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Digitaler Wissens-Hub Beitrag

Digitale Bildung im Wandel: Vielfalt in Inhalten, Monetarisierung und Verbreitung

In der heutigen digitalisierten Welt stehen Anbieter von Bildungsinhalten vor neuen Herausforderungen und Chancen. Welche das sind, beleuchten wir hier. | Ein Beitrag von Jürgen Weder, Edupartner AG
Erstellt am 06.12.2023


In der heutigen digitalisierten Welt stehen Anbieter von Bildungsinhalten vor neuen Herausforderungen und Chancen. Die Transformation von traditionellen Lehrmethoden zu digitalen Bildungsmedien wirft dabei nicht nur die Frage auf, was diese Inhalte von herkömmlichen unterscheidet, sondern auch, welche vielfältigen Geschäftsmodelle in diesem Bereich existieren und wie die effiziente Distribution digitaler Bildungsmedien gestaltet werden kann. Lassen Sie uns einen Blick auf diese drei Schlüsselfragen werfen und die Welt der digitalen Bildung erkunden.

Die Herausforderung, Bildungsinhalte zu gestalten, geht über das einfache Bereitstellen von Informationen hinaus. Um erfolgreich zu sein, müssen Bildungsinhalte nicht nur strukturiert und ansprechend gestaltet werden, sondern auch auf vielfältige didaktische Konzepte eingehen. Dabei spielt die Integration von komplexen Text-Bild-Kombinationen und das Erstellen von Aufgaben und Lösungen eine entscheidende Rolle. Die Anpassung an eine heterogene Marktstruktur, geprägt durch unterschiedliche Bildungsstufen, Schulformen und regionale Rahmenbedingungen, gestaltet sich als anspruchsvoll. Gleichzeitig erschwert die vielfältige technische Infrastruktur auf Kundenseite die nahtlose Integration digitaler Bildungsinhalte. Die Produktion solcher Inhalte erfordert nicht nur inhaltliche Expertise, sondern auch spezielle Fähigkeiten in Bezug auf Lizenzen, Administration und Auslieferung.

Der Bildungsmedienmarkt erfährt aktuell wesentliche Veränderungen. Traditionelle Formate wie EPUB und PDF reichen nicht mehr aus, daher erfolgt eine verstärkte Integration digitaler Elemente und Zusatzservices für interaktivere Lernmöglichkeiten. Hybride Lehr- und Lernszenarien, die gedruckte und digitale Inhalte kombinieren, werden immer populärer. Ein zunehmender Fokus liegt auf Adaptive Learning, bei dem Lerninhalte entsprechend dem individuellen Wissen und Lernstand des Lernenden angepasst werden, oft durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Wir können drei Ansätze unterscheiden, wie Inhaltsanbieter ihre Bildungsinhalte auf den Markt bringen: 

  • Eigene Lernumgebung: In der Ausrichtung als spezialisierter Anbieter für ein bestimmtes Fachgebiet entwickeln Unternehmen ihre eigene Lernumgebung. Hierbei liegt der Fokus darauf, hoch spezialisierte Inhalte und interaktive Module zu erstellen, die eine umfassende Bildungserfahrung bieten.
  • Inhalte auf Kundenplattformen: Der Ansatz als Anbieter massgeschneiderter Inhalte konzentriert sich darauf, flexible Bildungsinhalte zu erstellen, die von anderen Organisationen in deren bestehenden Lernplattformen integriert werden können. Dies erfordert eine hohe Anpassungsfähigkeit, um den unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. 
  • Inhalte auf Drittplattformen: In diesem Modell fokussiert sich ein Verlag darauf, seine Bildungsinhalte auf etablierten Drittplattformen anzubieten. Er positioniert sich als Premiumanbieter und nutzt bestehende populäre Plattformen, um eine breite Zielgruppe zu erreichen.

Die Auslieferung dieser digitalen Angebote stellt Verlage, Händler und Schulen vor anspruchsvolle Herausforderungen. Verlage stehen vor der Aufgabe der Katalogisierung, Lizenzierung und Abrechnung. Händler streben danach, ihren Kunden effizient ein breites Angebot an digitalen Inhalten und Plattformen anzubieten. Für Bildungsanbieter wiederum bedeutet die Fülle an digitalen Bildungsinhalten eine Informationsüberlastung. Die Auswahl geeigneter Materialien und Plattformen erfordert Zeit und Ressourcen, statt sich auf den Unterricht zu konzentrieren.

In Anbetracht der sich wandelnden Landschaft im Bildungsmedienmarkt, in der traditionelle Formate nicht mehr ausreichen, gewinnt die Integration digitaler Elemente und Zusatzservices an Bedeutung. Hybride Lehr- und Lernszenarien sowie Adaptive Learning setzen neue Massstäbe für interaktive Lernmöglichkeiten.

Die verschiedenen Ansätze, Bildungsinhalte auf den Markt zu bringen – sei es in einer eigenen Lernumgebung, auf Kundenplattformen oder Drittplattformen – bieten unterschiedliche Geschäftsmöglichkeiten. Die Auslieferung digitaler Angebote stellt dabei Verlage, Händler und Schulen vor anspruchsvolle Herausforderungen, von Katalogisierung über Lizenzierung bis hin zur effizienten Nutzung.

In diesem komplexen Umfeld ist es entscheidend, bei der Umsetzung von Projekten oder der Auswahl von Dienstleistern einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. Nur durch die Berücksichtigung der vielfältigen Herausforderungen und Chancen, die die digitale Bildung bietet, kann eine effiziente und zukunftsfähige Lösung geschaffen werden.

Autor: Jürgen Weder, Edupartner AG


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