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Das internationale literaturfestival berlin – Anmeldung als Volunteer – noch möglich!

Die Anmeldungen zur Teilnahme als Volunteer am diesjährigen internationalen literaturfestival berlin (ilb) stehen noch offen! Die Plätze sind beschränkt und mitmachen lohnt sich.
Erstellt am 13.04.2022


Was ist das ilb eigentlich genau?

Das internationale literaturfestival berlin findet seit 2001 statt – somit sind wir in diesem Jahr beim 22. Festival angekommen! Es findet vom 7. bis zum 17. September im Haus der Berliner Festspiele statt. Mit einem vielfältigen Programm von Lyrik, Romanen, Biografien, Sachbüchern, Graphic Novels, Comics und vielem mehr durch die diversen Themenbereiche gibt es für alle etwas zu entdecken! Es werden internationale Werke und Autoren vorgestellt, eingeladen oder wie im vergangenen Jahr online zugeschaltet. Aufnahmen einiger Veranstaltungen kann man auf YouTube finden. Das ilb kann auf ein weltweites Netzwerk aus Autorinnen und Autoren zurückgreifen und wer neugierig ist, kann auf der Webseite einmal schauen, wer bisher alles beim ilb gesprochen und gelesen hat. Letztes Jahr hielt die französisch-marokkanische Schriftstellerin und Journalistin Leïla Slimani die Eröffnungsrede und bot damit einen anregenden Auftakt für alles, was folgte.

Das Literaturfestival setzt sich aus verschiedenen Programmsparten zusammen. Die nach Berlin eingeladenen Autoren und Autorinnen (zuletzt 160) sprechen über aktuelle literarische Trends, politische Themen und wissenschaftliche Diskurse. Ein besonderes Erlebnis sind dabei Werke, die zunächst im Original vorgestellt und gelesen und danach auch in der deutschen Übersetzung durch Schauspieler*innen vorgetragen werden. Darauf folgen ein moderiertes Gespräch und oft angeregte Diskussionen. Die Sparte „Literaturen der Welt“ ist ein klassisches Format des Literaturfestivals.

Im Bereich „Internationale Kinder- und Jugendliteratur“ sind Kinder, Eltern, Lehrer*innen und Interessierte eingeladen, Literatur und Texte auf sich wirken zu lassen und damit zu interagieren. Begeisterung und Freude am Lesen sowie interkultureller Austausch sollen gefördert werden. Neben interaktiven Lesungen finden hier auch Workshops zu verschiedenen Themen und Büchern statt. In diesem Bereich werden auch Praktika angeboten. Ein kleiner Tipp für alle, die mithelfen und mitwirken wollen: Wer bei der Kinder- und Jugendliteratur mitmacht, hat vor allem vormittags und tagsüber viel Programm. Dafür kann man dann als Gast immer noch frei unter den Abendveranstaltungen wählen.

Eine weitere Sparte des Abendprogramms nennt sich „Reflections“. Sie lässt Autor*innen, Journalist*innen, Wissenschaftler*innen und Politiker*innen über politische und gesellschaftliche Fragen diskutieren.

„Science and Humantities“ stellt wissenschaftliche Forschung vor. Verschiedene Disziplinen und auch Nationalitäten sollen verknüpft und zu einem gemeinsamen Austausch angeregt werden.

„Erinnerung, sprich“ lässt Autor*innen und Werke der Vergangenheit aufleben und sorgt für Neu- oder Wiederentdeckung durch Vorträge, Diskussionen und natürlich Lesungen. Manchmal kommen Freunde oder Bekannte von verstorbenen Autoren zu Wort und schildern emotional ihre Erinnerungen und Gedanken. Ob man von Autor oder Werk viel, wenig oder gar nichts kennt, ist hierbei egal. Es geht um vor allem um (wieder)entdecken und sich öffnen.

Zudem gibt es die „Specials“. Wie der Name schon sagt, sind diese besonders. Jedes Jahr werden andere Schwerpunkte gewählt. Die Veranstaltungen zu diesen Themen können auch an besonderen Orten überall in der Stadt stattfinden. Das festivalzentrum des ilb ist das Haus der Berliner Festspiele. Aufgrund von Umbauten war der Veranstaltungsort letztes Jahr das Silent Green Kulturquartier in Wedding. Wer dabei war, kann bezeugen, dass auch diese Spielstätte eine ganz besondere Atmosphäre zu bieten hat! Hier findet auch der Graphic Novel Day statt.

Wie werde ich Volunteer?

Wenn ihr nicht nur mal nach Berlin reisen wollt, um die Stadt und dieses wunderbare Festival zu erleben, sondern wenn ihr mittendrin und dabei sein wollt, könnt ihr auf der Webseite des ilb die Ausschreibung finden und euch dort bewerben. Es werden rund 40 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen gesucht. Der Zeitraum für die Vorbereitungen startet schon vor dem Festival ab dem 2. September. Motivation und Interesse vorausgesetzt, gibt es verschiedene Aufgaben, die im Festivalzeitraum anfallen. Das kann von Basics, wie Tische oder Stühle aufzubauen, über Kartenkontrolle (oder Coronanachweis-Kontrolle) bis hin zur Saalbetreuung und persönlichen Aufgaben wie der Betreuung eines Autor oder einer Autorin gehen. Die Volunteers bekommen am Anfang des Festivals eine*n Autor*in zugeteilt, den sie dann betreuen und auf Veranstaltungen begleiten können. Man holt die Gäste vom Flughafen oder Bahnhof ab und bringt sie zu ihren Hotels. Aber keine Sorge, es gibt Pläne und verschiedene Ansprechpartner, an die man sich bei Fragen immer wenden kann. Während der Arbeitszeit kann man natürlich keine Veranstaltungen besuchen, aber man entdeckt trotzdem viel Neues. Allein dadurch, dass man bei Veranstaltungen den Einlass oder Auslass organisiert und dazwischen den Überblick behält und natürlich den/die zu begleitende Autor*in unterstützt, bieten sich einzigartige Einblicke in die Gestaltung, Realisierung und Inhalte der einzelnen Veranstaltungen. Im Zeitraum des Festivals sollte man spontan sein und jederzeit bereit, im Zweifelsfallmit anpacken zu können. Wir hatten letztes Jahr ein tolles Team, das sich über eine Gruppe beim Messenger-Dienst Signal ausgetauscht und gegenseitig geholfen hat. Ich habe Gleichgesinnte aus verschiedenen Städten und Ländern kennengelernt und viele Freunde gefunden! Bei weiteren Fragen zu den Anforderungen als Volunteer oder zu Themen wie Vergütung und dem genauen Bewerbungsprozess, folgt diesem Link: www.literaturfestival.com/footer/jobs.

Auf das Programm können wir schon gespannt sein: Die meisten Einladungen an Autorinnen und Autoren sind natürlich schon längst unterwegs und manche Gäste müssen lange Zeit im Voraus angefragt werden. Wie gut also, dass das ilb ein so tatkräftiges und kompetentes Team hat!

Zum Abschluss hier noch ein paar Stimmen aus dem Nachwuchs von den Volunteers des ilb 2021:

 

„Seit dem Festival erkenne und kenne ich viel mehr Autoren und Autorinnen in den Buchläden und konnte viele neue Genres entdecken!“ (Josephine)

„Ich habe an dem Festival teilgenommen, um einen kleinen Einblick in die Literaturszene zu bekommen, aber er wurde größer als gedacht! Uns Volunteers wurde es nämlich, so oft es ging, ermöglicht, uns Veranstaltungen zumindest teilweise anzugucken. So hat man, wenn man für den Einlass oder die Saalbetreuung eingeteilt war, Lesungen oder Diskussionsrunden miterlebt, für die man mit dem begrenzten Budget einer Studentin oder eines Berufsanfängers sonst vielleicht kein Geld ausgegeben hätte. Mein Highlight aber war die Autorenbetreuung, denn auf den Wegen zwischen Flughafen, Hotel und Veranstaltungsort kam man mit den Schriftstellern und ihrer Entourage ins Gespräch. Ich habe die Visitenkarte einer Lektorin bekommen und auch einen anderen interessanten Kontakt geknüpft!“ (Solveig)

„Es ist viel Arbeit und kann manchmal stressig sein, aber ich habe in der kurzen Zeit so viel gelernt und mich mit so vielen spannenden Menschen austauschen dürfen. Es war inspirierend und interessant, es hat zum Nachdenken angeregt und ich konnte auch viele Erfahrungen sammeln. Egal, aus welcher Stadt oder aus welchem Studiengang, Ausbildung oder Job, hier hat man direkt Freundschaften geschlossen und war mit allen auf einer Wellenlänge. Danke für dieses Erlebnis!“ (Maria)

„Meine Lieblingsvortragsreihe war auf jeden Fall das Special „Echo. Echo. Indigenous Voices“. Es gibt so viele Texte, Gedichte und Bücher, die wir verpassen, weil sie aus anderen Sprachen kommen, die wir nicht kennen. Es gibt so viel zu lernen und zu entdecken. Das Festival hat mir das gezeigt und als Volunteer war ich bei Lesungen dabei, die mich sonst vielleicht gar nicht angesprochen hätten, gerade diese Erlebnisse haben mir so viel gegeben. Die Originalvorträge und die Lesungen auf Deutsch waren bewegend und emotional. Ein richtiges Gänsehauterlebnis! Außerdem habe ich ein paar der liebsten Menschen bei diesem Festival kennengelernt! Ohne euch wären Berlin und Wien nur irgendwelche Hauptstädte. Schön, dass es euch gibt.“ (Mona)

„Meine Erfahrungen sind zwar nicht aus dem Jahr 2021, sondern mit 2019 schon eine gefühlte Ewigkeit her – vor allem, wenn man bedenkt, wie sehr sich unsere Welt in den letzten beiden Jahren verändert hat. Und doch erinnere ich mich noch heute oft an die drei Wochen, die ich als Volunteer im Kinder- und Jugendliteratur-Segment des ilb gearbeitet habe. Das Leuchten in den Augen der Kinder bei den Lesungen, ihre Kreativität bei den Workshops, die Chance, sowohl Dolmetschen als auch Vorlesen zu dürfen, die Faszination, die Europa auf meinen zu betreuenden Autor und Illustrator aus Südamerika ausgeübt hat – das alles und noch vieles mehr hat mich geprägt und mir eine Idee gegeben, wie meine berufliche Zukunft aussehen könnte, was mich bewegt und begeistert. Und nicht zuletzt sind es vor allem die Menschen, die dieses Festival zu etwas ganz Besonderem gemacht haben: Das Team, die Autoren und Autorinnen, die Besucher*innen und die Kinder – verbunden durch die Begeisterung für die unendliche Welt der Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln.“ (Johanna)


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