ABC des Zwischenbuchhandels

Im November 2017 erschien die achte Auflage des ABC des Zwischenbuchhandels:

Download: ABC des Zwischenbuchhandels, 8. Auflage (PDF)

Auf Anfrage erhalten Interessierte ein gedrucktes Exemplar. Kontakt: Sarah Harnecker, Leitung Ressort Zwischenbuchhandel, Telefon: 069 1306-312 , E-Mail: zwibu@boev.de.

Das Glossar wird nach und nach aktualisiert. 

Barsortiment

Fachgroßhandel des Buchhandels. 1852 gründete Louis Zander das erste selbständige Barsortiment in Leipzig. Bereits einige Jahre zuvor (1847) hatte F. Volckmar begonnen, auf eigene Rechnung mit gebundenen Büchern zu handeln; allerdings war dies nur eine kleine Abteilung im großen "Kommissionsgeschäft" von F. Volckmar, der das Barsortiment von Louis Zander 1861 gekauft hat.

Der Begriff Barsortiment entstand, weil diese Großhandelsform ihr "Sortiment" an den Buchhandel zu dem Preis liefert(e), zu dem der Verlag seine Titel normalerweise an Buchhändler (Wiederverkäufer) verkauft(e), wenn diese "bar" bezahl(t)en (Originalrabatt).

Mit den Verlagen und den Buchhandlungen haben die Barsortimente i. d. R. Kontokorrentverhältnisse vereinbart. In diesem Fall erhalten die Kunden Dekadenrechnungen, z. T. auch Kontoauszüge eines Monats, deren Salden sie elektronisch oder konventionell per Scheck, Überweisung oder durch SEPA-Basislastschrift (bzw. SEPA-Firmenlastschrift) begleichen können. Die Barsortimente bilden die Hintergrundlager des Bucheinzelhandels. Sie führen bis zu 40 Prozent aller Titel der physischen deutschsprachigen Buchproduktion (von reinen PoD-Titeln einmal abgesehen), mit denen sie im Durchschnitt 90 bis 98 Prozent des Bedarfs einer Sortimentsbuchhandlung abdecken. Auf diese Weise kann der Buchhändler gebündelt, schnell (über Nacht) und kostengünstig die Titel besorgen, die die Barsortimente auf Lager haben. Damit helfen die Barsortimente dem Buchhandel, seinen Besorgungsauftrag im Rahmen der Preisbindung zu erfüllen und entlasten die Verlage bzw.
deren Auslieferungen von der Ausführung kostspieliger Kleinbestellungen (Bezugswegoptimierung).

Inzwischen führen die Barsortimente nicht nur die klassischen "Gegenstände des Buchhandels" (§ 7 der Satzung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), wie Bücher, Hörbücher, Karten, Musikalien (Noten und Tonträger) und Neue Medien, wie z. B. DVDs (mit Spielfilmen u. a.), sondern auch Non-Books, wie Merchandiseartikel (im Zusammenhang mit Büchern), Spiele, Genussmittel (z. B. Kaffee, Tee, Wein) und Buchhandelsbedarf (Geschenkpapier usw.), die der Buchhändler bequem in den Titel-Datenbanken recherchieren und ebenfalls über Nacht besorgen kann.

Man unterscheidet zwischen allgemeinem Barsortiment (breites Lager, bis 500.000 Lagertitel) und Spezialbarsortiment (tiefes Lager, einige tausend Titel bestimmter Spezialgebiete).
Durch die Titelaufstockung wurden die allgemeinen Barsortimente KNV, Könemann (seit 2012 „Barsortiment Könemann Vertriebs GmbH“, Hamburg – Joint Venture mit Libri), Libri und Umbreit in Deutschland sowie das Buchzentrum (an dem Libri mit 20 Prozent beteiligt ist) in der Schweiz zu Wettbewerbern der Spezialbarsortimente, weil sie deren Titel ebenfalls auf Lager führen. Deshalb ist die Zahl der Spezialbarsortimente im Laufe der Zeit stetig zurückgegangen. Zusätzlich zu den Lagertiteln (Lieferung über Nacht) bieten die Barsortimente in den letzten Jahren verstärkt Besorgungstitel an, die erst beim Verlag geordert werden, wenn der Auftrag des Buchhändlers vorliegt, oder die erst gedruckt werden (BoD/PoD), wenn eine Kundenbestellung vorliegt. www.knv.de, www.home.libri.de, www.umbreit.de, www.koenemann-bs.de, www.buchzentrum.ch