Projekte des Börsenvereins und der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins

Eine Übersicht weiterer Projekt-Webseiten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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In dieser Rubrik finden Sie eine Reihe von Fördermöglichkeiten aufzeigen, die branchentypischen Problemlagen begegnen. Wir führen hierbei die wichtigsten Programme auf und informieren Sie gerne über die relevanten Förderprogramme für Buchhandlungen (s. hierzu auch unser Merkblatt). Eine intensive Beratung durch die Hausbank bzw. die Heranziehung weiterführender Informationen sind jedoch im Einzelfall unerlässlich.

Die meisten Buchhandlungen in Deutschland sind kleine oder mittlere Unternehmen und wirtschaftlich unabhängig. Wie andere Branchen des Facheinzelhandels ist auch der Buchhandel somit stark mittelständisch geprägt. In der Vergangenheit hat sich der Mittelstand als Motor der deutschen Wirtschaft bewährt und für mehr Beschäftigung am Arbeitsmarkt gesorgt. Es ist daher auch zukünftig sinnvoll, vernünftig und nachhaltig, auf die Entwicklung und Förderung mittelständischer Unternehmen zu setzen.

Die öffentliche Förderung des Mittelstandes hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und ist heute sehr vielseitig und umfangreich. Seitens der öffentlichen Hand existieren einige hundert Förderprogramme, die von mittelständischen Unternehmen in Anspruch genommen werden können. Das Portfolio der Fördermittel umfasst nicht nur klassiche Kredite (vor allem im Bereich der Existenzgründung, aber auch für bestehende Unternehmen und zur Finanzierung von Betriebsmitteln) sondern auch die Beratungsförderung und die Hilfe in Krisenzeiten. Gerade im Facheinzelhandel und insbesondere im Buchhandel werden öffentliche Fördermittel jedoch zu selten eingesetzt. Insgesamt und über alle Wirtschaftsbereiche hinweg bleiben daher jedes Jahr noch Fördergelder in Milliardenhöhe ungenutzt.

Hilfe in der Krise

Für Unternehmen, die sich in einer Krise befinden, hatte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bis 2016 die Programme „Runder Tisch“ und „Turn-Around-Beratung“ zur Verfügung gestellt. Im Wesentlichen geht es dabei um die finanzielle Förderung einer Unternehmensberatung in Krisenzeiten.

Nach der Umstrukturierung der öffentlichen Beratungsförderung ist die „Krisenberatung“ in dem übergeordneten Programm „Förderung unternehmerischen Know-Hows“ aufgegangen, das inzwischen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) getragen wird. Ziel der Beratung ist es, die Leistungsfähigkeit von in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindlichen Unternehmen sicher- bzw. wiederherzustellen. Das Programm ist in den Rahmenbedingungen auf kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtet. Typische Krisensituationen sind beispielsweise Liquiditätsengpässe, Managementprobleme oder Eigenkapitalschwäche.

In Einzelfällen kann die Beratungsförderung bereits beantragt werden, wenn Unternehmen noch nicht aber voraussehbar (etwa durch den künftigen Wegfall eines Großkunden oder angekündigte Veränderungen am Standort wie die im Einzelhandel typische Baustelle vor dem Ladengeschäft) in Schwierigkeiten geraten.

Förderungswürdig sind prinzipiell Unternehmen, die sanierungsfähig sind und nicht im Insolvenzverfahren stehen. Die Mittel werden über das BAFA beantragt. Als Berater stehen grundsätzlich die in der KfW-Beraterbörse gelisteten Unternehmensberater zur Verfügung. Es wird ein Fördersatz von 90 Prozent gewährt bis hin zu einer maximalen Förderhöhe von 2.700 Euro. Die genauen Rahmenbedingungen hat das BAFA in dem Merkblatt „Unternehmen in Schwierigkeiten“ zusammengefasst.

Weiterhin gibt es auch in den Ländern eine Reihe von Programmen über die Unternehmensberatungen bezuschusst und gefördert werden können. Nähere Informationen erhalten Sie über die Websites der Landeswirtschaftsministerien oder zusammengefasst in der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums.
Die KfW organisiert in rund 50 deutschen Städten regelmäßig Beratungssprechtage in Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern und anderen regionalen Partnern. Über die KfW direkt oder Ihre regionale IHK können Sie sich über Termine der Sprechtage bzw. Informationsveranstaltungen informieren.

Das BMWi bietet ein Infotelefon zu Mittelstand und Existenzgründung sowie eine Hotline zur Förder- und Finanzierungsberatung. Nähere Informationen.

Allgemeine Fördermöglichkeiten

Neben der Krisenberatung stellt die öffentliche Hand über Kommunen, Länder und Bund zahlreiche verschiedene Förderprogramme zur Verfügung, die z.T. thematisch etwa auf Gründungsfinanzierung oder die Förderung von Energieeffizienz oder technologischer Entwicklungen beschränkt sind. Viele dieser Programme, insbesondere allgemeine Mittelstandsförderprogramme eignen sich auch für Buchhandlungen und Verlage. Anders als bei der Beratungsförderung sind hier weniger echte Zuschüsse sondern vielmehr Kredite die Regel, allerdings sind die Konditionen vielfach günstig und den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Betriebe angepasst (z.B. durch anfängliche Tilgungsfreistellung). Zudem führen öffentliche Fördermittel kombiniert mit Bankkrediten zur teilweisen Haftungsfreistellung der ausgebenden Privatbanken, sodass der Kreditzugang insgesamt vereinfacht wird. Einen kompakten Überblick über die öffentlichen Fördermöglichkeiten verschafft die Broschüre Wirtschaftliche Förderung des BMWi bzw. die öffentliche Förderdatenbank

Seit einigen Jahren lobt die Beauftragte der Bundesregierung für Kulur und Medien (BKM) Monika Grütters den Deutschen Buchhandlungspreis aus, über welchen rund eine Million Euro jährlich an kleinere Buchhandlungen ausgeschüttet werden, die  mit Ihrer Arbeit besonders zur kulturellen Vielfalt der Buchhandelslandschaft beitragen, etwa durch besonderes Engagement bei Kulturveranstaltungen oder in der Leseförderung. Seit 2019 gibt es nun auch den Deutschen Verlagspreis, der besonders engagierte kleinere Verlage auszeichnet. Der Deutsche Buchhandlungs- und Verlagspreis ist jeweils mit Preisen in Höhe von 7.000 bis 25.000 € dotiert.