit jedes Jahr ein besonders bemerkenswerter Literaturteil einer deutschsprachigen Zeitung oder Zeitschrift, eines deutschsprachigen Hörfunk- oder Fernsehprogramms ausgezeichnet.
Der Namensgeber
Die Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizisten Alfred Kerr (1867 bis 1948), der in der Kritik eine eigene Kunstform sah. Er war der Vater von Judith Kerr.
Preisträger*innen
2026
Die diesjährige öffentliche Preisverleihung findet am Donnerstag, 19. März um 14 Uhr im Rahmen der Leipziger Buchmesse, im Forum »Die Unabhängigen« (Halle 5 H313), statt.
2025
Der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik geht an die Kritikerin und Autorin Beate Tröger, die auch als Literaturvermittlerin, Jurorin und Moderatorin tätig ist. Die Jury betont in ihrer Begründung, dass ihre Rezensionen - u.a. für Deutschlandfunk, SWR, WDR, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Der Freitag - ein „weites Spektrum lyrischer Produktionen abdecken, und unter den besprochenen Dichterinnen und Dichtern viele sind, die dem deutschen Lesepublikum erstmals nähergebracht werden.“ Neben der sprachlichen Sorgfalt und Stilsicherheit würden Trögers Kritiken es auch verstehen, „sich bei aller analytischen Distanz den besprochenen Gedichten anzunähern und deren Vielschichtigkeit und Reichtum im Dialog mit den Versen zu erschließen.“
2016 bis 2024
| 2024 | Wolfgang Matz | "Ich bin es gewohnt, sehr dicht am Text zu bleiben" |
| 2023 | Jutta Person | „Die Kunst der Leichtigkeit“ |
| 2022 | keine Vergabe | |
| 2021 | Dr. Roman Bucheli | „Stilistisch brillant“ |
| 2020 | Dr. Christian Metz | „Glücksfall für die Literatur“ |
| 2019 | Marie Schmidt | „Literatur ist keine Wellnessanwendung“ |
| 2018 | Michael Braun | „Wahre Worte und viele Weggefährten“ |
| 2017 | Andreas Breitenstein | „Er beurteilt vor einem weiten Horizont“ |
| 2016 | Nico Bleutge | „Er urteilt eigenständig und argumentiert offen“ |
Preisträger*innen in Kurzporträts
1977 bis 1995
Bis 1995 wurde mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik jedes Jahr ein besonders bemerkenswerter Literaturteil einer deutschsprachigen Zeitung oder Zeitschrift, eines deutschsprachigen Hörfunk- oder Fernsehprogramms ausgezeichnet.
Wie Preisträger*innen gefunden werden
Das Expertengremium beobachtet kontinuierlich das literaturkritische Schaffen in den Medien aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und erstellt eine Kandidatenliste für die jährliche Jurysitzung, bei der der Preisträger oder die Preisträgerin ermittelt wird.
Der Runde gehören aktuell die oben gezeigten sechs Personen an. Frühere Jury-Mitglieder waren unter anderem die Leiterin der Casa di Goethe in Rom Dr. Maria Gazzetti und die Literaturwissenschaftlerin Dr. Rachel Salamander sowie der im Sommer 2017 verstorbene Schriftsteller, Herausgeber und Journalist Peter Härtling, der viele Jahre dem Gremium angehörte.

