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Unser Buch des Monats November: Harald Welzer »Nachruf auf mich selbst.«

Voll lit – wir küren unser Buch des Monats November! Mit »Nachruf auf mich selbst.« hat Harald Welzer ein sehr lesenswertes Buch geschrieben, das für eine neue Kultur des Aufhörens plädiert und Lust auf die Zukunft macht.
Erstellt am 15.11.2021


Rezension von Tobias Groß

Aufhören ist eine Kunst. Und absolut nicht erwünscht. Jedenfalls nicht in unserer auf Effizienz und Erfolg fixierten Gesellschaft. Denn für die allermeisten ist Aufhören eine Schwäche und ein Zeichen des Scheiterns. Doch vielleicht täte es uns ganz gut, wenn wir manche Sachen nicht um jeden Preis zu Ende machen und einfach mal aufgeben. Nicht dass es eines Tages zu spät ist und wir die Konsequenzen des Hamsterrades der Effizienz tragen müssen. Im schlimmsten Fall die tödlichen.

Harald Welzer, seines Zeichens Deutschlands bekanntester Sozialpsychologe und einer der klügsten Köpfe des Landes, weiß wovon er spricht, ist er doch ein Meister im Aufhören. Einerseits aus Überzeugung, andererseits aus gesundheitlichen Gründen, wie ihm sein akuter Herzinfarkt im April 2020 bewiesen hat. Diese Erfahrung des potentiellen Todes hat ihn verändert und dazu veranlasst, einen Nachruf zu schreiben. Einen zu Lebzeiten verfassten Nachruf auf sich selbst, welchen die Leser:innen im abschließenden Teil des Buches erwartet. Zuvor analysiert Welzer in der für ihn so typischen Art und Weise, was und warum so vieles schief läuft – und wie man vieles besser machen könnte. Dazu führt er biografische Miniaturen von Menschen an, die erfolgreich andere Wege gehen, sich nicht mit dem Status Quo zufrieden geben und trotzdem nicht Gefahr laufen eines Tages ausgebrannt zu sein.

Mit »Nachruf auf mich selbst.« ist Harald Welzer ein erfrischend ehrliches Buch gelungen, dessen Kombination aus persönlichen Erfahrungen, dem Aufzeigen realistischer Utopien und einer kristallklaren Gesellschaftsanalyse eine sehr erhellende Lektüre garantiert. Denn Welzer-typisch reiht sich ein kluger Gedanke an den nächsten, sodass sich die (progressiven) Leser:innen permanent beim Zustimmen wiederfinden. »Nachruf auf mich selbst.« ist ein unglaublich lesenswertes Buch, das für eine neue Kultur des Aufhörens plädiert und Lust auf die Zukunft macht – allem Kopfschütteln über die gegenwärtigen Verhältnisse zum Trotz.

Harald Welzer »Nachruf auf mich selbst.«, Sachbuch, S. Fischer Verlag, Oktober 2021, 288 Seiten, 22,- €

 

Dieser Blogpost erscheint im Rahmen des Nachhaltigkeits-Novembers, einer Initiative des [ˈnaːxvuːks]blogs.


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