Projekte des Börsenvereins und der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins

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Ein Interview mit Stefan Könemann

Warum sich die Investion in eine Buchhandlung lohnt, berichtet Geschäftsführer des Barsortiments Könemann Stefan Könemann im Interview.

© Stephan Sasek

Was genau macht das Barsortiment Könemann - und was sind Ihre besonderen Leistungen für Existenzgründer*innen?   

Als Großhändler mit über 1 Mio. deutschsprachigen Titeln am Lager verstehen wir uns als der Anbieter, bei dem Buchhandlungen alles – wirklich alles – aus einer Hand bekommen können. Also Ware, Dienstleistungen, EDV Produkte, Katalogdaten, Online-Shops, E-Books und Nonbooks in großer Zahl. Wer mit uns zusammenarbeitet, benötigt also niemanden sonst.

Gleichzeitig bewahrt man seine Unabhängigkeit, da man bei uns weder Mitglied einer Genossenschaft werden muss, noch Verpflichtungen über Jahre eingeht. Wer will, geht einfach wieder. Das ist gerade in und nach Gründungsphasen wichtig, wo man den Kopf voller ungelöster Probleme und Aufgaben hat. Gründer*innen können sich so besser auf das Wesentliche konzentrieren.

Außerdem kann eine oder ein Neugründer*in z.B. seine komplette Erstausstattung von uns erhalten – von uns zusammengestellt und mit Sonderkonditionen. Wir helfen ihm bei der Auswahl der EDV-Angebote: Bestellsystem oder Warenwirtschaft, wir beraten in Fragen der Mitgliedschaft beim Börsenverein und stellen Kontakte zu Kolleg*innen her.

Der Buchhandel leidet unter sinkender Kundenfrequenz und dem starken Online-Handel. Wo sehen Sie Potentiale in der Zusammenarbeit?

Ganz kurz formuliert: Wer beim Barsortiment bezieht, kann sein Warenlager schlank halten und so seine Wirtschaftlichkeit steigern. Gleichzeitig vereinfacht dies alle Prozesse, vom Vereinnahmen der Ware, übers Veräumen, das Remittieren bis zum Bezahlen der Rechnungen und in der Buchhaltung. Das spart Geld und Zeit – Zeit, die in Marketing und Kundengewinnung investiert werden kann.                                                                                 

Nachfolge sichern: Was raten Sie Buchhändler*innen bei diesem Thema?   

Rechtzeitig planen und nicht von sich auf andere schließen. Nur weil man selber alle Kund*innen und deren Wünsche gut kennt, den Warenbestand im Griff hat, muss das die oder der Nachfolger*in erst noch lernen. Sie oder er hat aber keine Jahre Zeit dafür. Also muss ich dieses Wissen mitveräußern. Wenn dieses Wissen aber nur im Kopf der oder des Inhaber*in sitzt, kann das nicht gelingen. Es muss also gespeichert werden in Form von Kundendatenbank und Warenwirtschaft. Zusätzlich muss mein Mitarbeiter*innenstamm „attraktiv“ sein, also gut ausgebildet, möglichst fit im Umgang mit der Technik und Software. Und neben den Mitarbeiter*innen muss selbstverständlich auch der Laden auf der Höhe der Zeit sein. Da das alles nicht von jetzt auf gleich geht, muss ich also früh in diese Richtung hinarbeiten. Je mehr ich von diesen Punkten umgesetzt kriege, umso besser.                    

Warum lohnt es sich, in den Buchhandel zu investieren – ob durch Übernahme oder Gründung?

Buchhändler*in ist ein wunderbarer Beruf, vor allem als selbständige*r Buchhändler*in. Fast alle unserer Kund*innen sagen, dass sie ihre Berufswahl trotz der Arbeitsbelastung nicht bereut haben.  Damit es sich auch finanziell lohnt, muss die Planung natürlich stimmen. Viele positive Beispiele zeigen das.                                                                                 

Ein guter Tipp für Gründer*innen? 

Guten Rat vorher einholen. Beim Börsenverein, den Barsortimenten, anderen Buchhändler*innen oder einem von diesen empfohlenen, im Buchhandel erfahrenen Berater*innen. Das hilft, Fehler zu vermeiden und kann über Wohl und Wehe entscheiden.