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Vom Experiment zum Standard: Wie KI die Arbeit in Buchverlagen verändert

Die Interessengruppe (IG) Digital des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veröffentlicht in Kooperation mit der Unternehmensberatung Highberg die zweite Studie zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in deutschen Buchverlagen.
Erstellt am 25.02.2026


An der „KI-Studie der IG Digital 2026“ nahmen 196 Fach- und Führungskräfte aus Verlagen unterschiedlichster Größe und Programmschwerpunkte teil.

Das Fazit der Studie: Die Buchbranche gestaltet den digitalen Wandel aktiv mit. KI entwickelt sich vom experimentellen Werkzeug zu einem festen Bestandteil des Verlagsalltags. Die Branche geht das Thema strategisch an, erweitert das eigene Know-how und nutzt die Technologie gezielt, um Effizienz, Kreativität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Unsicherheiten in rechtlichen und strategischen Fragen bestehen weiterhin – die Richtung ist jedoch klar: Buchverlage öffnen sich verstärkt den Chancen von KI für ihr eigenes Geschäft.

KI als Produktivitäts- und Effizienztreiber
Die Ergebnisse verdeutlichen einen klaren Trend: Während 2025 nur 9 Prozent der Befragten die Bedeutung von KI für das eigene Unternehmen als hoch oder sehr hoch einschätzten, sind es 2026 bereits 31 Prozent. Für 2031 erwarten sogar 83 Prozent eine hohe bis sehr hohe Relevanz von KI für den eigenen Verlag. 

Aktuell erkennen Verlage das Potenzial von KI vor allem in der höheren Effizienz von Prozessen (62 Prozent), Marktanalysen (55 Prozent) und der Steigerung der Mitarbeiter*innenproduktivität (43 Prozent). Der Einsatz für strategische Potenziale wie neue Geschäftsmodelle, Wettbewerbsvorteile oder verbesserte Kund*innenzufriedenheit werden bislang noch zurückhaltender bewertet – dennoch haben bereits 31 Prozent der Verlage eine KI-Strategie implementiert und weitere 33 Prozent planen dies in naher Zukunft.

Konkret nutzen Verlage KI vor allem für:

  • Contentgenerierung und -bearbeitung: 69 Prozent der Verlage nutzen KI bei der Erstellung neuer Inhalte, z.B. zur Unterstützung des Korrektorats, Plagiats- & Quellenprüfung sowie für neue Audioformate
  • Sparring und Brainstorming: 66 Prozent verwenden KI-Tools für Ideenfindung und Recherche.
  • Contentrecherche und -aggregation: 56 Prozent setzen KI zur schnellen Sammlung und Analyse von Informationen ein.
  • Marketing und Vertrieb: 49 Prozent nutzen KI für die Analyse von Markttrends, personalisierte Angebote und automatisierte Zielgruppenansprache.
  • Prozessoptimierung: 42 Prozent implementieren KI zur Automatisierung von Workflows und Effizienzsteigerung in der Produktion.
  • Rechtliche Fragestellungen: 29 Prozent verwenden KI für Lizenzprüfung, Copyright-Checks und Compliance-Aufgaben.

Insbesondere größere Verlage setzen KI zunehmend strukturiert ein, etwa durch Richtlinien, Lizenzen und klare Unternehmensprozesse. Die größte Herausforderung sieht die Verlagsbranche im Bereich der Rechtssicherheit/Urheberrecht (56 Prozent), gefolgt von den Feldern Datenqualität (45 Prozent) und Input-Output-Qualität der KI-Systeme (38 Prozent).

Kompetenzaufbau und Kooperationen
Die Branche investiert gezielt in interne Kompetenzen: 61 Prozent fördern den Austausch über KI innerhalb des Unternehmens, 49 Prozent tauschen sich branchenweit aus und 55 Prozent führen Schulungen zu KI durch. Zudem stellt die Branche verstärkt eigene KI-Entwicklungsprojekte auf die Beine (2026: 33 Prozent, 2025: 25 Prozent), Kooperationen mit externen Anbietern bleiben mit 39 Prozent weiterhin relevant.


25.02.2026

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